Route du Rhum in der Flautenfalle: Boris Herrmann quält sich – Justine Mettraux erklärt Coup

Kein Durchkommen

Boris Herrmann steckt bei der Route du Rhum jetzt schon den dritten Tag in der Flaute. Aber die direkte Konkurrenz auch. Nur vorne wird schon geflogen. Dalin hat seinen Vorsprung verloren.

Das Podium der Ultim-Trimarane ist komplettiert, nachdem Thomas Coville (Sodebo) als Dritter in Pointe-à-Pitre eingelaufen ist – zum dritten Mal. Er kam 10 Stunden und 50 Minuten nach Charles Caudrelier ins Ziel und unterbot ebenfalls den bestehenden Rekord – um rund acht Stunden.

Dabei freut er sich besonders, dass sein Trimaran mit dem Mittelcockpit vor dem Mast vielleicht doch keine völlige Fehlkonstruktion ist – auch wenn er es so nicht ausdrückt. Aber tatsächlich konnte er erstmals auf Augenhöhe mit den bisher übermächtigen Ultim-Konkurrenten segeln. Kurze Zeit dachte er sogar, “ich habe den Vogel abgeschossen.” Bei seiner nördlichen Azoren-Ansteuerung schien er mit einer starken Rechtsdrehung zum Überholen der beiden Konkurrenten ansetzen zu können. “Aber die Front richtete sich neu aus und sie kamen doch noch durch.”

Thomas Coville im Ziel vor Guadeloupe. © Courcoux

Danach hielt er dann doch nicht den Speed von Caudrelier und Gabart und lag schnell 200 Meilen zurück. Coville preist zwar die “unglaublichen Zuverlässigkeit” seines Bootes, das mit neuen Tragflächen auch deutlich schneller geworden ist. Es schafft nun auch 45-Knoten-Spitzen, aber das reicht offenbar nicht. Denn durch die externe Wetterberatung für die Ultim-Skipper werden auch meteorologische Coups unwahrscheinlich.

Kurz vor dem Ziel wurde Coville aber doch noch einmal überrascht. “Bei vier Meter hohem Wellengang verfing ich mich in einem Fischernetz. Ich musste 25 Tauchgänge mit Messer und Schnorchel unternehmen, bis wir befreit waren.”

Zum Haare ausraufen

Boris Herrmann würde sich vielleicht über so viel Action freuen. Stattdessen

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

7 Kommentare zu „Route du Rhum in der Flautenfalle: Boris Herrmann quält sich – Justine Mettraux erklärt Coup“

  1. avatar Träumer as well sagt:

    Erinnert mich irgendwie an Huckleberry Finn im Sonnenuntergang auf dem Mississippi auf seinem Floß, fehlt nur die Gitarre…aber nicht an einen Regatta-Teilnehmer, der sich mit einem stolzen Budget und großem Team seit Monaten auf diese Regatta und paar Tage auf See vorbereitet hat…ist nicht böse gemeint aber mein Stirnrunzeln wird von Video zu Video größer…

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    • avatar eku sagt:

      Kann deinen Kommentar verstehen, aber was soll Boris denn jetzt machen?
      Der Fehler ist vor Tagen oÄ passiert – Gründe wissen wir nicht wirklich.

      Im Augenblick:
      Den Obelix als AB?
      Videos wo er vor Wut die Segel haut?
      Ersatzweise irgendwas anderes an Bord zum Schuldigen macht?
      Sich geißeln (öffentlich) weil selber schuld?

      Es gibt da nur eins: Weitermachen und so gut wie möglich kommunizieren wg der Sponsoren.
      Ich denke das wird ihm auch nicht so besonders gefallen, ist aber notwendig.

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      • avatar PL_pogo40 sagt:

        Hey, ich stimme da dem Verfasser voll zu. Boris hat von Anfang an eine Cruising Einstellung gezeigt. Er ist als einziger mit Reff1 und kleiner J3 gestartet. Ich dachte, ich sehe nicht recht. Keine Ahnung was Ihn antreibt, aber ich Runzel auch immer mehr die Stirn..

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  2. avatar Neubert, Dieter sagt:

    Boris sollte sich vielleicht mehr an der Route von Dahlien orientieren. Der weiss wie es geht und das seit Jahren. Seine “Landcrew” liegt da oft weit daneben, was die Wetter Prognosen betrifft.

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  3. avatar Holger Sievers sagt:

    Was sollen die negativen Aussagen. Boris Du bist spitze, mach weiter.
    Die solche Aussagen treffen, sind wohl noch nie auf dem Nordatlantik unterwegs gewesen, und schon gar nicht mit so einer Rennziege, Formel 1
    Grüße von der Snegge von den Canaries

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  4. avatar PL_pogo40 sagt:

    Hey, ich stimme da dem Verfasser voll zu. Boris hat von Anfang an eine Cruising Einstellung gezeigt. Er ist als einziger mit Reff1 und kleiner J3 gestartet. Ich dachte, ich sehe nicht recht. Keine Ahnung was Ihn antreibt, aber ich Runzel auch immer mehr die Stirn..Und für Hoger: Ich war schon auf dem Nordatlantik…

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  5. avatar Paul Mueller sagt:

    echt schade um diese tolle Chance, man fährt die ganze Zeit mit angezogener Handbremse…diese onboard Pressekonferenz heute macht das ganze noch absurder, absolut unverständlich!

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