Schweizer Segel-Neustart: Einreisende Segler willkommen – Regatten fast ohne Einschränkung

Zurück zur Normalität

Die Schweizer Regierung hat die Einreisebeschränkungen zum 15. Juni aufgehoben. Damit kann auf den Seen im Süden die Regattasaison auch international durchstarten.

Drachen-Flotte am Thuner See. © Hess Photography

Schon seit dem vergangenen Wochenende ist in der Schweiz das Segeln in allen Bootsklassen ohne Einschränkung erlaubt. Die ersten Regatten konnten stattfinden. Schließlich sind Veranstaltungen mit bis zu 300 Personen gestattet und explizit Sportwettkämpfe ohne engen Körperkontakt – dazu zählt auch das Segeln mit größerer Crew.

Ab dem 15. Juni 2020 wird die Segelei im Süden noch attraktiver, weil das Land nun auch wieder die Einreise von Gästen aus der EU- und EFTA-Länder erlaubt. Der schweizer Regattakalender weist schon für den Juni wieder überwiegend offene Veranstaltungen aus.

Harter Lockdown

Dabei war die Schweiz war zu Beginn der Corona-Krise im März fast genauso schwer betroffen, wie Italien. Die Zahl der Erkrankten lag pro Kopf der Bevölkerung auf dem gleichen Niveau und gut dreimal höher als in Deutschland. Die schnelle Infektionsverbreitung wurde auf die traditionell enge Verbindung zwischen dem Tessin und der Lombardei zurückgeführt und auf die Besucher-Fluktuation während der Skisaison.

Die Schweizer reagierten mit einem harten Lockdown unter Androhung schwerer Strafen. Und die Zahlen sanken schneller als in anderen Ländern. Während Ende März noch täglich deutlich über 1000 neue Fälle gezählt wurden, bewegen sie sich seit Anfang Mai nur noch im zweistelligen Bereich.

Die deutsche Bundesregierung hat längst ihre Reisewarnung aufgehoben, und nun reagieren auch die Schweizer. Die Normalisierung der Bewegungen in der deutsch-schweizerischen Grenzregion hilft besonders auch den Seglern am Bodensee.

Absage wegen vieler Faktoren

Ganz so locker gelingt das “Zurück zur Normalität” aber auch den Schweizern noch nicht. So verkündet aktuell der Regattaverein Brunnen am Vierwaldstättersee und die Drachenklasse trotz der neuen politischen Lage die Absage zweier wichtiger Drachen-Regatten Mitte und Ende August.

Die Erklärung der Klasse: “Nach reiflicher Überlegung und unter Abwägung von Gesundheits- und Sicherheitsaspekten, finanziellen Verpflichtungen sowie einer COVID-19 bedingten realistischen Anzahl teilnehmender Boote, haben wir uns entschieden, den Alpencup und die Schweizermeisterschaft 2020 nicht zu segeln.”

Der ausrichtende Verein: “Leider gibt es immer noch zu viele Faktoren, die trotz der Corona-Lockerungen mitspielen. Einerseits die Feedbacks  von Seglern, dass sie auf eine Teilnahme an den Regatten verzichten wollen und andererseits Bedenken, dass die erforderliche Anzahl Boote für die Durchführung einer Schweizermeisterschaft nicht erreicht wird. Beides waren Gründe für die Drachen-Klasse die beiden Anlässe abzusagen. Der RVB bedauert diesen Entscheid , teilt aber in verschiedenen Bereichen die Bedenken der Klasse.”

Am Thunersee sieht man die Situation offenbar anders. Die vier geplanten Regatten finden statt. Los geht es mit der Jungfrautrophy TYC am nächsten Wochenende (1./14. Juni).

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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