Sailing Champions League: Bayern holen sensationell den Titel – Schweizer auf dem Podium

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Der Deutsche Touring Yacht-Club hat überlegen die Champions League auf Sardinien gewonnen im Feld der 32 Top-Clubs aus 13 Nationen. Dabei standen die Vorzeichen nicht gerade auf Sieg.

Eigentlich hatte der Deutsche Touring Yacht-Club bei der Sailing Champions League in Porto Cervo nicht unbedingt auf Sieg gesetzt. Die etatmäßigen Taktiker des Vereins fielen für das Wochenende auf Sardinien aus. Und Steuermann Max Weiß, der in dieser Saison erst ein Liga-Rennen bestritt, hatte nicht einmal das Team an seiner Seite, mit dem er in Travemünde auf Rang sechs segelte.

Sailing Champions League

Der DTYC zog einsam an der Spitze seine Kreise. © YCCS/Francesco Nonnoi

Laura Fischer segelte 2016 noch gar nicht in der Liga. Sie war allerdings nicht untätig mit der Teilnahme bei der International Women’s Keelboat Championships vor Long Island New York mit einem Frauen-Team des Vereins.

So konnten die Erwartungen der Bayern für das Champions League Finale nicht besonders hoch gesteckt sein. Aber dann zeigte der amtierende Meister der Deutschen Segel-Bundesliga und klaren Tabellenführer eindrucksvoll gezeigt, wie tief ihr Kader aufgestellt ist.

Zusammen mit der Erfahrung von Jonas Vogt, der in dieser Saison schon drei Siege feierte und Luis Tarabochia (zwei Siege)  gelang es dem erfolgreichen Melges24-Segler Max Weiß, eine unglaubliche Dominanz im internationalen Feld aufzubauen.

Sieg vor dem letzten Rennen

Mit sechs zweiten und einem ersten Platz in den ersten sieben Rennen machten sie in den Achter-Flotten schon vor dem finalen Lauf den Sieg klar und konnten sich sogar einen letzten Platz erlauben.

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Max Weiß, Laura Fischer, Jonas Vogt und Luis Tarabochia © YCCS/Francesco Nonnoi

“In diesen Tagen funktionierte es einfach nicht, etwas falsch zu machen”, sagt Weiß über den Lauf, der seinem Team gelang. “Es war unglaublich.” Während die 31 konkurrierenden europäischen Teams aus 13 Nationen immer wieder patzten, zogen die Bayern ihre Rennen mit beeindruckender Konstanz durch.

“Vielleicht waren wir etwas glücklich mit den Bedingungen”, sagt Weiß, dem bei den im September unüblichen leichten Winden und verhältnismäßig hoher Welle ein geringes Crewgewicht von 260 Kilogramm zu hohem Speed verhalf. Aber Weiß glänzte besonders auch mit sehr starken Starts. “Nur wenige haben geglaubt, dass wir das schaffen können. Aber nun können wir es kaum erwarten, verrückt abzufeiern.”

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Der DTYC zog einsam an der Spitze seine Kreise. © YCCS/Francesco Nonnoi

Nur im letzten Rennen erlebten die vier, was auch anderen passierte. Nach einem starken Start und Rang drei an der Luvtonne rutschte vor dem Wind und direkt nach der Leetonnenrundung das gesamte Feld vorbei. Aber es kam eben nicht mehr drauf an.

Schweiz extrem stark

Bestens kamen auch die Schweizer Vereine mit dem leichten Wind zurecht. Der Regattaclub Bodensee landete punktgleich vor dem Regattaclub Oberhofen auf Rang zwei.  Steuermann Julian Flessati sagt: “Wir sind wirklich überrascht, wie gut wir auf diesem ‘Ozean’ gesegelt sind.  Auch der österreichische Yacht Club Bregenz mit Steuermann Max Trippolt segelte stark auf Rang fünf und ohne ein aufgegebenes Rennen wäre noch mehr drin gewesen.

Die drei weiteren deutschen Vereine landeten auf den Rängen 15 (Berliner Yacht-Club, Philipp Bruhns, Valentin Gebhardt, Max Wohlfeil,Max Nickel) 16 (Münchner Yacht-Club, Kay Niederfahrenhorst,Bastian Henning, Florian Grosser, Max Adami) und 19 (Norddeutscher Regatta-Verein, Tobias Schadewaldt, Daniel Reichardt, Florian Weser, Niklas v. Meyerinck)

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Die Titelverteidiger aus Norwegen wurden 13. © YCCS/Francesco Nonnoi

Zu den geschlagenen Vereinen gehörte unter anderem auf Rang 10 die Italiener vom Club Canottieri Roggero di Lauria, für den die Profi-Segler Mateo Ivaldi und Gabriele Bruni an den Start gingen. Die Norwegischen Titelverteidiger Kongelig Norsk Seilforening mit Kristopher Spone am Steuer segelten auf Platz 13.

Crewliste Champions League Porto Cervo 2016

Ergebnisse Champions League Porto Cervo 2016

 

Max Weiss und Laura Fischer vor dem Event im Interview:

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Carsten Kemmling

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