Knarrblog: Spektakuläres Moth Video vom vierten WM-Tag

Ich will auch so eine!

Es mag hierzulande nicht von allerhöchstem Nachrichtenwert sein, wer downunder die Motten WM gewinnt. Aber die Bilder, die jetzt auch wieder über das Video vom vierten Tag am Lake Macquarie in Belmont transportiert werden, üben eine ungeheuere Faszination aus. Die Motten haben den Segelsport längst revolutioniert.

Start zum Starkwindrennen. Kontrolliert mit Fullspeed über die Linie. © Th. Martinez

Diese Schwerelosigkeit, mit der die filigranen Sportgeräte über das Wasser toben, wäre noch vor wenigen Jahren nicht vorstellbar gewesen. Nun halten sie WM Rennen wie an diesem vierten Tag bei 25 Knoten Wind ab. Dabei wagen sich schon viele Jollensegler nicht mehr auf das Wasser.

Und man kann nicht sagen, dass es nur die Superstars über den Parcours schaffen. Ich habe vor einigen Jahren eine der ersten Flügel-Motten für eine Reportage gesegelt und war erstaunt, dass es viel leichter war als es aussieht, auch wenn ich bei einem Schleudersturz noch nie so weit geflogen bin. Die neuen Designs sollen inzwischen noch viel einfacher zu handhaben sein.

Es ist ein geniales Gefühl, wenn sich das Schiff aus dem Wasser hebt und extrem beschleunigt. Man erwartet jetzt die lauten Geräusche der prasselnden Tropfen unter dem Rumpf bei maximaler Gleitfahrt. Stattdessen wird alles ganz leise. Eine neue Dimension.

Okay in der Silverfleet sind im letzten Starkwind-Rennen nur noch 24 Schiffe von 54 ins Ziel gekommen. Aber in der Goldfleet gab es nur sieben Ausfälle bei 56 Schiffen. Das zeigt, dass ein seriöses Wettrennen auch bei viel Wind möglich ist.

110 Schiffe sind am Start. In Australien sind noch wenige Europäer dabei. Aber was spricht dagegen, dass auch deutsche Menschen so ein Boot beherrschen. Es sollte ein richtig cooles Boot für die Jugend sein. Aber der Preis für eine aktuelle Mach 2 Motte stört. Er beträgt  je nach Kurs zwischen 16 und 18000 Euro.

Die Entwicklung zur Bladerider Einheits-Motte machte Hoffnung, dass es einmal günstiger werden könnte. Diese Boote sollten auch auf dem Gebrauchtbootmarkt zur Verfügung stehen. Aber sie wurden inzwischen von der Mach 2 abgelöst.

Und die jüngsten Bestrebungen zum Flügelsegel sind nicht gerade dazu angetan, die Motte zur spektakulären Massenklasse zu machen, die dem Segelport viele neue Fans bringen könnte. Wenn das Schiffchen nicht den Status der Bastelklasse verliert, wird es wohl noch länger sein Nischen-Dasein fristen.

Zurzeit strömen jedenfalls die Segler in die Klasse und sind schneller als die ältere Bastler-Generation. Kein Wunder, dass 49er Segler vorneweg fahren. Sie sollten die besten Reflexe für diese Art von Geschwindigkeit ausgebildet haben. Aber es geht wohl eher um den professionellen olympischen Ansatz, der ihnen in der Klasse hilft.

Wie auch immer. Ich will auch so eine…

Kollege Andreas ist da schon etwas weiter. Vielleicht lässt er mich mal.

Ergebnisse Goldfleet
Ergebnisse Silverfleet

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Carsten Kemmling

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5 Kommentare zu „Knarrblog: Spektakuläres Moth Video vom vierten WM-Tag“

  1. avatar Christian sagt:

    ja, ich will auch… aber seufz, da sich der Kilopreis von solchen Hightech-Rennern langsam aber sicher dem Kilopreis von Gold annähert, ist Moth segeln echt ein teuer Spaß. Zumal Schäden an den Foils usw. schon recht oft vorkommen und man entweder viel Bastelzeit oder Geld für den Unterhalt investieren muss.

    Bladerider bekommt man gebraucht zwar inzwischen ab 8.000 Euro, aber die sind international nicht mehr konkurrenzfähig und gelten als arg empfindlich. Ältere Foiler foilern oft nicht wirklich und sind selbst national nicht mehr konkurrenzfähig. Ein kostengünstiger “Jedermanns-Foiler” ist nicht in Sicht, dazu ist eine Moth einfach zu aufwändig gebaut. Und der Flügel macht die Sache nicht einfacher, wobei derzeit völlig offen ist, ob er sic je durchsetzt.

