Sailing Worlds: Laser-Favorit disqualifiziert – 49erFX-Frauen schaffen nicht die Wende

Zünglein an der Waage

Bei den Sailing Worlds  hat Philipp Buhl sein bisher schlechtestes Ergebnis eingefahren. Gold und Silber sind rechnerisch fast außer Reichweite. Bronze könnte noch klappen.

Philipp Buhl liefert bei der Laser-WM wieder ein Top-Ergebnis ab. Aber mit der Medaille wird es knapp. © DSV

Am siebten Tag der Olympia-Klassen-WM im dänischen Aarhus haben die deutschen Spitzensegler noch keinen Durchbruch feiern können. Der am aussichtsreichsten platzierte DSV-Pilot Philipp Buhl im Laser konnte mit Platz 22 nicht zu den erhofften Medaillenrängen aufschließen, liegt aber noch auf einem enorm starken sechsten Platz.

Vor dem letzten Goldfleet-Rennen und dem doppelt zählenden Medalrace liegen die ersten Plätze schon weit entfernt, da sich der Titelverteidiger Pavlos Kontides aus Zypern und der Australier Mathew Wearn noch keine echten Streicher eingehandelt haben. Aber der aktuelle Bronze-Mann Sam Meech (NZL) hat schon einmal gepatzt und der viertplatzierte Brite Hanson liegt ebenso in Reichweite, wie Olympiasieger Tom Burton (AUS).

Daran hat Buhls Trainingspartner Theodor Bauer unfreiwillig seinen Anteil, denn er spielte das Zünglein an der Waage im Titelkampf, indem er als Zeuge in einem brisanten Protest fungierte. Der Nachwuchssegler segelte heute das Rennen seines Lebens, ging auf Rang zwei um die Luvtonne, war Vierter im Ziel und schob sich von Platz 47 auf 34. Dabei sah er aus der ersten Reihe zu, wie sich die beiden WM-Favoriten Kontides und Burton an der letzten Tonne beharkten.

Burton (gelb) und Kontides (orange) müssen die lezte Tonne Backbord liegen lassen. Bauer (grün) schaut zu. Kontides soll Innenraum haben…

Burton soll zu früh auf Kontides zu gehalst sein. Dieser habe nur durch eine Halse

Der WM-Titelverteidiger und Olympia-Zweite von London protestiert, und die Jury entschied zu Ungunsten des Australiers (Die Entscheidung). Der dürfte sich ärgern, keine Strafkreise gedreht zu haben, denn er lag ohnehin hinter Kontides, wäre trotz Penalty mindestens noch Fünfter geworden und hätte nur sieben Punkte hinter dem Führenden gelegen. Nun sind es 29.

49erFX-Frauen mit Problemen

Wenig erfreulich lief der erste Goldfleet-Tag auch für die 49er FX-Frauen. Die Olympia Fünften Jurczok/Lorenz fielen nach 10/23/18 auf den vorletzten Goldfleet-Platz 29 zurück. Und Lutz/Beucke kamen mit 25/16/12 auch noch nicht entscheidend weiter nach vorne (Rang 21). Der Abstand zu den Top Ten ist auf 29 Punkte angewachsen. Das ist selbst in den verbleibenden drei Rennen schwer aufzuholen. Der Cut für die Nationen-Quali liegt zurzeit bei Platz neun.

Da haben es die Laser Radial-Seglerinnen leichter, weil sich gleich die 18 besten Nationen für Olympia qualifizieren. Aber Svenja Weger ist mit Platz 26 im einzigen Rennen des Tages weiter zurückgefallen auf Platz 32. Zwei Läufe stehen noch aus.

Einen starken Abschluss seiner Serie konnte Phillip Kaüske im Finn Dinghy feiern. Mit Abschlussplatz 3 im letzten Lauf schob er sich unter dem Einfluss einer mit einer 40-Knoten-Böe auf dem finalen Vorwind noch auf einen hervorragenden 15. WM-Gesamtplatz vor. Aber Rang 23 im ersten Tagesrennen hatte schon die Träume vom Medalrace und der möglichen Nationenquali – Platz 10 hätte gereicht – platzen lassen.

Der Nachwuchs ist dran

Auch für die deutschen 470er-Frauen ist diese WM beendet. Und für die junge Fabienne Oster mit Anastasiya Winkel ist Rang 13 das beste Karriere-Ergebnis. Nur sechs Pünktchen fehlten zu Rang zehn, der für die Olympiafahrkarte gereicht hätte. Damit lagen sie vor den beiden höher eingschätzen Teams aus dem DSV-Kader. Nadine Böhm und Ann-Christin Goliaß ließen ihre Klasse immer wieder aufblitzen und waren mit Platz 15 ordentlich dabei aber es fehlte noch die Konstanz im Weltklassefeld, ebenso wie bei den zuletzt stark segelnden Löwe/Markfort, die 20. wurden. Diese drei Frauenteams sollten aber beste Chancen haben, bei der nächsten WM 2016 das Nationenticket zu lösen. Dann werden weitere sechs Fahrkarten ausgesegelt. Rang 18 hätte dafür diesmal ausgereicht.

Die 470er Männer müssen sich noch etwas weiter strecken. Malte Winkel und Matti Cipra bewegen sich als 19. knapp am Olympia-Limit und können sicher noch zulegen. Aber es ist eine Enttäuschung, dass sie als einzige DSV-Crew die Goldfleet der Top-32 gepackt haben.

Hoffnung gibt es noch für die 49er, die heute keines der geplanten drei Goldfleet-Rennen geschafft haben. Beim angeschossenen ersten Lauf lagen Heil/Plößel nach einem grandiosen Start unter den Top Vier während sich die drittplazierten Fischer/Graf über den folgenden Abbruch wegen einer starken Winddrehung freuen konnten. Heute sind gleich vier Rennen geplant.

Ergebnisse Sailing Worlds 2018

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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