Sail GP Dänemark: 50 Knoten auf der Ostsee? – Dänen kämpfen um ein Heimevent

Danish Dynamite

Im Handball sind die Dänen gerade aus der EM geflogen, bei dem anderen Nationalsport läuft es besser. Sie sind beim SailGP dabei und dürfen mit den Großen spielen. Steuermann Nicolai Sehested stellt sein Team vor.

Das dänische SailGP-Team hat in Neuseeland eine aufwendiges, zweiwöchiges Trainingscamp mit seinem neuen F50 Katamaran-Foiler absolviert und nun seine Crew-Konstellation bekannt gegeben.

48,7 Knoten bei der Premiere. Die Dänen sind auf Anhieb schnell unterwegs. © Brian Carlin/SailGP

Das Team gruppiert sich um Nicolai Sehested, den inzwischen 30-jährigen Match-Race-Spezialisten, der zuletzt durch zwei Volvo-Ocean-Race-Einsätze den Sprung zum Profisegler geschafft hat. 2014/15 raste er mit Vestas bei Mauritius auf eine Untiefe, 2018 wurde er als Wachführer von AkzoNobel vierter. Sehested bringt außerdem Steuererfahrung mit den M32 Katamaranen auf der World Match Race Tour mit.

Skipper Nicolai Sehested (DEN), Flight Controller – Rasmus Kostner (DEN), Wing Trimmer – Tom Johnson (AUS), Grinders – Lars-Peter Rosendahl (DEN), Hans Christian Rosendahl (DEN) und Martin Kirketerp (DEN). © SailGP

Zweiter bekannter Name ist Rasmus Køstner (41) aus Middelfart. Er war schon 2007 beim italienischen America’s Team Mascalzone Latino als Trimmer dabei, nachdem er sich an der Seite von Steuermann Jes Gram Hansen zu einem der besten Match Racer der Welt entwickelt hatte. Zusammen mit Gram Hansen schaffte er es später, mit der Hilfe von Sponsor SAP ein eigenes Extreme Sailing Team auf die Beine zu stellen. 2017 gewannen sie den Titel.

“Platoon”-Grinder und Olympiasieger

Auch Martin Kirketerp gehört mit 37 Jahren zum erfahrenen Teil der Crew. Der 49er Olympiasieger 2008 (mit Jonas Warrer) ist seit einiger Zeit Segelprofi und unter anderem als Grinder auf der erfolgreichen TP52 “Platoon” von Harm Müller-Spreer tätig.

Flug-Training in Neuseeland. © Brian Carlin/SailGP

Dazu stößt als einziger Nicht-Däne der Australier Tom Johnson (28). Er kennt Sehested von seinem ersten Volvo Ocean Race mit Vestas und war auch 17/18 dabei, als Vestas diesmal unter der US-Flagge um die Welt segelte. Zwischendurch arbeitete er als Wingtrimmer für Oracle beim America’s Cup und übernimmt diesen Job nun auch bei den Dänen, nachdem er in der Saison 2019 beim SailGP US-Team in dieser Funktion aktiv war. Ein Ausländer ist an Bord der Nationalteams erlaubt (Japan und China waren eine Ausnahme).

So viel airtime wie möglich sammeln. © Brian Carlin/SailGP

Für weitere Power auf dem Boot sind die Zwillinge Hans-Christian und Lars-Peter Rosendahl (23) zuständig. Die Match Race Jugendweltmeister von 2014 sind unter anderem Crossfit-Spezialisten und extrem kräftig. Sie konnten nicht nur im neuseeländischen Trainingslager Foiling-Erfahrungen sammeln sondern auch auf einem Simulator in London. Ob das schon ausreicht, um auf Augenhöhe mit den Besten zu foilen, bleibt abzuwarten.

Finn-Duell mit Ben Ainslie

Teamleiter ist Jonas Høgh-Christensen, der insbesondere seit seinem Finn-Duell mit Ben Ainslie bei den Olympischen Spielen 2012, in Dänemark einen gewissen Legenden-Status erlangt hat. Im Interview mit dem dänischen Magazin Baadmagasinet berichtet er über eine steile Lernkurve des Teams beim Training in Neuseeland. Die Abreise zur ersten SailGP-Station in Sydney erfolge am 14. Februar, um dort noch 8 bis 9 Tage üben zu können.

Das Ziel für Sydney: den Kurs einmal gänzlich im Flugmodus absolvieren. © Brian Carlin/SailGP

Man wisse nicht genau, wo man stehe, habe sich beim Üben aber mit den Spaniern abgewechselt, die in dieser Saison nach den überraschenden Ausstieg der Chinesen auch frisch zum Grand Prix stoßen. Die Vergleiche fallen positiv aus. Høgh-Christensen glaubt, schon in Sydney ein Rennen gänzlich ohne Wasserberührung absolvieren zu können

Insgesamt bestehe das gesamte Team zurzeit aus 19 Mitgliedern. Es müsse viel geregelt werden, um die Planung für den Tross zu organisieren. Besonderes Augenmerk richte er aber auch auf die Organisation eines Grand Prix 2020 vor der dänischen Küste auf der Ostsee. Die SailGP-Organisation hat den Termin für das fünfte Saisonrennen noch offen gelassen. Høgh-Christensen versucht, das Budget zusammenzubekommen, um die schnellsten Regattaboote der Welt auch hierzulande präsentieren zu können.

Viel Zeit hat er nicht mehr. Am 3. Februar soll der endgültige Saisonplan bekanntgegeben werden. Bisher sieht der Ablauf so aus:  Sydney (28./29 Februar) San Francisco (2./3. Mai), New York (12. /13. Juni), Cowes (14./15. August) .

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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