Segel-Bundesliga: 6 Aufsteiger stehen fest – Blankenese siegt vor Lindau und Strelasund

Ein verdammter Punkt

Die Highlights von Glücksburg:

Das letzte Rennen in Glücksburg hat es in sich. Die Aufstiegsplätze werden durch Zehntel-Punktabstände entschieden. Wer hinter den erfolgreichen sechs Teams aus fünf Bundesländern steht.

Segel-Bundesliga Relegation

Segeln bis zum Sonnenuntergang am ersten Tag. © Sven Jürgensen

Was für ein Drama im letzten Flight. Sven Möller Steuermann vom Duisburger Segel-Club lässt den Kopf hängen und Spieltertrainer Peter Stein (50), der 2013 seinen vierten Match Race Titel holte, kann seine jeweils halb so alte Mitsegler gar nicht mehr aufbauen. Vorletzte sind sie in ihrem elften Rennen geworden. Das würde nicht reichen für den Aufstieg. Die Jungs sind sich sicher.

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Alarm am Leetor© Sven Jürgensen

Bloß nicht hingucken, wie das letzte Rennen der Gegner verläuft. Sie haben es nicht mehr in der Hand. Besonders die Duisburger Yacht-Club Freunde vom anderen Ufer des Heimatreviers auf der Sechs Seen Platte werden im letzten Rennen jetzt an ihnen vorbeiziehen und einen der sechs Plätze für die 2. Liga ergattern.

Aber das passiert nicht. Ex Kielzugvogel Meister Rainer Brockerhoff und sein Team um Vater und Tochter Wedemeyer werden Letzte. Dabei hatten sie schon vier von elf Rennen gewonnen und nun brauchen sie nur einen verdammten Punkt, um den Aufstieg zu schaffen. Aber alles läuft schief. Dieser Sport kann so ungerecht sein.

Ein halber Punkt fehlt zum Glück

Genauso für den Stuttgarter Segel-Club. Der erfolgreiche Platu25 Steuermann Jens  Ahlgrimm (Grün Sailing Team) wird ebenfalls letzter im abschließenden 6er Flottenrennen und holt keinen Punkt. Sein Team scheitert damit nur um einen halben Zähler am Aufstieg.

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Die J/70 Flotte vor Glücksburg. © Sven Jürgensen

Auch der Lübecker Segler-Verein von 1885 schwächelt im letzten Rennen und holt nur zwei Punkte. Aber Svend Hartog, J/22 Spitzensegler und neuer Regattachef der Travemünder Woche, reicht die Finalplatzierung um genau mit einen halben Punkt Vorsprung den sechsten Platz zu erreichen. Für sie hat sich die Arbeit gelohnt. Zusammen mit seinem Team Nils Hartog, Jan Dabelstein und Christian Maass sowie einem Kader von elf Seglern bereiteten sie sich intensiv mit gecharterten J/79 und B/one auf den Aufstieg vor.

Und so passt es dann auch doch noch für den Duisburger Segel-Club, der die Saison 2014 in der 2. Liga auf dem letzten Platz abgeschlossen hatte. Ein Wechselbad der Gefühle. Sie waren vom Scheitern in letzter Sekunde überzeugt, aber nun reicht 1,05 Punkte Vorsprung  für den direkten Wiederaufstieg auf Rang fünf.

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Der BSC passiert im letzten Rennen auf B/one die Flotte von rechts. © Sven Jürgensen

Dieses Kunststück gelingt auch den NRW-Kollegen vom Segel Club Ville bei Köln. Ein Punkt fehlte beim finalen Event in Friedrichshafen, um in der zweiten Liga zu verbleiben. Aber nun holt sich J/24 Steuermann Dirk Strelow, Melges 24 Segler Christopher Gelsdorf und das 505er Erfolgsduo Stephan Böhm mit Gerald Roos, Vize-Weltmeister 2013 und WM 5. 2014, das Startrecht zurück. Mit Platz zwei im letzten Rennen schiebt sich das Quartett noch an drei Konkurrenten vorbei auf Platz vier.

Triumpf der Kieler Woche Sieger

Auf den ersten drei Plätzen geht es deutlich souveräner zu. 505er Weltmeister (2013) Lehmann, der mit seiner Crew vom Blankeneser Segel-Club schon die Kieler Woche in der J/70 gewonnen hatte, gewinnt sechs von elf Rennen. Der Hamburger hatte schon die erste Relegationsregatta im April bestritten. Das Ergebnis war aber enttäuschend. Er nahm das Training auf, übte auf der Alster mit dem NRV, stellte ein gutes Team zusammen und erntet nun den Lohn mit einem Vorsprung von zwei Zählern vor dem Lindauer Segel-Club.

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Auf dem Treppchen. Der BSC vor dem LSC und dem YC Strelasund. © Sven Jürgensen

Der Club vom Bodensee, ist zwar Gründungsmitglied der Bundesliga, schickte aber nach Querelen im Verein in der ersten Saison nicht immer sein bestes Team und stieg ab. Nun nehmen die Lindauer das Unternehmen ernst und bieten Veit Hemmeter am Steuer auf, einen der besten Bodensee-Segler, der unter anderem die Rund Um 2013 mit dem Katamaran “Black Jack” gewann. Der Verein verfügt über mehrere J/70 und hat inzwischen einen regelmäßigen Trainingsbetrieb aufgezogen.

Auf Rang drei landet der Yachtclub Strelasund der mit Conrad Brinkmann, Dirk Hoffmann, Eric Werner in dieser Saison schon die German Open in der Melges 24 gewonnen haben. Diese Erfahrung schadet definitiv nicht. Nur ein schlechtes Finalrennen kostete Rang zwei.

Massenveranstaltung mit 208 Seglern

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Rückwärts gewandter Understatement Jubel beim BSC. © Sven Jürgensen

52 Segel Vereine bewarben sich um die sechs Aufstiegsplätze aus der ganzen Republik. 208 Segler traten in 65 Rennen vor Glücksburg gegeneinander an. Eine Massenveranstaltung, die wie schon im April mit Bravour auf dem Gelände des Deutschen Hochseesportverbandes Hansa (DHH) mit vielen Helfern auch vom Flensburger Segel-Club abgewickelt wurde.

Am ersten Tag wehte es heftig, und zahlreiche Teams kamen an ihre Grenzen. Aber das Material der jeweils sechs J/70 und B/one Boote hielt. Und die weiteren Tage ließ der Wind deutlich nach. Aber das Programm funktionierte. Alle Vereine segelten sechs Läufe, die besten 18 absolvierten weitere vier rund zwölf Minuten lange Rennen.

Die tatsächliche Zusammenstellung der 1. und 2. Liga für 2015 mit je 18 Vereinen steht erst Mitte November nach dem Finale der 1. Bundesliga in Hamburg (31. Oktober bis 02. November 2014) und der Relegation für die 1. Bundesliga ein Wochenende später ebenfalls in Hamburg fest. Dann treten die Vereine auf den Plätzen 13, 14, 15 der 1. Liga gegen 4, 5, 6 aus der 2. Liga an, um weitere drei Erstliga Teilnehmer zu ermitteln.

Ergebnisse 2. Segel-Bundesliga Qualifikation Glücksburg

Die Crewlisten der Qualifikationsteilnehmer

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Am ersten Tag ging mei stärkerem Wind doch einiges schief. © Sven Jürgensen

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Fischers Fritze… © Sven Jürgensen

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505er Weltmeister Class Lehmann mit seinen Blankeneser Jungs, mit den er schon die J/70 Kieler Woche gewann. © Sven Jürgensen

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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