SAILING Champions League: Liga-Tabellenführer VSaW bestätigt Form in Porto Cervo

Behauptet gegen die Legenden

Mit dem Verein Seglerhaus am Wannsee hat sich nach dem NRV der zweite deutsche Verein für das SAILING Champions League Finale qualifiziert. Die Berliner segelten auf Rang drei.

Nächster Erfolg für Deutschland beim zweiten von drei Qualifiern bei der SAILING Champions League in Porto Cervo. Mit einem starken dritten Platz sichert sich der Berliner Verein Seglerhaus am Wannsee (VSaW) beim Yacht Club Costa Smeralda als zweiter deutscher Club den Startplatz für das Finale der SAILING Champions League in St. Moritz (15. bis 18. August).

Champions League, Porto Cervo

Top Leistung vom VSaW in einem starken Feld© SCL/Anya Semeniouk

Tim Elsner, Elias Rothe, Max Salzwedel und Carl Naumann vertraten vor Sardinien als einziges Team die deutschen Farben und bestätigten eindrucksvoll das hohe Niveau der Segel-Bundesliga im internationalen Vergleich.

Die Berliner, die in der selben Besetzung ein Wochenende zuvor beim zweiten Liga-Spieltag in Konstanz noch bei Flautenbedinungen auf Rang vier gelandet waren, und damit den VSaW nach dem Sieg von Jan-Jasper Wagner in Starnberg an der nationalen Tabellenspitze gehalten haben, zeigten auch vor Sardinien ihre Qualität.

Stabile Serie

Von Anfang an segeln sie bei durchwachsenen Bediungungen, die von perfekten Segeltagen bei Sonnenschein, bis hin zu Dauerregen und Sturmwarnung am Finaltag – die letzten beiden Rennen wurden abgesagt – weit vorne im Kreise der Besten.

Champions League, Porto Cervo

Die erfolgreichen Berliner mit Skipper Tim Elsner (r.) auf Sardinien. © SCL/Anya Semeniouk

Schon nach dem vierten Rennen erreichen sie in der laufenden Serie das Podium, und gaben danach den Podest-Platz nicht mehr her. Eine konstante Serie von sechs dritten Plätzen in Folge sorgte für Stabilität, und ohne den sechsten Platz im letzten Rennen wäre sogar Silber drin gewesen.

Aber bei dem Format in Sardinien war es wichtig, sich deutlich vom siebten Rang zu distanzieren. Die Qualifikation für das Liga-Finale ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich schwieriger geworden. Durch die Addition neuer nationaler Ligen und Zulassung weiterer Qualifikations-Teilnehmer wird die Luft an der Spitze dünner.

Dritter Sieg in Folge bei der Champions League

Dazu kommt eine andere Entwicklung in der Champions League: Immer mehr Spitzensegler aus anderen Klassen finden Spaß an dem Format, und erkennen es als ehrlichen Gradmesser für seglerische Qualität.

Champions League, Porto Cervo

Das dominierende CL-Team um Skipper Simone Ferrarese aus Bari nach seinem Hattrick. © SCL/Anya Semeniouk

So verfügt offenbar insbesondere der Circolo della Vela Bari aus Italien im Verein über die optimale Mischung an Seglern, die ein Liga-Event dominieren können. Denn Steuermann Simone Ferrarese, der aktuell eine Olympia-Kampagner im 49er absolviert, hat jetzt schon sein drittes Champions League Event in Folge gewonnen. Erst war der Match Race Europameister von 2014 beim CL-Halbfinale 2018 erfolgreich, dann holte er für seinen Club auch den Titel in St. Moritz.

Diesmal betrug der Vorsprung nur zwei Punkte vor Rang zwei, aber der vergleichsweise geringe Abstand ist nur durch einen Frühstart zustande gekommen, der gleich im Feld der acht Boote jeweils mit neun Punkten zu Buche schlägt. So ist es umso erstaunlicher, dass der CVB dieses Manko noch ausgleichen konnte.

