Start-Crash-Video: Taktiker Danielson nimmt Stellung

"Unberechenbare Steuerleute"

Mike Danielson, der sich im gestern veröffentlichten Video bei einer Start-Kollision beide Beine brach, äußert seine Ansicht zu dem Vorfall bei der Banderas Bay Fun Regatta in Mexiko.

Crash an der Startlinie

Sekunden bis zum Crash mit der Hunter in Lee. Haarige Annäherung zur Startlinie mit maximalem Speed.

Der Taktiker erklärte den Vorfall bei dem US Segelportal Sailing Anarchy. Demnach übernehme Danielson die Verantwortung auf verschiedenen Ebenen. Er habe die beiden Schiffe in Lee beim Luvkampf beobachtet und  bis 12 Sekunden vor dem Start einen Ausweichplan gehabt für den Fall, dass sich die Lücke am Startschiff schließen würde. Aber dann sei die Türe weit aufgegangen.

“Mein größter Fehler war es, nicht von den unsteten Bewegungen des Gegners zuvor zu lernen und nicht sein extremes Mannövrieren später zu antizipieren.”  Natürlich sei die Banderas Bay Regatta für Fahrtensegler gedacht und sei entsprechend entspannt anzugehen.  Aber es gebe immer genug Leute, die gerade genug wissen, um gefährlich zu sein. Sie puschen oft ziemlich hart, um zu zeigen, dass sie wirkliche Rennsegler sind.

“Ich segele seit meinem ganzen Leben Regatten und sollte wissen, dass so etwas passieren kann. Ich sollte nach unberechenbaren Steuerleuten Ausschau halten und meinem Steuermann die nötige Zeit und Information geben, um mit diesen Typen klarzukommen, die in den Wind luven und jemanden bis zum Mond mitnehmen. Ich sah die Anzeichen, dass er agressiv hochkommen würde. Und obwohl er uns nicht gewarnt hat, hätte ich es antizipieren müssen.”

Als “Camelot” hochgedreht sei, habe auch der eigene Steuermann angeluvt, aber eben nicht so schnell. “Meine Beine sind gebrochen, als ich von den Füßen geholt wurde und auf dem Achterdeck heruntergerutscht bin. Die Unterschenkel gerieten gerade zur falschen Zeit über die Seite. `Camelots´ hintere Rumpfseite quetschte sie ein.”

Als Lehre räumt Danielson ein, man solle immer weiter denken als der Gegner, “besonders wenn sie Kajaks auf dem Deck  transportieren”.

Mike

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Carsten Kemmling

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7 Kommentare zu „Start-Crash-Video: Taktiker Danielson nimmt Stellung“

  1. avatar Ketzer sagt:

    Schlechter Verlierer, selber Fehler machen, den Gegner restlos unterschätzen und dann in aller Überheblichkeit dem anderen die Schuld in die Schuhe schieben.

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    • avatar Alex sagt:

      Das mit der Schuld sehe ich anderst.

      Bei beginn der Überlappung fährt das Leeboot anfangs parallel um dann unvermittelt hoch zu ziehen.
      Wer seinen Kurs ändert muss dem Ausweichpflichtigen anfangs Zeit lassen um sich frei zu halten. Diese Zeit sehe ich hier nicht.

      Vorhersehen ist sicher gute Seemanschaft wird dich aber bei Regatten auf die Ränge bringen und ist nach dem Regelwerk auch nicht vorgesehen. Er kritisiert sich selber dass er eben nicht vorhergesehen hat.

      Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 8 Daumen runter 11

  2. avatar peterham sagt:

    also das mit der Überlappung ist ja in der Theorie ganz nett, in der Praxis hält sich da kein Mensch dran! Ich verstehe nicht was die Steuerfrau da macht, erstmal ist da ja noch richtig Platz bis zum Startschiff, dann ist es keine Neuigkeit, das daß Heck beim Anluven einen Schwenkkreis hat und mir kommt es vor als würde sie starr vor Angst garnicht reagieren. Daß sich der Kübel mit Bimini und Kajak wehrt ist doch völlig in Ordnung und sein gutes Recht!

    Den Kommentar vom Navigator find ich auch überheblich – mit so einem schnellen Schiff und einer offensichtlich unerfahrenen Steuerfrau kann ich problemloß ein paar Meter weiter unten an der Linie starten und bin nach wenigen Sekunden aus jeder Abdeckung raus – da war das Ego wieder größer als der Verstand!

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  3. avatar Fastnetwinner sagt:

    Vorkommentatoren, Ihr denkt am falschen Thema rum. Das Video ist ja wohl kaum hier drin, weil da jemand ein Luv-Kampf auf der Linie falsch einschätzt und es ein paar Schrammen gibt. Das ist Pillepalle und Everyday Business bei jedem Mittwochssegeln. Das Video ist vielmehr hier drin, weil sich da jemand die beiden Beine gebrochen hat. Und das hätte er nicht, wenn er Schuhe angehabt hätte. So einfach ist es. Ich weiß, das ist jetzt vermutlich uncool, weil das ist ja Seemannschaft. Aber das macht genau den Unterschied zwischen denen aus, die heile Beiden haben, und denen die jetzt mit Krücken an Land stehen. Uncool, oder???

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    • avatar andreas sagt:

      Volltreffer! Genau so ist das, da gibt’s auch nix rauszureden mit Taktik, fehlender Antizipation und inkompetenten Gegnern mit Kajaks an Deck. Keine Schuhe, keine (oder gebrochenen) Beine………

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  4. avatar Schlaufuxx sagt:

    Ich finde es immer witzig, wenn sich jemand selber zum Class 3 “Pro” erklärt.
    Laut ISAF ist er zwar registriert, aber nicht klassifiziert. Als Segelmacher ein absolutes “No Go”.
    Sollte man eventuell mal seinem Finanzamt erzählen, dass er mit Segeln Geld verdient.
    Gerade als selbsternannter Pro ist er voll verantwortlich für den gesamten Dampfer.
    Dann ohne Schuhe und nicht entsprechend der Fähigkeit seiner Steuerfrau den Start hinzulegen, war eben genau nicht “Pro”.
    Ich kenne genügend Taktiker, die bei neuen Crews und Steuerleuten auf Trainings bestehen, bevor sie überhaupt eine Regatta zusagen und im Zweifel lieber ins Steuer greifen und auch mal abbrechen.
    Aber ganz sicher nicht ohne Schuhe !

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  5. avatar Walfrikassee sagt:

    keine Schuhe… (so wird deutschland nie eine segelnation)

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