Schnellsegler-Worlds: 49er-Frauen starten mühsam – Kohlhoff/Stuhlemmer Nacra 6.

Tops und Flops

Erik Heil und Thomas Plößel haben am zweiten Tag der 49er-WM in Auckland nach einem kleinen Rückschlag die Nerven bewahrt.  Schmidt/Böhme holen auf, und auch bei den Nacra17 lief es gut.

Man kann eine Regatta nicht am ersten Tag gewinnen – aber verlieren. Diese viel zitierte Weisheit im Segelsport soll heißen: Man muss nicht sofort Vollgas geben und höchstes Risiko fahren – erstmal solide in die Serie kommen. Das ist insbesondere Victoria Jurczok und Anika Lorenz bei der 49erFX WM in Auckland gänzlich missglückt.

Die Japanerinnen zeigen ungeahnte Trapezkünste. © Jesus Renedo / Sailing Energy

Die Olympia-Neunten von Rio sind mit einem rabenschwarzen Tag in die erste Olympiaqualifikation gestartet. Mit der Serie 26/20/14 und einem Frühstart im vierten Rennen bei jeweils 29 Booten in zwei Gruppen liegen sie in der Flotte von 61 Booten auf Rang 50. Fünf Qualifikationsrennen verbleiben noch, um den Sprung in die Goldfleet (25 Boote) zu schaffen.

Tina Lutz und Susann Beucke starten solide in die WM. © Jesus Renedo / Sailing Energy

Deutlich solider starteten die Konkurrentinnen Tina Lutz und Susann Beucke in die Qualifikation. Sie liegen zwar auf Platz 21, aber der Abstand zur Spitze ist überschaubar. Dabei müssen sie insbesondere die Nationen-Quali im Auge behalten. Sechs Tickets werden in Auckland noch vergeben. Zurzeit rangieren aber noch Crews aus neun nicht qualifizierten Ländern vor dem besten deutschen Boot. Der Cut liegt zurzeit bei Rang 13. Der Abstand von sechs Punkten ist aber noch minimal.

49er Frauen im Flug-Modus. © Jesus Renedo / Sailing Energy

Besser sind Paul Kohlhoff und Alicia Stuhlemmer in die Nacra17 WM gekommen. Nach 7/1/6/4 liegen sie auf Platz sechs und haben noch kein echtes Streichergebnis eingefahren. Auch sie müssen noch das Nationen-Ticket lösen, aber das scheint nur eine Formsache zu sein. Die Katamaran-Flotte ist mit 52 Booten relativ klein und die Varianz in der Ergebnisliste wegen größerer Leistungsunterschiede geringer. Das deutsche Duo segelt bei dieser WM um Spitzenplätze.

Der deutsche Spitzen-Kat im Start-Getümmel. © Jesus Renedo / Sailing Energy

Starker erster Tag von Kohlhoff/Stuhlemmer im Nacra 17

Das gilt auch für Erik Heil und Thomas Plößel im 49er, die nach dem grandiosen ersten Tag im gelben Trikot der führenden Crew segeln mussten und nach drei weiteren Rennen auf Platz drei der Ergebnisliste liegen.

Im zweiten Rennen des Tages mussten sie aber nach Platz 5 zum Auftakt einen Rückschlag hinnehmen. Nach einem eigentlich soliden Lauf im Bereich eines sechsten Platzes, stürzten sie bei der letzten Vorwind auf den vorletzten Rang 27 ab. Das Ruder war gebrochen. Offenbar ein Fabrikationsfehler der Werft. Nach dem Schock kamen sie aber wieder gut in Fahrt und zählten die Plätze 3/6.

Heil/Plößel schlagen nach einem Missgeschick im vierten Lauf zurück.

Die 27 Punkte dürfen momentan gestrichen werden, aber sie können noch sehr weh tun. Denn in den 18 Rennen der Gesamtserie (exkl. Medalrace) gibt es nur einen Streicher. Und es ist normalerweise zu erwarten, dass die höheren Punktzahlen eher in den geplanten acht Goldfleet-Rennen gegen die stärkere Konkurrenz zustande kommen. Viel Platz für weitere Fehler ist nun nicht mehr vorhanden.

Nach einem eher verhaltenen ersten Renntag haben sich Justus Schmidt und Max Böhme eindrucksvoll im Kreise der Besten zurückgemeldet. Mit 5/7/3/3 lieferten sie die drittbeste Serie des Tages ab und stießen auf Rang 14 vor.

Die in der internen Olympiaqualifikation mit favorisierten WM-Dritten Tim Fischer und Fabian Graf haben mit zwei vierten Plätzen zum Schluss auch gezeigt, dass sie es können. Aber ein gegen die Dänen Stephensen/Hoffmann verlorener Protest im zweiten Rennen – kurz nach dem Start nicht vom Leeboot freigehalten – wiegt schwer und sie müssen in den verbliebenen vier Läufen von Rang 43 noch 20 Punkte aufholen, um die Goldfleet der Topp 25 Boote zu erreichen.

Die Superstars Peter Burling und Blair Tuke legen den Hebel auf den Tisch. © Jesus Renedo / Sailing Energy

An der 49er Spitze haben die Österreicher Bildstein/Hussel ihren Lauf fortgesetzt, der schon mit dem Sieg bei der Vorregatta begonnen hat. Sie liegen einen Punkt vor den Olympia- und America’s Cup-Siegern Peter Burling und Blair Tuke.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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