Segel-Bundesliga Aufstieg: Steinhude vor zweimal Duisburg, Köln, Schleswig und Berlin

Alte Hasen und junge Wilde

Sechs Vereine unter 58 haben sich bei der Segel-Bundesliga Qualifikation in Glücksburg für die 2. Liga 2016 qualifiziert. Der Schaumburg-Lippische Seglerverein aus Steinhude siegte mit acht Siegen aus elf Rennen.

Qualifikation Segel Bundesliga

Guter Druck in Glücksburg bei der Liga Qualifikation. © DSBL

Florian Reichel, Niels Hentschel, Alexander Gensch und Dirk-Andre Steuer haben ihren Verein SLSV souverän für die zweite Liga qualifiziert. Das Team vom Steinhuder Meer musste beim Gastgeber Deutscher Hochseesportverband HANSA und Flensburger Segel Club und zwei dritte Plätze als schlechteste Ergebnisse zählen und zeigte damit eine beeindruckende Dominanz in beiden Bootsklassen J/70 und B/one.

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Das Podium der Qualifikation in Glücksburg. © DSBL

Die Segler, die unter anderem erfolgreich 15er Jollenkreuzer gesegelt sind (Reichel, Gensch) wie auch Starboot (Hentschel), bereiteten sich akribisch auf diese Regatta vor. So nahmen sie in dieser Besetzung schon bei der Kieler Woche in der J/70 teil und haben fleißig trainiert.

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Die souveränen Sieger aus Steinhude. © DSBL

„Unser Ziel war es, keine Wettfahrt schlechter als mit einem dritten Platz zu beenden. Dass es jetzt der Gesamtsieg in Glücksburg ist, ist der Wahnsinn. Unsere Crewleistung hat uns in die 2. Liga gebracht hat. Es war ein geiles Event, wir freuen uns riesig“, sagt Niels Hentschel.

Sie verwiesen das Familien-Team vom Duisburger Yacht Club an der Duisburger Sechs Seen Platte auf Rang zwei, bei dem Reiner Brockerhoff an der Pinne sitzt. Er war schon Deutscher Vize-Meister im Kielzugvogel und hat in diesem Jahr WM-Bronze bei der J/22 WM in Travemünde als bester Deutscher gewonnen. Sohn Felix wurde in dieser Saison Deutscher Meister an der 505er Vorschot von Düsseldorfer Yacht Club Erstliga-Steuermann Jan Philipp Hofmann.

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Zwei Väter mit ihren Kindern qualifizieren den Duisburger Yacht Club erstmalig für die Liga. © DSBL

Ann-Kristin Wedemeyer (21) ist mit ihrer Schwester Pia Sophie eine der hoffnungsvollsten 49er FX Steuerfrauen beim Sailing Team Germany und belegte Rang 5 bei der Junioren WM. Auf den Kielbooten funktionierte offenbar auch das Zusammenspiel mit Vater Marc, einem ehemaligen Lasersegler an der Bevertalsperre, sehr gut.

Die Duisburger haben damit den Zweitliga Platz vom ihrem Nachbarverein Duisburger Segel-Club übernommen, der sich nach dem Abstieg nun als 41. wie Langenargen (11.), Münster (31.) und Strelasund (38.) diesmal nicht wieder qualifizieren konnte.

Wieder geschafft hat es dagegen der Segel-Club Ville, der überraschend abgestiegen war, nachdem er in Travemünde sogar auf dem Podium gestanden hatte. Aber ein rabenschwarzes Wochenende in Überlingen hatte dann doch die Qualifikation nötig gemacht.

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Der Segel Club Ville darf sich trotz zweit fünfter Plätze zum Schluss über ein erneutes Jahr in der 2. Liga freuen. © DSBL

Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Steuermann Dirk Strelow gehört zu den besten J/24 Seglern in Deutschland, Georg Hecht war Deutscher Meister im Match Race und Stefan Böhm Vize Weltmeister im 505er. Heimatrevier ist der Liblarer See bei Köln, “ein mit Wasser gefülltes Restloch eines ehemaligen Braunkohletagebaus”, wie man bei Wikipedia liest.

Auch die vierten Qualifikanten gehören zu den alten Hasen im Segelsport. Andreas Willim, der mehrfache Deutsche Meister unter anderem im Match Race, hat nach einem Gastspiel in der zweiten Liga für die Entdecker und Seefahrer, diesmal ein Projekt für den Heimatverein Schlei Segel Club rund um seine Familie aufgebaut.

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Das Familien-Team der Willims segelt für den Schlei Segel Club in die zweite Liga. © DSBL

Frau Suzy, langjährige erfolgreich Skipperin eines Damenteams in der Platu, steuerte bei weniger Wind in Glücksburg und übernahm bei stärkerem Wind die Taktik. Für das Handling war ex America’s Cup Profi (United Internet Team Germany) Henning Sohn zuständig. Er brachte Nik Willim (18) die Handgriffe bei, dem aufstrebenden Laser-Talent, das in der nächsten Woche auch schon mit Philipp Buhl trainiert.

Für die Zweitliga Saison sollen noch zwei Segler aus dem ehemaligen Match Race Team von Willim dazu kommen, Sohn Luke, einer der besten deutschen 29er Segler, und weitere Youngster aus dem SSC.

Eine faustdicke Überraschung ist dem jungen Team von der Segler Gemeinschaft Loheider See gelungen, dem zweiten Verein aus Duisburg. Eine solide Serie nicht schlechter als Rang drei verhalf den Youngstern zum Platz in der zweiten Liga.

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Das junge Überraschungsquartett vom Loheider See in Duisburg qualifiziert sich auf Rang fünf. © DSBL

Steuermann Paul Kübel, der als Vorschoter des Kielers Denny Naujok eines der besten deutschen 470er Paarungen bildete, ex Europe Deutscher Jugendmeister Daniel Hagen, und SLS Club Trainer Nikolaj Allkemper mit seinem ehemaligen 29er Steuermann Jens Hedfeld gelang das Aufstieg-Wunder der jungen Wilden.

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Das Youngster Team vom Loheider See. © SLS

Sie platzierten sich noch vor dem SV03 aus Berlin, der schon auf eine Zweitliga Saison zurückblicken kann, dort aber nach Rang 16 in die Qualifikation musste. Steuermann Erik Witzmann segelt unter anderem zusammen mit Daniel Maurer erfolgreich im 20er Jollenkreuzer.

Nach einer sehr starken Qualifikationsserie mit allen 58 Vereinen schwächelten sie kurz zum Start des Top 18 Finales mit den Plätzen 5 und 4. stabilisierten sich aber mit zwei zweiten Rängen. Dennoch waren sie von dem Patzer der Segler Vereinigung Gelting Mole abhängig. Die Crew um Steuermann Sören Hadeler beendete den letzten Lauf auf Rang fünf und verpasste den Aufstieg um nur einen Punkt.

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Der Zweitligist vom SV03 schafft den Wiederaufstieg auf Rang sechs. © DSBL

Ergebnisse 2. Liga Qualifikation für 2016

Crewliste 2. Liga Qualifikation Glücksburg

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Der letzte Auftritt der B/one Flotte im Dienste der Liga. © DSBL

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Segel-Bundesliga Aufstieg: Steinhude vor zweimal Duisburg, Köln, Schleswig und Berlin“

  1. avatar sonnensegel sagt:

    Tolle Bilder und schöner Artikel. Danke Euch…

    Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 0

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