SailGP: Schnellste Segelboote der Welt an der Ostsee – Grand Prix in Dänemark

Segelspektakel vor der Haustüre

Der SailGP-Rennzirkus mit den 50 Knoten schnellen Onedesign-Katamaranen aus sieben Nationen gastiert tatsächlich im September an der Ostsee. Fingerzeig für deutsche Ambitionen.

SailGP, New York

Das Feld beim typischen High-Speed-Start. © SailGP

Was die Dänen haben, gibt’s eigentlich auch bei uns: Schnelle, starke Segler, die bestens eine Kampagne auf den schnellsten Segelbooten der Welt stemmen könnten. Immer öfter rekrutiert Russell Coutts die Spitzenfahrer für Larry Ellisons Rennserie aus der Olympia-Szene bei den 49er- und Nacra17-Seglern. Und das sind die Pradeklassen der Deutschen. Sie könnten in diesem Rennzirkus bestens mithalten – aber ein solches Engagement ist nicht in Sicht.

Skipper Nicolai Sehested (DEN), Flight Controller – Rasmus Kostner (DEN), Wing Trimmer – Tom Johnson (AUS), Grinders – Lars-Peter Rosendahl (DEN), Hans Christian Rosendahl (DEN) und Martin Kirketerp (DEN). © SailGP

Vielleicht hilft ihnen nun das Vorbild der Dänen. Die bringen nicht nur Aufmerksamkeit an die Ostsee-Küste, sondern sogar den gesamten Rennzirkus nach Kopenhagen. Vom 11. bis 12. September startet die fünfte Etappe der zurzeit vielleicht sportlich, spannendsten Profi-Segelveranstaltung der Welt vor der dänischen Hauptstadt. 

Die Dänen versuchen bei Training so viel airtime wie möglich zu sammeln. © Brian Carlin/SailGP

Möglich macht das ein Geldgeber, den die Deutschen im Segelsport eben nicht haben. Rockwool, Weltmarktführer für Dämmstoffe aus Steinwolle, unterstützt das neue dänische SailGP Team, und ist jetzt auch der Titelpartner für die Regatta in Kopenhagen.

Dabei soll für Rockwool insbesondere das Nachhaltigkeitsthema eine große Rolle spielen. Oberbürgermeister Frank Jensen sagt: “Kopenhagen ist die grünste Hauptstadt der Welt mit so sauberem Wasser, dass man in unserem Hafen schwimmen kann. Die Einführung von SailGP in Kopenhagen wird unserem maritimen Erbe eine neue Dimension verleihen und den Bürgern von Kopenhagen und unseren Besuchern ein Segelerlebnis von Weltklasse bieten”. Die Stadt hat sich zu dem Ziel bekannt, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 um 70 Prozent zu reduzieren.

Derweil haben die Spanier und Amerikaner ihre Teams vorgestellt, mit denen sie um das Millionen-Preisgeld kämpfen wollen, dass erneut in einem einzigen Finalrennen zwischen den beiden besten Mannschaften der Tabelle ausgesegelt werden soll.

Jordi Xammar hat das Steuer schon im Griff. © SailGP

So wird für Spanien wie erwartet der 470er-Steuermann Jordi Xammar das Steuer übernehmen. Er ist aber in der ersten Jahreshälfte schwer damit beschäftigt, seine  Olympiakampagne in erfolgreiche Bahnen zu lenken. Deshalb soll der Neuseeländer Phil Robertson zu Beginn das Steuer übernehmen – der Mann, der in der vergangenen Saison überraschend die Chinesen aufs Treppchen führte.

Das übrige spanische Team setzt sich aus Olympioniken zusammen, die Spanien im Laser, 49er und Nacra17 bei den Spielen in Japan vertreten wollen. Nur die Olympia-Karriere von Wing-Trimmer Luis Bugallo endete schon 2018 im 49er. Er gewann danach die Amateur-WM und EM-Titel als J/70 Steuermann.

Auch die Amerikaner haben sich mit Riley Gibbs einen der besten Nacra17-Steuerleute als Wingtrimmer ins Team geholt und mit Hans Henken einen ihrer besten 49er-Segler. Rome Kirby soll weiterhin am Steuer stehen und Match Race Weltmeister Taylor Canfield als Flight Controller die Flughöhe bestimmen.

Derweil glauben die Sail-GP-Macher schon daran, dass ihre Veranstaltung ein Straßenfeger werden wird. Ob es einmal so weit kommt? Ihr jüngstes Werbevideo zum Sail-GP Saison-Kickoff dürfte wohl mit einem Augenzwinkern gemeint sein:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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