Route du Rhum: Wie “Gitana 17” ins Fliegen kommt – 100 Fuß Tris lassen die Muskeln spielen

"Angenehm und seetüchtig"

Die großen Trimarane bereiten sich auf den Atlantik vor. Der Rothschild-Rennstall erklärt im Video, wie Gitana ins Fliegen kommt. Auch die Konkurrenz ist nicht untätig.

Noch mal eben schnell raus vor dem großen Rennen. Sébastien Josse hat mit seinem Maxi-Trimaran “Gitana 17” kurz vor der Route du Rhum noch einmal die U-Boot-Basis in Lorient für einen Trainingsschlag verlassen, um ein letztes Mal alle Systeme bei Starkwind zu testen.

Der Skipper erklärt: “In diesem Jahr hatten wir nicht gerade viele Starkwind-Phasen, aber ich liebe es, gerade vor einem Rennstart im Solo-Format noch einmal bei härteren Bedingungen zu segeln. Dafür öffnete sich am Abend noch ein kleines Wetterfenster, und das konnte ich nutzen. Bei mittlerem bis starkem Nordost-Wind bis zu 25 Knoten und flachem Wasser habe ich noch mal auf über 44 Knoten beschleunigt. Dieser Rhythmus und dieses Tempo ist genau das, was für mich bei der Rhum den Unterschied ausmachen wird!” Josse hatte im August die geforderte 1200 Meilen-Qualifikation absolviert – in zweieinhalb Tagen.

Sein Fazit: “Dieses neuen Boot ist es ganz anders als MOD70 Edmond de Rothschild und segelt deutlich stabiler. ‘Gitana 17 ‘ ist ein sehr angenehmes, seetüchtiges Boot und man spürt, dass sie wirklich auf das Offshore-Segeln vorbereitet ist. Ich konnte mich schnell orientieren und meine automatischen Reflexe entwickeln.”

GITANA, Maxi Edmond de Rotchild

“Gitana 17” bei seiner letzten Trainingsfahrt. © Eloi Stichelbaut / Gitana SA

So ähnlich hat sich auch Josses größter Gegner Armel Le Cleac’h nach den ersten Meilen auf seinem Panque Populaire Trimaran geäußert. Dann ist er gekentert. Inzwischen ist sein Schiff wieder rennfertig und Le Cleac’h gibt sich kampfeslustig. Ob die Top-Piloten im Wettkampfmodus, den Pfad der Sicherheit verlassen? Der erste große Vergleich der neuen 100-Fußer-Foiler-Generation wird es zeigen.

Sechs Riesen-Tris werden im Einhand-Modus über den Atlantik jagen, und besonders Francois Gabart könnte mit seinem Um-die-Welt-Rekord-Tri “Macif” Paroli bieten. Er hat seinen Ultim mit neuen Tragflächen zum echten Foiler umgebaut. Allerdings sind die Pläne für einen neuen großen Trimaran längst verabschiedet.

Genauso ist es für Sodebo-Skipper Thomas Coville, der mit seinem alten, modifizierten Tri an den Start geht, und schon einen Neubau planen darf. Unter normalen Umständen wird er ebenso chancenlos sein, wie Francis Joyon und besonders Romain Pilliard. Der geht mit dem alten Trimaran an den Start, mit dem Ellen MacArthur vor 13 Jahren den Einhand-um-die-Welt-Rekord gebrochen hat.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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