    Schade, schade. Und da A-Cat segeln preislich auf dasselbe kommt, gibt es nicht mal ein wirkliche Alternative. Seufz

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  2. avatar Manfred sagt:

    Hallo Christian,
    so so, Du willst also gleich international konkurrenzfähig sein und meinst die Bladerider taugt nicht dafür. Da bin ich anderer Meinung. Drück das Ding Nathan in die Hand und gib ihm dazu das neue, etwas längere Ruder, z.B. von der Assasin mit auf die Bahn und er würde uns zeigen, wie gut das noch geht mit dem Teil. Und wenn er dann noch ein neues Schwertfoil nimmt, 60mm an den Enden absägt, wäre er vermutlich auf dem Podium. Alles hängt in erster Linie vom Training ab und da sind die Top 5, die jetzt vorne sind einfach besser austrainiert. 1. In der Gruppe “Moth Squad” wurde sich langsam hochgeschaukelt. Vom 20kn Club jetzt in den 30kn Club, 2. Morgens um 07.00h in Sydney die erste Einheit auf dem Wasser noch vor dem Job. 3. Fünf bis sechs Tage die Woche Training und Boots Optimierung.

    Am besten man lässt sich davon nicht abschrecken, kauft sich so ein Teil und kommt einfach mal zu den Regatten. Wenn dann permanent Podiums Plätze dabei rauskommen und das gebrauchte BR Teil dadurch im Preis wieder steigt, einfach auf die dann aktuelle Motte (Konstruktionsklasse, da ist immer Entwicklung drin) umsteigen und international den Durchbruch schaffen. Wir würden uns darüber freuen!
    Smooth Sailing!

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  3. avatar Christian sagt:

    Moin Manfred,

    deinen milden Spott weiß ich zu schätzen. Ne, mit Nathan würde ich nie in der selben Liga segeln können, das beanspruche ich aber auch nicht.

    Freilich gibt dein PostingAufschluss über das, was an den Foiler Motten genau das Problem ist: Um wenigstens beim Material halbwegs konkurrrenzfähig zu sein, muss ständig modifiziert werden. Und das ist teuer. Leider hab ich auch keinen Zugang zu SP-Materialien, um es selber zu machen…

    Was die Einschätzung des Bladeriders angeht: Niemand lästert mehr über ihn als die Moth-Community selber 😉 Wie heißt er bei einigen deiner Kollegen? Blödrider.. tss, tss

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  4. avatar Manfred sagt:

    >>Was die Einschätzung des Bladeriders angeht: Niemand lästert mehr über ihn als die Moth-Community selber Wie heißt er bei einigen deiner Kollegen? Blödrider.. tss, tss<<

    Hallo Christian,
    da kann ich mich leider nicht zurückhalten. Das muss einfach mal kommentiert werden. Ist auch so eine typische Moth Community Geschichte, die Bemerkung. Denk mal zurück, vielleicht fallen Dir irgendwelche deutschen Mottensegler vor ca. 2007 ein. Mir sind die jedenfalls nicht aufgefallen. Reine Bastelecke. Selten mal heil über den Parcour gekommen. Ziemlich geschlossener Kreis. Segelten auf irgendwelchen Tümpeln. Dann kamen plötzlich so Segler wie ich daher und kauften sich eine Motte und segelten (foilten) damit. Und das waren dann die "Blödreiter". tzz tzz, einfach was von der Stange gekauft und ohne zu basteln den Bastlern "fast" um die Ohren gefahren. Neid. (OK, OK, ich will in keinster Weise den internationalen Erfolg von Sven K. schmälern, der hat mir ja auch die Funktion eines Foilers erklärt.)

    Ja, der Bladerider, vor allen Dingen Rohan, haben schon etwas bewirkt. Heute eine der Klassen mit den meisten Veröffentlichungen. OHNE sich bei der Presse anzubiedern. Und was den Bladerider betrifft. Ein gutes Boot, ein sehr gutes Produkt. Habe mehrere gesegelt und wie auch hier bereits berichtet, bewähren die sich sogar in einer Foiler Schule bei Alan´s http://www.pro-vela.com. Was also soll daran blöd sein, ausser dem "blöden Reiter"?

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  5. avatar Christian sagt:

    Hallo Manfred, ob der Bladerider taugt oder nicht, kann ich nicht beurteilen, habe ja leider keinen. Wenn man aber in der Mothsphäre rumsurft, sieht man schon einiges Geläster darüber. Mag sein, dass das vor allem einer bestimmten Sorte Segler gilt. Diese Sorte gibt es übrigens in allen Skiffklassen, kenn ich zur Genüge…

    Wie auch immer: Mothsegeln ist bestimmt sehr geil, die aktuelle WM hat einen echt gefesselt und umso mehr bedaure ich es ähnlich wie Carsten, dass die Eintrittskarte nicht billig ist. Aber das ist ja nicht nur bei den Motten so.

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