Superyachten: Erstmals ORC-Formel bei den Großen – Erwartungen in der Karibik erfüllt

Neue Ära

Transparenz durch einsehbare Messbriefe, Känguruh-Start nach Rating, spannende, weil enge Zieleinläufe im Sekundentakt – die ORC-Formel für Superyachten hat sich beim ersten Einsatz bewährt.

Wenn bei uns die Stege in den Segelclubs noch ihr verwaistes Winterdasein fristen, laufen in der Karibik schon die ersten Highlights des Regattakalenders.

In der zweiten Märzwoche gaben sich 12 Superyachten in der Karibik ein Stelldichein. Der Yachtclub Costa Smeralda Virgin Gorda hatte zur Loro Piana Caribbean Superyacht Regatta and Rendezvous geladen.

Ein Novum: Zum ersten Mal wurde nach der neuen ORC-Formel für Superyachten gesegelt. Ein sicherer Känguruh-Start, entsprechend des Ratings und spannende Zieleinläufe, so die Hoffnung der Veranstalter.

 

In der Gruppe der modernen Yachten wurden diese Erwartungen erfüllt. Die Zeitabstände im Ziel betrugen nach den 25 bis 30 Seemeilen langen Kursen oft nur Sekunden. Binnen zwei Minuten waren alle Yachten dieser Gruppe im Ziel.

Am Ende gewann mit der „P2“ ein Perini Navi Bau aus dem Jahr 2008.

Die 38 Meter lange Yacht setzte sich mit einem dritten und zwei ersten Plätzen gegen die Schweizer Inoui durch. Die Eidgenosseen ersegelten mit ihrem Briand 108 Design die Plätze 1 / 2 und 4. Dabei hatten sie Pech im letzten Rennen, als sie in ein Fischernetz segelten. An der Kreuz bei 6 Windstärken und 3 Meter hohen Wellen war es keine leichte Aufgabe eine Leine vom Kiel zu entfernen.

Nachdem die bisherige Bucket Rule als Bemessungsgrundlage für Superyachten immer ein Geheimnis für die Segler geblieben war, herrscht jetzt Transparenz. Jeder kann die ORC-Messbriefe einsehen. Die Boote sollen laut vergleichbar werden. Das scheint bisher allerdings nur bei Yachten annähernd gleicher Größe zu funktionieren.

Neben den „Racern“ segelten in einer Zweiten Gruppe vor Virgin Gorda die „Cruiser“ gegeneinander. Gerade auf den Kursen rund um die Insel, mit nur einem geringen Kreuzanteil und entsprechend langen Reachgängen zahlte sich hier eine lange Wasserlinie aus. „Bolero“, vor zwei Jahren noch Gewinnerin dieses Events fuhr diesmal hoffnungslos hinterher. Mit 22 Metern Länge war der S&S Bau von 1949 das kleinste Schiff in dieser Gruppe. Diese wurde dominiert von drei Megayachten.

Die Siegerin „Marie“, eine 54 Meter Ketsch mit 1200 Quadratmetern Segelfläche am Wind. An Bord 30 zum Teil professionelle Segler und ebensoviele Gäste.

Das neue Hoeck Design „Wisp“, eine 47 Meter lange Sloop mit wunderschönen klassischen Linien, gebaut bei Huisman.

Und die „Seahawk“ –  dem neuen Perini Navi Bau brachen in der ersten Wettfahrt die Blöcke welche den 1400 Quadratmeter großen asymetrischen Spinaker im Masttop halten. Daraufhin verzichtete die Crew auf das Vorsegel und ersegelte sich mit angepasstem Rating ohne Spi zwei erste Plätze. Wegen der Aufgabe im ersten Rennen reichte es am Ende nur zu Platz drei.

Sofort nach der Siegerehrung im stilvollen Yachtclub Costa Smeralda Virgin Gorda bereiteten die Crews ihre Schiffe für die Überführung ins 70 Seemeilen entfernten St Barths vor. Da es zu kompliziert ist, die Ausrüstungscontainer auf die Karibikinseln zu bringen, muss das Equipment auf eigenem Kiel transportiert werden.

Zur St. Barths Bucket Regatta haben 35 Superyachten gemeldet.

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