Star Sailors League: Schönherr erkennt seinen Fauxpas – KO-Finale live ab 13 Uhr

"Situation falsch eingeschätzt"

Der dänische Meistersegler Jorgen Schönherr reagiert bei der Starboot-EM auf seinen haarsträubenden Fehler. Vor dem Finaltag hat Robert Scheidt seine Führung verloren.

Star Sailor League

Strittige Startsituation. Schönherr kommt mit Wind von Backbord zur Linie und “foult” die Niederländer. © Gilles Morelle/SSL

Der Däne Jorgen Schönherr hat mit einem Facebook-Post auf die Situation reagiert, die bei der Live-Übertragung des dritten Rennen der Starboot-Europameisterschaft am Gardasee für viele Diskussionen gesorgt hat. Der 62-jährige FD-, 505er- und Drachen-Weltmeister hatte bei einem brutalen Steuerbord-Start sowie in der Nachstartphase  Regelverletzungen begangen, sich aber nicht mit Strafkreisen bereinigt.

Er schreibt nun: “Bei dem Bestreben, eine gute Startposition zu erreichen, kann es manchmal wirklich schief gehen. Das ist uns im dritten Rennen bei der Starboot-Europameisterschaft passiert, als wir versuchten, das niederländische Boot am Pin end zu unterwenden. Ich habe die Situation sehr falsch eingeschätzt und bin zu nahe an dem Luvboot gewendet. Nach Ansicht des Vorfalls auf Video noch in der gleichen Nacht war es für uns offensichtlich, dass wir einen Fehler gemacht hatten und zu nahe bei dem  niederländischen Boot gewendet waren. Deshalb haben wir am nächsten Morgen als erstes der Jury mitgeteilt, dass wir dieses Rennen nachträglich aufgeben wollen.
Nach dem schlechten Rennen gestern ist unsere Chance, im Finale zu landen, damit vorbei. Aber das Spiel ist bei diesem großartigen Event noch voll im Gange, und es wird spannend sein, den Kampf der Spitzenteams um das Podium zu verfolgen.”

Ein Rennen ist am Sonntag noch zu segeln bevor die Top Ten der aktuell 89 Boote starken Flotte feststehen, die das Finale bestreiten werden.

An der Spitze haben überraschend Mateusz Kusznierewics (Polen) und Frederico Melo (Portugal) das brasilianische Duo Scheidt/Boening von Rang eins verdrängt und nun beste Chancen direkt in das Finale der besten vier einzuziehen. Die Zweitplatzierten ziehen direkt in das Halbfinale der Top sechs ein. Die übrigen acht Boote segeln in einem Rennen um fünf Plätze, die sie in die nächste Runde bringen.

Die größte Überraschung in der Liste der Top Ten ist zurzeit der Italiener Roberto Benamati mit Alberto Ambrosini. Benamati (58) war 1991 Starboot-Weltmeister ist aber bei der Star Sailors League bisher noch nicht ins Rampenlicht getreten.

Die Rangliste vor dem letzten Rennen. Zehn Teams ziehen in das Finale ein. Merkelbach/Koy müssen noch vor den Iren zittern

Besonders spannend wird das neunte Rennen aber für den deutschen Klassenpräsidenten Hubert Merkelbach mit Markus Koy. Sie liegen auf dem rettenden zehnten Platz weisen aber nur einen Vorsprung von drei Punkten auf. Auf Platz elf lauern die Iren. Der zweimalige Olympia-Teilnehmer Peter O’Leary kommt mit seinem Bruder Robert immer besser in Fahrt. Als weiterer Deutscher hat Frithjof Kleen an der Vorschot von Diego Negri weiterhin beste Chancen, ganz vorne zu landen. Das Duo ist gut in Form un liegt zurzeit auf Rang drei.

Das letzte Fleetrace soll bereits um 8.30 Uhr beginnen und wird voraussichtlich wieder mit dem Nordwind “Peler” gesegelt, der auch schon beim achten Rennen für starke Schwankungen gesorgt hat.

Die K.o.-Runden beginnen um 13 Uhr mit dem Viertelfinale. Es folgen Halbfinale und Finale, in dem der neue Europameister und Gewinner des SSL Breeze Grand Slam ermittelt wird. Erst dann ist klar, wer den Löwenanteil des Preisgelds in Höhe von 100.000 US-Dollar kassieren darf.

 

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Carsten Kemmling

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