SAR Sofia Mapfre World Cup: Heil/Plössel mit Hattrick an die 49er Spitze

Pole Position

Erik Heil und Thomas Plössel haben sich am ersten Finaltag mit drei Siegen an die Spitze der 49er Flotte gesetzt und sind vorerst Nutznießer des neuen Systems.

 Erik Heil und Thomas Plössel

Erik Heil und Thomas Plössel erwischten einen perfekten ersten Finaltag. © Jesus Renedo/SofiaMapfre

Nach einer durchwachsenen Qualifikationsserie, die Erik Heil und Thomas Plössel auf Rang acht beendeten, schossen sie am ersten Tag des Finals mit drei Siegen in drei Rennen auf die Pole Position. Da sie Platz acht nach den sieben Vorrundenrennen streichen können, weist ihr Scoring null Punkte auf.

Damit sind sie vorerst die sichtbarsten Nutznießer des neuen Punktsystems, fühlten sich aber nicht so wohl in dieser Rolle. Unabhängig vom grandiosen eigenen Tag äußerten sich wenig begeistert über das minimale Gewicht der dreitägigen Quali.

Heil/Plössel geben Gas im 49er.

Heil/Plössel geben Gas im 49er. © Jesus Renedo/SofiaMapfre

Aber die drei Siege mögen das neue Selbstbewusstsein dokumentieren, das Heil nach dem Gewinn der Red Bull Youth America’s Cup Qualifikation gewonnen hat. Bei den 49ern liegt der Fokus allerdings noch mehr auf dem allerletzten Tag, weil vier Medalraces geplant sind.

Auch sein Taktiker und Skipper auf dem Katamaran, Philipp Buhl mag für den Laser etwas von den San Francisco Hochgefühl mitgenommen haben. Er verlor zwar die Führung nach einem 24. Platz bei schwächerem Wind. Aber die auffrischende Seebrise am Nachmittag katapultierte ihn zum vierten Rennsieg und Rang drei mit einem Punkt Rückstand hinter dem Olympia Vierten Tonci Stipanovic aus Kroatien.

Während beim STG/NRV Jugend AC Team für den Start im September noch 250.000 Euro fehlen, zeigen die Deutschen schon jetzt, dass sie im neuen Olympia-Zyklus zur absoluten Weltspitze gehören.

Philipp Buhl holt seinen vierten Sieg

Philipp Buhl holt seinen vierten Sieg, fällt aber dennoch zurück. © Jesus Renedo/SofiaMapfre

Einen starken Final-Auftakt legten auch Tina Lutz mit der frisch von einer Bandscheibenverletzung genesenen Susann Beucke hin. Sie rangieren auf Rang fünf punktgleich mit Platz zwei. Nur die Däninnen Ida Marie Baad Nielsen/Marie Thusgaard Olsen sind nach wie vor eine Klasse für sich und zogen mit drei Finalsiegen davon.

Bei den Surfern ist Toni Wilhelm auf Platz drei zurück gerutscht. Er erzählte aber Marina Könitzer in Palma für SR: “Ich bin immer noch mehr als zufrieden.” Seit den Olympischen Spielen habe er erst zweimal wieder auf dem Brett gestanden. “Das Gewicht ist noch nicht top. Eigentlich müsste ich für Leichtwindbedingungen etwas mehr abnehmen, aber bis jetzt passt es hier ganz gut.”

Philipp Buhl ging mit gelbem Trikot in das Finale

Philipp Buhl ging mit gelbem Trikot in das Finale, muss es aber am zweiten Tag abgeben. © Jesus Renedo/SofiaMapfre

Auch Moana Delle hält in der Spitzengruppe als Fünfte zwei Punkte hinter der Olympiasiegerin Blanca Manchon gut mit. Im 2.4 segelt Lasse Klötzig auf einem soliden 4. Platz. Und auch die 470er Olympioniken Gerz/Follmann kommen in Fahrt. Sie streichen das Vorrunden-Ergebnis als 18. und schoben sich auf Rang 10 vor.

Nur bei der neuen Nacra 17 Katamaran Klasse sind die deutschen Teams längst nicht in der Spur.

Nach der Absage von Ehepaar Gäbler lagen die Hoffnungen bei Silke Hahlbrock und ihrem schweizdeutscher Partner Christoph Bottoni. Aber das Duo liegt auf Platz 24 und konnte noch keine Akente im Vorderfeld setzen.

Das führende holländische Nacra 17 mit Match Racerin Mandy Mulder und ex F18 Weltmeister Vorschoter Thijs Visser

Das führende holländische Nacra 17 mit Match Racerin Mandy Mulder und ex F18 Weltmeister Vorschoter Thijs Visser. © Marina Könitzer

Der STG Gesamt-Koordinator Joachim Hellmich sagt in Palma: “Wir dürfen die Ergebnisse hier nicht überbewerten. Es gab große Schwierigkeiten mit dem neuen Boot. Die Ruderblätter machten ständig Probleme, die Karbonmasten wurden ganz aus dem Verkehr gezogen und durch Alumasten ersetzt. Das sind nur einige der Kinderkrankheiten dieses Bootes. Aber das wird schon!

Selbst Iker Martinez und andere Größen segeln nur im Mittelfeld – das zeigt, dass man sich hier noch verbessern kann. Auch Silke und Lisa haben mehr drauf. Und diese neuen Mannschaften, die alle bis 2016 nach Rio wollen, müssen erstmal realisieren, dass 250 Wassertage angesagt sind – da kann man nebenher nicht viel anderes  machen.”

49er Olympiasieger und ISAF Weltsegler des Jahres Iker Martinez muss auf Platz 22 noch Lehgeld zahlen.

49er Olympiasieger und ISAF Weltsegler des Jahres Iker Martinez muss auf Platz 22 noch Lehgeld zahlen. © Marina Könitzer

Ergebnisse SAR Sofia Mapfre World Cup

Eventseite SAR Sofia Mapfre World Cup

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Carsten Kemmling

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3 Kommentare zu „SAR Sofia Mapfre World Cup: Heil/Plössel mit Hattrick an die 49er Spitze“

  1. avatar Sönke sagt:

    Waren bei den Nacra 17 keine anderen deutschen Teams am Start?

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    • avatar Hobby-Regatteur sagt:

      Doch,
      in der aktuellen Liste ist GER auf den Plätzen 23, 26, 31 und 33 (von 34) zu finden. Es ist schade dass über die anderen drei so wenig berichtet wird.

      Platz 23: Charlotte Müller segelte zuletzt 29er, davor 420er und Opti. Maximilian Said segelt F18, er kennt den N17 aus den Trials in Santander vor etwa einem Jahr.

      Platz 26: Silke Hahlbrock segelte zuletzt erfolgreich Matchrace, davor 420er. Der Schweizer Christoph Bottoni lebt derzeit in Deutschland, segelt schon lange erfolgreich (Olympiateilnahme 2008 im Laser).

      Platz 31: Lisa Rattemeyer segelte zuvor Laser Radial, Christoph Engel Contender. Sie ist beim STG unter “Nationalmannschaft” gelistet (dort noch mit “?” als Teampartner).

      Platz 33: Stevie Rumpf ist ein erfahrener Katamaransegler, Anna Bettina Goos ist seit 2011 seine Vorschoterin bei Hobie 16 Regatten.

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