Ruderloser Katamaran Patin a Vela: Bredendiek mischt die Spanier auf

Warum segeln ohne Ruder cool ist...

Klar zur Halse. Andreas Bredendiek rutscht auf seinem Patin a Vela ohne Ruder ganz nach hinten und hält ein Bein ins Wasser, um die Schifte einzuleiten. © A. Bredendiek

Der Düsseldorfer Andreas Bredendiek segelt seit zwei Jahren mit dem traditionellen Patin a Vela Kat ohne Ruder und ist begeistert von der Herausforderung. Nach einer Laserkarriere auf hohem Niveau, die am Elfrather See in Krefeld begann, und starken Jahren als bester deutscher Hobie Tiger Segler, mischt er jetzt die spanische Szene auf.

Der Geschäftsführer der Werbeagentur Piratas, hat beruflich viel in Barcelona zu tun und sein Patin dann immer dabei. Für SR beschreibt er, warum für ihn der Patin a Vela so cool ist:

“Das Patin a Vela…

… ist wie eine Mischung aus Laser, Hobie 16 und (Wind-) Surfboard
… ist Segeln pur und sehr einfach
… ist sehr außergewöhnlich, unvergleichbar
… hat einen eigenen Style – so wie Longboardsurfing oder damals der Windglider
… schult das Feingefühl für Wind und Welle
… ist DER Strandkatamaran, “vamos a la playa!”
… hilft mir supergut, mich fit zu machen
… rangiert speedmäßig so zwischen Hobie Cat 14 und Hobie 16, also wie eine wirklich schnelle Jolle – halbwinds ist es killerschnell!!!
… ist absolut “Low-Tech” – kein Carbon, kein Mylar, keine Segellatten, kein Trapez, kein Baum, kein Schwert, kein Ruder

Und außerdem:  Steuermänner werden Padron genannt – das sagt doch alles, oder? 😉

Das beste Boot (es gibt 3 Hersteller) ist zur Zeit das schwarze auf den Bildern, mein neues Boot. Es ist ein “Hybrid”: GFK Rümpfe und Holzdeck bzw. Bancadas – wunderschön verarbeitet. Der Mast ist identisch mit einem 470er Mast. Mann kann ihn supereasy alleine hinstellen, wiegt 9 Kilogramm.

Die Plattform wiegt 89 Kilo und segelfertig 98. Nicht sehr viel für ein 5,60 Meter langes Boot. Die Segelfläche beträgt 12.6 Quadratmeter. Da sitzt schon ordentlich Druck im Rigg.

Zum Regattieren:

– die Spanier sind neugierig auf den verrückten Deutschen, der immer sein Boot aus Deutschland mitbringt. 1.500 km, crazy alleman!!! Aber sie geben sich auch nett und offen.
– Der Ablauf der Regatten funktioniert, wie in anderen Bootsklassen auch.
– Gecrasht wird nicht mehr oder weniger als woanders
– Das Niveau ist in Spanien extrem hoch, weil die meisten 2-4 mal in der Woche segeln. Es gibt Mittwochs- und Freitagsclubregatten, eine Wettfahrt, dann Essen, dann wieder ins Büro – sehr geil. Aber dadurch sind die natürlich fucking richtig gut.

Am Anfang ließen die Erfolgserlebnisse auf sich warten, aber jetzt kommt es immer besser – dann macht es natürlich Megaspass. Dieses Jahr habe ich die spanische Meisterschaft mitgesegelt und lag nach 4 Rennen auf Top Ten Kurs bei knapp 70 Schiffen.

Im 3. Rennen habe ich sogar ein komplettes Dreieck geführt und dann als 6er gefinisht. Im 4. Rennen dann noch ein 6er Platz, vom 11. vorgesegelt – also da war was los in der Patinszene, hola!!!

Aber leider hatte mein Boot einen strukturellen Schaden und ich konnte die letzten beiden Rennen nicht mehr mitsegeln. So muss ich noch ein wenig auf vorzeigbare Erfolge warten… Deshalb habe ich mir auch das neue Boot bestellt sehr geil!!!

Im Resteuropa gibt es ein paar Patineros in Frankreich, eine recht große Szene in Belgien. Da segel ich auch öfters mit. Und eben Spanien: Catalunien, Valencia, Andalusien, das gibt immer einen heißen Tanz, weil die Catalunier und Andalusier um die Vorherrschaft kämpfen. Das Boot wurde ja in Catalunia / Barcelona erfunden.

Aber man kann auch bestens auf dem Baggerloch segeln. Da habe ich in Düsseldorf meine ersten Gehversuche unternommen.”

Andreas Bredendiek beantwortet Fragen zu Klasse und Boot und kann die Kats vermitteln: andreas@patinero.com 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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3 Kommentare zu „Ruderloser Katamaran Patin a Vela: Bredendiek mischt die Spanier auf“

  1. avatar catawest_Seb sagt:

    Der Schlitten geht ja fast unter… haste nen Stöpsel vergessen?? Oder war das spanische Essen zu gut? 😉

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

    • avatar bredi sagt:

      Neeh, jaaa,

      das spanische Essen war zu gut – auch für den Kameramann der mit an Bord war, der hat 90 kg!!!!

      Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 0

  2. avatar Manfred sagt:

    Klasse Bericht. Gute Schreibe.
    Den nächsten Regattabericht würde ich gerne hier lesen.
    Fand auch die spanischen “Sprenkel” sehr amüsant.
    Danke!

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