Starke Schweizer

Schließlich drängte auf Rang der Regattaclub Bodensee aus der starken Swiss Sailing Super League, für den Massimo Soriano am Steuer immer besser in Fahrt kommt. Zehn Jahre hat der Skipper in den USA insbsondere an den Universitäten eine optimale seglerische Ausbildung im Team- und Match-Race genossen, die ihn offenbar auf die Liga-Anforderungen bestens vorbereitet. Der RCB liegt zurzeit in der Schweizer Liga nach einem Spieltag auf Rang 3.

Die Stärke der Schweizer ist aber auch am Resultat der Seglervereinigung Kreuzlingen auf Rang vier abzulesen, für die der 49er-Olympionike von 2000 Tom Rüegge steuert. Den Tabellen-Zweiten der Swiss Sailing Super League gelangen die meisten Siege aller Teilnehmer. Sie gewannen sechsmal in 13 Rennen und konnten dennoch nur knapp einen zweiten Prominenten auf Rang fünf verweisen. Der Schwede Björn Hansen war lange Zeit einer der besten Match Racer der Welt und im Einsatz für den renomierten königlichen Yacht Club der Schweden KSS (Kungliga Svenska Segelsällskapet) kommt er auch in der Liga immer besser in Fahrt.

Champions League, Porto Cervo

Die Acht-Boote-Flotte beim Champions League Qualifier vor Porto Cervo. © SCL/Anya Semeniouk

Er behauptete aber nur einen Punkt Vorsprung vor dem Team aus La Rochelle (Société de Regates Rochelaises). Die Franzosen weisen zwar bisher noch keine besonders auffälligen Liga-Aktivitäten auf, aber Steuermann Pierre Rhimbault war schon WM-Dritter im 420er und nationaler Meister im Match Race.

Er platzierte sich vor dem Yacht Club Breitenbrunn, der um einen Punkt den letzten Qualifikationsplatz behauptete. Am Steuer saß eine echte österreichische Legende: Christian Binder, zweifacher Olympiateilnehmer im 470er, fünffacher Europameister und zwanzigfache Staatsmeister (470er, Laser, Soling und Match Race).

Top Ten von 24 Teams beim Champions League Qualifier in Porto Cervo.

Angesichts dieser Konkurrenz ist die souveräne Vorstellung der Berliner umso höher zu bewerten. Carl Naumann sagt: „Es ist ein komisches Gefühl plötzlich als Drittplatzierter auf dem Podium zu stehen, obwohl wir am letzten Tag nicht segeln konnten. Dennoch sind wir natürlich sehr glücklich über unseren Einzug ins Finale. Mit dem Wannsee haben wir in Berlin ein Revier, auf dem wir uns jetzt ideal auf die Bedingungen in St. Moritz vorbereiten können.“

Die vier Tage waren durchwachsende Bedingungen in Porto Cervo: von perfekten Segelbedingungen bei Sonnenschein am ersten Tag, bis hin zu Dauerregen und Sturmwarnung am Finaltag, der das Segeln der finalen Rennen unmöglich machte.  

Die Live-Übertragung vom dritten Tag und finalen Segeltag (Samstag):

Vom 4. bis 7. Juli findet der dritte und damit letzte Qualifier im russischen 
St. Petersburg statt. Die Deutsche Segel-Bundesliga wird dort vertreten vom Wassersport-Verein Hemelingen aus Bremen und dem Bayerische Yacht-Club aus Starnberg. Nur der fünfte Vertreter vom Württembergischen Yacht-Club hat in Mallorca bisher knapp die Qualifikation verpasst.

Beim Finale in St. Moritz segeln Mitte August 24 Vereine um den Titel des besten Segelclubs der Welt. 

Ergebnisse Porto Cervo 2019

Crewliste Porto Cervo 2019

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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