Solitaire du Figaro: Stromschnelle vor Alderney – Drei kamen durch, andere liefen auf

Gefangen im Strom

Bei der Solitaire du Figaro Einhand-Regatta ist das Gros des Feldes bei Alderney von extremer Strömung zurück geschoben worden. Ein Boot geriet auf die Felsen. Drei kamen durch. Irres Video.

Selbst bei einer Langstreckenregatta hilft es manchmal, schon ziemlich früh ganz vorne zu segeln. Zwar machen wechselnde Bedingungen oft eine frühe Führung wertlos, wenn etwa die Spitze in einer Flaute stoppt, und sich das ganze Feld wieder zusammenschiebt. Manchmal können aber auch ein paar Meter Vorsprung darüber entscheiden, ob man den Absprung ganz nach vorne schafft.

Auf die Rockies getrieben. © Alexis Courcoux

© Alexis Courcoux

© Alexis Courcoux

Eine extreme Variante dieser Grundlage von Segelregatta-Dramaturgien hat gerade bei der Solitaire du Figaro Einhand-Regatta wohl für eine Vorentscheidung bei dieser Veranstaltung geführt. Und zwar so früh wie nie zuvor bei dieser traditionsreichen Regatta.

Drei Skipper erwischten knapp 24 Stunden nach Beginn der 450 Seemeilen langen dritten Etappe die Passage um die Kanalinsel Alderney perfekt, indem sie das Seegebiet bewältigten kurz bevor die Gegenströmung so stark wurde, dass die Figaro-Yachten nicht mehr gegen an kamen.

Mit flappendem Spi möglichst nahe unter Land, um die Stromschwelle zu passieren. © Alexis Courcoux

Alex Loison (Region Normandie), Gildas Mahé (Breizh Cola-EquiThé) und Anthony Marchand (Groupe Royers-Secours Populaire) schafften den Absprung, während sich der Rest der 46 Yachten an dem notorischen Strömungstor versammelten.

Dabei dürfte sich insbesondere Yoann Richomme ärgern, der die Gesamtwertung nach einem ersten und zweite Platz auf den ersten beiden Etappen souverän anführte und sich auch auf der dritten Etappe im Spitzentrio der Stromschnelle näherte. Aber er schaffte nicht die Passage, blieb wie die anderen auf der Stelle liegen und segelt nun auf Rang 15 zwar aber fast 70 Meilen achteraus.

Bei der Gegenströmung schiebt sich das Feld unter Land zusammen. © Alexis Courcoux

Das Problem bei dieser Regatta: Nicht die Plätze zählen, sondern die addierte Zeit. Die Top Drei hatte er in der Gesamtwertung schon mehr als 10 Stunden distanziert, aber diese eine Entwicklung dürfte sie uneinholbar nach vorne bringen.

Noch härter erwischte es allerdings Tanguy Le Turquais (Groupe Queguiner-Kayak), der beim Kampf mit der Gegenströmung auf die Steine trieb. Zwei Stunden dauerte es bis ihn ein Sicherheitsboot aus der misslichen Lage befreien konnte. Er gab das Rennen auf, das Boot soll aber keine extremen Schäden aufweisen.

Tracker Solitaire du Figaro

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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