“Sodebo”-Schaden: Nach dem Ruder bricht das Heck ab – Nächste Ausfahrt Kapstadt

"Wie ein Rodeo-Ritt"

Der Schaden am neuen “Sodebo”-Trimaran ist größer als zuerst gedacht. Es fehlt nicht nur das Ruder, auch ein Stück vom Schwimmer riss ab. Dramatische Bilder von Bord. Ein Notstopp ist notwendig.

Nach der Kollision mit einem nicht identifizierten Objekt ist der Schaden an dem neuen Trimaran 100-Fußer “Sodebo” größer, als das Team zuerst gedacht hatte.

Thomas Coville beim hinteren Schwimmer mit dem schräg stehenden Ruder. © Martin Keruzore

Coville und sein Co-Skipper Jean-Luc Nélias mussten das quer unter dem Schwimmer abgeklappte Ruder loswerden.

Coville im Heckbereich ohne das hintere Stück des Schwimmers. Das Rigg wurde gesichert. © Martin Keruzore

Medienmann Martin Keruzoré berichtet von Bord: Bei 20 bis 25 Knoten eiskaltem Wind hätten die beiden Skipper viele Stunden lang hart gearbeitet, um die Situation einigermaßen unter Kontrolle zu bringen.

Das abgebrochene Ruder beschädigte immer mehr den Schwimmer im schweren Seegang und sie mussten es vom Schiff lösen. Die Arbeit auf dem Lee-Rumpf sei “wie ein Rodeo-Ritt” gewesen. Mehrfach sei der mit einer Leine gesicherte Coville fast abgeworfen worden.

“Sodebo” (grün) humpelt den drei Ultims hinterher. Gitana liegt vorne vor Macif.

Schließlich wurden sie das Ruder los und setzten die Fahrt vorsichtig fort. Aber die Situation entwickelte sich erneut kritisch, weil der Schwimmer durch die Ruderschaft-Aufnahme viel Wasser übernahm.

Kurzzeitig bestand sogar die Gefahr, dass der Ultim Multihull sein Rigg verlieren würde. Denn im Bereich des Aufprallpunktes befinden sich auch die Backstag-Befestigungen. Sie mussten die Takelage nach achtern verspannen, aus Angst, dass der Angriffspunkt am Boot weiter geschwächt wurde.

Schließlich riss tatsächlich der achtere Bereich des Steuerbord-Schwimmers ab. Auf der Höhe von Cough Island hielt das schmale Stück Kohlefaserrumpf den Schlägen nicht mehr stand.

“Sodebo” fehlt Steuerbord achtern ein Stück vom Leeschwimmer. © Martin Keruzore

Aber inzwischen hat “Sodebo” seinen Weg nach Kapstadt fortgesetzt. Das Manövrieren ist mit den verbleibenden zwei Rudern noch möglich. Ein Technik-Team soll heute in der südafrikanischen Stadt eintreffen, und am Donnerstag sollen auch der Trimaran im Hafen einlaufen. Die Sodebo-Crew rechnet damit, dass der Reparatur-Stopp 48 Stunden dauert. Ob der Ultim Tri tatsächlich wieder zurück ins Rennen geht, ist noch nicht klar.

Als wenn nichts wäre… © Martin Keruzore

Das Rennen wird nach wie vor von dem Zweikampf zwischen “Edmond de Rothschild” und “Macif” geprägt. Franck Cammas und Charles Caudrelier liegen mit einem Vorsprung von 125 Meilen an der Spitze, verlieren aber gerade an Boden im Vergleich zu Gabart und Gahinet, da sie von schwächeren Winden gebremst werden. Sie steuern eine Wendemarke vor Kapstadt an und beginnen danach die Heimreise nach Frankreich.

Tracker Brest Atlantiques

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Ein Kommentar „“Sodebo”-Schaden: Nach dem Ruder bricht das Heck ab – Nächste Ausfahrt Kapstadt“

  1. avatar Keine Name sagt:

    Und wieder 100 KG mehr Plastik im Meer. Aber hey, Segeln ist ein sauberer Sport.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 9 Daumen runter 4

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