SR Interview: Robert Scheidt bei den Laser Worlds – Mit 47 Jahren zu den Olympischen Spielen

Lebende Legende

Bei der Laser-WM in Melbourne wurde wie bei den 49ern und Nacra17 nicht gesegelt. Lena Weißbichel hat die Chance genutzt, mit Segel-Superstar Robert Scheidt zu sprechen.

Bei der Laser-WM in Melbourne steht wieder einmal Robert Scheidt im Mittelpunkt. Und die Frage: Schafft es der neunmalige Weltmeister tatsächlich, auch mit 46 Jahren den meist halb so alten Gegnern Paroli zu bieten?

Der Brasilianer, fünffacher Medaillengewinner bei Olympischen Spielen, hatte vor einem Jahr den Rücktritt vom Rücktritt erklärt, und versucht es nach einem gescheiterten Ausflug in den 49er noch einmal im Laser.

Robert Scheidt

Robert Scheidt und Gabriel Borges bei der 49er-WM 2017. © 49er Worlds

Reichen Fitness und Erfahrung, um sich noch einmal auf Augenhöhe mit den Besten zu bewegen. Gelingt es ihm, alle negativen Auswirkungen, die sein gehobenes Alter mit sich bringen, außer Kraft zu setzen?

In der vergangenen Saison hat er ganz nebenbei die Star-EM im Sekunden Finale gewonnen und sich als stolzer Opti-Vater präsentiert. Im Laser maß er sich nur viermal mit der Weltspitze und liegt in der Weltrangliste auf Platz 85. Die Ergebnisse 2019 sind mit 10/12/11/12 zwar durchaus bemerkenswert – darunter auch Rang 12 bei der WM, der gleichzeitig die Qualifikation für Olympischen Spiele bedeutete, seine siebten.

Scheidt bei seinem Comeback-WM-Sieg im Oman © Sailing Energy/World Sailing

Aber er will mehr. Am liebsten noch eine weitere Medaille. Platz vier bei dem Heimspiel in Rio 2016 war einfach zu unglücklich, aber durchaus ein Erfolg. Zuvor war er sensationell nach seinem Laser-Comeback 2013 zum neunten Mal Weltmeister geworden, und vor dem Zuckerhut scheiterte er nur um vier Punkte an einer Medaille. Eine Plastiktüte am Schwert kostete ihn das Edelmetall.

Chance in der WM-Finalrunde

Diesmal scheint er bei der WM nun doch weiter von der Form entfernt, die ganz vorne mitspielen lassen könnte. Nach der Qualifikationsphase  liegt der deutsch stämmige Brasilianer auf Rang 29 der Rangliste (Ergebnisse Laser WM). Das ist noch nicht ausreichend für seinen Anspruch. Zumal die absoluten Spitzenplätze bisher fehlen.

Aber nun beginnt die Goldgruppen-Phase. Die besten 42 Boote treten im direkten Vergleich gegeneinander an, und nehmen sich die Punkte gegenseitig weg. Da sind noch viele Verschiebungen drin.

Nach dem Ausfall des ersten Tages bleiben nun nur noch zwei Tage Zeit für die Finalrunde. Aber die Wettfahrtleitung hat angekündigt, dass versucht werden soll, drei statt der zuvor geplanten zwei einstündigen Rennen pro Tag, durchzuziehen.

Auch Philipp Buhl muss sich noch einmal voll reinhängen, auch wenn er mit der unglaublichen Serie von (4)/1/1/1/1/2 in den Gruppenrennen unangefochten an der Spitze liegt. Robert Scheidt liegt 43 Punkte zurück. Wenn es für Buhl dumm läuft, kann ein solches Polster schon in einem Rennen so gut aufgebraucht sein.

Größte Erfolge von Robert Scheidt

Olympische Goldmedaille – 1996 und 2004
Olympische Silbermedaille – 2000 und 2008
Olympische Bronzemedaille – 2012
9 Laser-Weltmeisterschaft-Titel – 1995, 1996, 1997, 2000, 2001, 2002, 2004, 2005 und 2013
Starboot-Weltmeister 2007 und 2011 gemeinsam mit Bruno Prada

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

2 Kommentare zu „SR Interview: Robert Scheidt bei den Laser Worlds – Mit 47 Jahren zu den Olympischen Spielen“

  1. avatar Steffen Pöhlmann sagt:

    … was für ein netter Kerl!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

  2. avatar Laser-fan sagt:

    Nur der Form halber: die Seglerin welche das Interview führte, heisst Lena Weißkichel! 😉

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