SailGP: Covid-Krise in Bermuda angekommen – Spithill vs Burling Rematch in Gefahr

Eingeholt von der Krise

Russell Coutts wollte mit dem Start seines SailGP auf Bermuda der COVID-19-Krise aus dem Weg gehen. Das hat nun nicht geklappt. Ein Lockdown stellt die Spithill-Burling-Ainslie Revanche in Frage.

Traumbedingungen in Bermuda – eigentlich. © SailGP

Vor gut einem Jahr war der SailGP gezwungen, wegen der Corona-Krise den Betrieb einzustellen. Nun wird die neue Sportliga mit den fliegenden Onedesign F50-Katamaranen vom 16. America’s Cup erneut schwer von der Pandemie erwischt. Der SailGP hat das Zeug dazu, ein sportlich größeres Segel-Spektakel abzuliefern als der America’s Cup – zumal Russell Coutts für die neue Saison die besten Schnellsegler der Welt aus der Welt des Cups verpflichten konnte. Es wäre spannend, wie die Burling, Ainslie oder Spithill mit gleichen Waffen gegeneinander segeln.

Die Veranstalter haben die Corona-Pause gut genutzt, um Boote und Teams aufzurüsten. Und die Absicht, die zweite SailGP-Saison am 24. und 25. April im vermeintilch Corona-sicheren Bermuda zu starten, schien gut. Aber zehn Tage vor dem ersten Rennen droht der Plan nun zu scheitern.

Team Denmark darf vor Bermuda zuerst segeln mit dem neuen Segel-Flügel. © SailGP

Seit heute befindet sich Bermuda im Lockdown-Modus für mindestens sieben Tage nachdem über das Wochenende 118 Menschen positiv getestet worden waren. Auch Premierminister David Burt ist infiziert, soll nach einer Impfung aber keine Symptome aufweisen. Unter den jüngsten Fällen wurden 20 als lokale Übertragung eingestuft, fünf waren Reisende, die mit Flügen aus den USA ankamen weitere 93 werden noch untersucht.

Deshalb ist der gesamte Betrieb der SailGP-Regattaanlage vorerst eingestellt. Russell Coutts, der Geschäftsführer von SailGP, bestätigte die Sperrung der Anlage und bemüht sich nun in Gesprächen mit der Regierung um eine Ausnahmeregelung für den ersten Bermuda Sail Grand Prix.

Das Timing ist kritisch. Denn einige der neuen Teams sind noch nie gemeinsam auf den modifizierten F50 gesegelt. “Wir haben bedeutende Änderungen an den Steuerungssystemen und der Elektronik vorgenommen”, sagt Coutts gegenüber The Royal Gazette. So wurde etwa das neuere kleinere Wing-Modul eingeführt, das die Rigghöhe bei starkem Wind von 24 auf 18 Metern reduziert. Nur drei der Teams konnten die Katamarane bisher wenige Tage in Bermuda segeln.

“Da es sich um so hochkomplexe Boote handelt, die Höchstgeschwindigkeiten erreichen, müssen wir sicherstellen, dass die Systeme zuverlässig funktionieren. Und die Segler müssen sich mit der neuen Funktionsweise vertraut machen. Denn wenn mit diesen Booten etwas schief geht ist die Sicherheit gefährdet.”

Große Bedenken hat Coutts wegen des neuen vom Team New Zealand. Es ist noch unfertig auf den Bermudas angekommen und sollte dort fertiggestellt werden. Das scheint mit dem einwöchigen Lockdown aber nun nicht möglich zu sein.

Coutts hofft darauf, von den Behörden eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen. “Wir sind es gewohnt, in unseren ‘Bubbles’ zu arbeiten, und die einzelnen Teams arbeiten in ihren ‘Blasen’ arbeiten. Wir sind an diese Prozedur gewöhnt und können sie gut handhaben.” Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen soll in den nächsten Tagen fallen.

Sail GP Event Website

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

achtzehn − fünf =