Segel-Bundesliga: Corona-Absage in Bayern – Erster Spieltag vom Chiemsee nach Kiel verlegt

Es geht los

Der erste Spieltag der Segel-Bundesliga 2020 ist zum geplanten Termin (17. – 19. Juli) vom Chiemsee nach Kiel verlegt worden. Nachdem die Bemühungen um eine Genehmigung in Bayern nicht erfolgreich waren, klappt es jetzt in Schleswig-Holstein.

Segel-Bundesliga Start. Der 1. Spieltag beginnt in Kiel. © Lars Wehrmann /DSBL

Im Norden zeigt sich nach wie vor mehr Verständnis für den Segelsport als in anderen Bundesländer. Während man hier früher auf die Boote durfte und zuletzt sogar eine Erlaubnis für die Ausrichtung der Kieler Woche mit wohl 1000 Booten erhielt, darf nun auch der Segel-Bundesliga-Auftakt in Schleswig-Holstein über die Bühne gehen.

Lange Zeit sah es so aus, dass auch die bayerischen Behörden Verständnis für die Besonderheiten des Segelsports und die vergleichsweise geringe Ansteckungsgefahr entwickeln würden. Aber nach großem Einsatz an der Genehmigungsfront musste der Chiemsee Yacht-Club schließlich doch die Segel streichen.

Es ist wohl auch den guten Kontakten von Liga-Initiator Oliver Schwall zu den Vereinen seiner ehemaligen seglerischen Heimatstadt Kiel zu verdanken, dass relativ spontan drei Vereine aus Kiel-Schilksee eingesprungen sind, den Auftakt der Segel-Bundesliga auszurichten. Der Segelclub Baltic, die Segler-Vereinigung Kiel sowie der TSV Schilksee sprangen in die Bresche. Sie sind allerdings schon Liga-erfahren als Mit-Ausrichter des Kiel-Events 2019. Das fand allerdings wie zuletzt üblich in der Innenförde statt, wo die Zuschauer beste Einsicht hatten. Diesmal wird allerdings direkt vor dem Olympiazentrum in Schilksee gesegelt.

Spieltag im Süden noch möglich

Anke Lukosch, Projektleiterin der Segel-Bundesliga, betont, dass mit dieser Lösung nebenbei auch dem ursprünglichen Wunsch der Segler entsprochen wurde, wie in den Jahren zuvor wenigstens einen Liga-Spieltag an der Küste auszurichten. Das hätte der ursprüngliche Saisonplan für 2020 nicht beinhaltet.

Lukosch betont aber, dass es durchaus geplant sei einen weiteren Spieltag im Süden auszurichten, wenn es die Corona-Situation wieder erlaube. Vor der Chiemsee-Absage war schon die geplante Liga-Regatta in Überlingen am Bodensee ins Wasser gefallen. Mitte August soll aber sogar einer von zwei Champions-League-Qualifer in Starnberg stattfinden.

Ob es tatsächlich so weit kommen wird, hängt von der Corona-Infektionslage ab. So haben Berlin, wo gleich zwei Liga-Spieltage stattfinden sollen, und auch Hamburg für das Finale im Oktober längst noch nicht grünes Licht für Regatten mit Vierer-Crews gegeben. Ole von Studnitz, Vorsitzender beim Deutsche Segel-Liga e.V, sagt aber gegenüber SR, dass durchaus noch die Absicht bestehe, am Ende auf die ursprünglich geplanten fünf Spieltage zu kommen.

Segel-Aktivität im Norden und Süden

Die Entscheidung für Kiel hat sich aber wie ein Lauffeuer in der Szene verbreitet. Und an Wochenende wurden vor Schilksee bis zu zwölf J/70-Teams beim Training gesichtet. Aber auch im Süden ist man nicht untätig. Das erste J/70 Bodensee-Battle ging gleich mit 37 Booten über die Bühne – allerdings in der Schweiz (Kreuzlingen).

15 deutsche Crews waren dabei. Eine gute Frühform zeigte das Team vom Segel- und Motorboot-Club Überlingen mit Skipper Henrik Schaal auf Rang vier hinter drei schweizer Booten. Knapp dahinter der Württembergischer Yacht-Club mit Dennis Mehlig am Steuer.

Eventseite Segel-Bundesliga

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Carsten Kemmling

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