Steuerbord-Start: Irrer Amerikaner mit Harakiri-Manöver bei der Moth-WM-Generalprobe

Ob das gut geht?

Nach dem Legenden-Start von Paul Kohlhoff bei der Nacra-WM sind nun die Motten dran. Brad Funk sollte eigentlich keinen Funken Hoffnung haben durchzukommen – er wagt es trotzdem.

Heute beginnt im australischen Perth die Moth-WM mit 122 Startern. Im Vorfeld hat die australische Meisterschaft stattgefunden und SailGP Millionen-Gewinner Tom Slingsby legte als punktgleicher Gewinner mit Aussie-Landsmann Scott Babbage schon mal den Hebel auf den Tisch.

Aber die Story des Tages war ein Start des Amerikaners Brad Funk, ex Ehemann der Laser-Olymiasiegerin Anna (Tunnicliffe) Tobias. Er versuchte mit über 20 Knoten einen Start mit Wind von Backbord ohne Wegerecht. Dabei gelang es ihm aber nur, vor den ersten Booten zu passieren. Danach musste er abfallen und hinter dem Gros der Spitzenfahrer durchtauchen.

Moth Speed-Rekord bie 35,9 Knoten

Es sieht nach einem Harakiri-Manöver aus. Die Moth erreicht schließlich eine Spitzengeschwindigkeit von über 30 Knoten – der Rekord liegt bei 35,9 kn. Am Wind sind die kleinen Foiler nicht ganz so schnell. Aber die Annäherungsgeschwindigkeit bei zwei Booten, die aufeinander zuhalten, kann schnell 40 Knoten überschreiten. Nicht auszudenken, was bei einem Crash passiert.

Laser-Olympiasieger Tom Slingsby gewinnt die Generalprobe für die WM© Martina Orsini

Da muss man schon Nerven haben, sich durch das Feld der vorfahrtsberechtigten Flieger zu schlängeln. Brad Funk gelingt das einigermaßen, auch wenn einige Piloten durchaus auszuweichen scheinen. Ob sich der ehemalige Laser-Spitzensegler das auch bei der WM traut? Bei der Generalprobe segelte er auf Rang 10 von 110 Startern.

In Abwesenheit des zuletzt dreimal in Folge siegreichen Weltmeisters Paul Goodison kommen die Favoriten aus Australien:  Slingsby, Babbage und Kyle Langford Slingsbys Wing Trimmer beim SailGP. Aber auch Laser Weltmeister Tom Burton ist dabei. Außerdem werden die Briten vorne erwartet. Interessant ist auch der Auftritt von Europameister und Luna Rossa-Steuermann Francesco Bruni aus Italien.

Aus Deutschland haben sich sechs Segler für die WM eingeschrieben, darunter SegelReporter-Gründer Andreas John mit seiner Moth “Zicke”. Viel Glück!!

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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