Sailing Champions League: SMC Überlingen holt sich die Schale – Das spannende Finale

Zum Triumph gezittert

In einem Drama-Finale hat der SMC Überlingen die Sailing Champions League gewonnen und damit nach dem Erfolg des DTYC in 2016 für den zweiten deutschen Erfolg in der Geschichte dieses Events gesorgt.

Michael Zittlau, Frederik Schaal, Sven Heßberger und Dominic Fritze gewinnen in einem dramatischen Finale die Sailing Champions League. Foto: sailing energy

Nach drei Tagen mit kräftigen Winden vor Porto Cervo/Sardinien war der Abschluss geprägt von Leichtwind mit hohem Anspruch an die Taktik. Nach insgesamt 14 Flights in der Qualifikation schafften die Überlinger als Zweite den Sprung in das Vierer-Finale, das angeführt wurde vom Aeronautica Militare (Italien). Dazu komplettierten die SV Kreuzlingen (Schweiz) sowie die russische Mannschaft Akhmat National Sailing Team die Vierer-Flotte.

Die anderen acht deutschen Mannschaften hatten die Segel nach der Vorrunde streichen müssen. Der Deutsche Meister vom NRV Hamburg landete auf dem siebten Platz. Damit war auch die „Titelverteidigung“ für David Chapman geplatzt. Er sorgte diesmal für NRV-Steuermann Florian Haufe für die Taktik. Im vergangenen Jahr hatte Chapman noch als Steuermann des Sydney-Teams die SCL gewonnen. Als dritte deutsche Mannschaft in den Top-Ten kam der WV Hemelingen um Steuermann Carsten Kemmling auf Rang neun.

Die Überlinger waren in allen Bedingungen vor Porto Cervo sehr schnell unterwegs. Foto: sailing energy

Im Vierer-Finale hatten die Italiener den Vorteil, als Führende der Vorrunde nur noch einen Sieg zum Gewinn der SCL zu benötigen. Als anderen drei Teams mussten zweimal punkten. Doch die Italiener konnten den Vorteil nicht nutzen. Sie gewannen kein Rennen im Finale, das über die volle Distanz ging.

Die spannende Finalserie der besten Vier:

Nach dem Auftaktsieg für die Überlinger mit Steuermann Michael Zittlau sowie Frederik Schaal, Sven Heßberger und Dominic Fritze landeten jeweils die Mannschaften aus der Schweiz und Russland einen Sieg. So musste schließlich der vierte Finallauf die Entscheidung bringen.

Das entscheidende vierte Rennen:

Die Russen, aber auch die Überlinger schienen zunächst zu viel zu riskieren, waren jeweils zu früh am Pin-End und mussten noch einmal abdrehen. Das Team aus Kreuzlingen hatte das beste Timing und ging zunächst in Führung. Die Überlinger setzten auf die linke Seite während des gesamten letzten Rennens. Es war knapp, sehr knapp, aber es passte. Zweimal allerdings mussten Fans und Mannschaft des Bodensee-Teams die Luft anhalten. An der ersten Luvmarke unterwendeten sie das Team aus Kreuzlingen und zwängten sich noch in die Lücke. Die Schweizer ließen sie gewähren, verzichteten auf den Protestruf.

Beste Einblicke in das Geschehen bot die Übertragung. Foto: sailing energy

Bei der zweiten Luvmarke kam dann aber der lautstarke Protestruf der Kreuzlinger. Diesmal zogen die Deutschen vor den Schweizern durch, die einen Meter abfallen mussten, um eine Kollision zu verhindern. Doch die Umpires zückten die grüne Flagge. „Es war sehr knapp, sicherlich eine 50:50-Situation. Der Wind drehte im letzten Moment, die Schweizer zogen höher. Ich hatte keine Chance mehr zu wenden und sie hätten ihren Kurs halten müssen. Ich denke oder hoffe, das haben die Umpires genauso gesehen. Deshalb kam die grüne Flagge. Aber wir hatten sicherlich auch Glück“, sagte Zittlau.

Und das Glück blieb den Überlingern treu. Auf dem abschließenden Downwind zum Ziel hatten sie zwar den Bug vorn, waren aber eingezwängt zwischen den Russen und den Schweizern, ohne Chance selbst den Kurs zu bestimmen. Als die Russen weghalsten, ging Zittlau kurz darauf mit, hatte den direkteren Kurs zum Ziel und rettete schließlich eine halbe Bootslänge Vorsprung ins Ziel zum umjubelten Champions-League-Sieg. Die Italiener gewannen schließlich Silber, die Schweizer Bronze.

Die Erleichterung nach dem engen Finale war Michael Zittlau anzumerken: „Die anderen Teams hätten es genauso verdient gehabt, zu gewinnen. Unglaublich! Ich habe es noch gar nicht richtig begriffen. Ich bin so stolz auf meine Jungs.“

Ebenfalls an diesem Wochenende wurde der deutsche Pokal ausgesegelt, sowie über die Relegation für die Zweite Bundesliga entschieden. Der NRV Hamburg holte sich nach der Meisterschaft auch den Pokal. Der WYC Delecke und der SC Ville konnten ihren Zweitliga-Platz verteidigen, als Aufsteiger qualifizierten sich der SC Salzgitter und die Regatta-Segler Neuruppin für die Zweite Liga.

Ergebnisse

4 Kommentare zu „Sailing Champions League: SMC Überlingen holt sich die Schale – Das spannende Finale“

  1. avatar Chapeau sagt:

    BYC Überlingen gewinnt die Junioren Champions League in Folge und der SMC Überlingen bei den Senioren. Überlingen muss ja das Mekka des Liga-Segelns sein.
    Chapeau Ihr Überlinger

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  2. avatar PL_info042 sagt:

    Carsten, sag Mal was zu der Jury Entscheidung. Ich grübel da gerade drauf rum. Wenn Überlingen aus StB Bug so knapp nen Cross hinlegt, muss es überlingen nicht auch davon ausgehen, dass ein kleiner Winddreher kommen kann? Also müsste Überlingen nicht klar vor Kreuzlingen sein um keinen Penalty zu bekommen?
    Freue mich über Aufklärung 😉
    VG
    Andreas Deubel

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    • avatar Chapeau sagt:

      Als ausweichpdlichtiges Boot muss man keine Kursänderung des gegnerischen Bootes antizipieren, mag sie auch noch so wahrscheinlich sein. Grundregel ist, wer seinen Kurs ändert muss Raum zum Freihalten geben.

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    • avatar isasks sagt:

      Hallo Andreas,
      Ich bin zwar nicht der Carsten, aber die Überlinger haben alles richtig gemacht. Die Jury hat so entschieden und sie haben den Cup gewonnen. Also alles gut. Ich hätte nie gedacht, dass Zuschauen beim Segeln so spannend sein kann. Also auch in dieser Beziehung alles richtig gemacht. Meinen Dank an alle Beteiligten und Glückwünsche an die Überlinger.

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