Sportler des Jahres: Hamburg würdigt Philipp Buhls historischen Erfolg – Herrmann gratuliert

Ein Bayer im Norden

Segler werden in der Sportstadt Hamburg normalerweise nicht an herausragender Stelle geehrt – und Bayern schon gar nicht. Philipp Buhls Laser WM-Titel reichte aber für eine historische Würdigung.

Der Titel Sportler des Jahres ist in Hamburg traditionell eher Ruderern, Hockeyspielern oder Fußballern vorbehalten. Zuletzt siegte der Deutschland-Achter-Ruderer Torben Johannesen dreimal in Folge. Nun geht der Titel zum ersten Mal an einen Segler. Bei der Hamburger Sportgala wurde fachkundig gewürdigt, dass 2020 keinem deutschen Sportler in einer olympischen Sommersport-Disziplin ein WM-Titel gelang.

Die Jury platzierte folgerichtig Buhl vor dem Schwergewichts-Boxprofi Peter Kadiru (23, Deutscher Meister) und Ruderer Torben Johannesen (26, Europameister). Bei der Wahl zu Deutschlands Sportler des Jahres 2020 war die Leistung noch nicht entsprechend wertgeschätzt worden als Buhl auf Platz 12 von 20 Nominierten unter anderem hinter dem Ringer-Europameister Frank Stäbler (7.) gezählt wurde.

Boris Herrmann beglückwünscht Philipp Buhl bei der digitalen Hamburger Sportler des Jahres Ehrung © HA

Dabei hatte Abendblatt-Redakteurin und Moderatorin Vanessa Seifert (21) Mühe, den historischen Erfolg im Live-Gespräch mit Buhl einzuordnen. Es ist ja auch nicht einfach mit diesem komischen Sport. Insofern war es geschickt, Einhandsegler-Kollege Boris Herrmann als Überraschungsgast auftreten zu lassen. Seine Erfolge wurden in den Hamburger Medien eng begleitet.

Die Hauptperson Buhl ging bei der Schalte nach Portugal aber etwas unter. In der Hansestadt mag man etwas fremdeln mit der olympischen Laser-Disziplin und dem Akzent des Ur-Bayern, der eigentlich für den Segelclub Alpsee-Immenstadt startet. Aber seit einigen Jahren hat er sich auch dem NRV in der Stadt angeschlossen, wo auch seine Freundin wohnt. Dabei partizipiert er nach eigenen Angaben nicht am Budget des NRV-Olympic-Teams, vielmehr hilft ihm das Netzwerk des größten deutschen Segelclubs. Fünf von sechs Booten, die sich für die Olympischen Spiele in Japan qualifiziert haben, führen inzwischen das NRV-Kürzel auf dem Heck.

Man hätte Philipp Buhl fragen können, was er gerade im portugiesischen Vilamoura macht. Dort startet ab Montag die wohl einzige hochkarätige Laser-Regatta des Jahres vor den Olympischen Spielen. 150 Segler aus 41 Nationen stehen auf der Meldeliste. Bis zum 24.5. sind zwölf Rennen geplant. Außer den starken Neuseeländern und Australiern ist die gesamte Weltelite am Start – ebenso bei den Frauen mit 97 Starterinnen.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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