Swan Nation Trophy: Drei Deutsche Teams auf dem Podium – Kieler Navigatorin (21) ganz vorne

Wenn sich eine Türe schließt, öffnet sich eine andere

Beim vorletzten ClubSwan-50-Höhepunkt der Saison dominierten wie zuletzt häufiger die deutschen Yachten. Allerdings in ungewohnter Reihenfolge. Beim Sieg von Sönke Meier-Sawatzki stand die junge Navigatorin im Blickpunkt.

Lena Weißkichel navigiert auf der siegreichen ClubSwan 50 Niramo. © Studio Borlenghi

Lena Weißkichel macht sich immer mehr einen Namen im Segelsport. Die 21-Jährige vom Steinhuder Meer bastelte zuerst an einer Laser-Olympia-Kampagne, war im 49er FX und Nacra 17 unterwegs und peilte schließlich mit Max Gurgel Paris an in der vermeintlichen neuen Olympiaklasse Doublehanded Mixed Offshore.

Synchron-Segeln in der ClubSwan 50. © Studio Borlenghi

Eigentlich kein gutes Timing. Die neue Disziplin wird es 2024 nicht geben. Aber für Weißkichel, die 2020 für SR unter anderem von der Laser WM in Australien berichtete, waren die neuen Erfahrungen offenbar nicht hinderlich. Das Einarbeiten in die Kielboot-Technik und der Umgang mit den elektronischen Hilfsmitteln erweiterte den seglerischen Horizont. Neue Türen öffneten sich.

Weißkichel mit rosa Kappe mit den Tablet auf der hohen Kante. © Studio Borlenghi

Erstaunlicherweise auch die zu einem Job als Navigatorin auf einer ClubSwan 50. Sönke Meier-Sawatzki gehörte zu den ersten Eignern der neuen Einheitsklasse nachdem er zuvor lange mit einer X auf den Regattabahnen unterwegs war. Er segelte lange mit Jesper Bank und bevorzugt in der Swan eine breit aufgestellte internationale Crew.

Faszination Swan-Segeln. © Studio Borlenghi

Beim Nations Cup vor Palma etwa segelt er mit einer zwölfköpfigen Crew aus sechs Nationen. Darunter der neuseeländischen Erfolgstaktiker Cameron Appelton und eben Weißkichel auf der Navigator-Position. Ihre Premiere bei der Copa del Rey, über die sie ausführlich auf ihrem Blog schreibt verlief schon gut mit Rang vier. Aber nun schaffte “Niramo” sogar den Sieg über die hochkarätige Konkurrenz.

Meier-Sawatzki (l.) und Hendrik Brandis beim Sektspritzen. © Studio Borlenghi

Ein Punkt lag Meier-Sawatzki im Feld der 14 Yachten schließlich vor der deutschen Konkurrenz “Earlybird” von Hendrik Brandis, der den frischgebackenen Moth-Weltmeister Tom Slingsby als Taktiker engagiert hatte. Zusammen gewannen sie den Nations Cup für Deutschland – eine eher komische Wertung. Drei Punkte lag “Niramo” vor der sieggewohnten “Hatari” mit Marcus Brennecke und Markus Wieser.

Der Abstecher auf einen solchen Navigatoren-Posten hat schon Boris Herrmann beim Karriere-Start geholfen, als er von Jochen Schümann auf seine TP52 gelotst wurde. Für Herrmann war es in einer schwierigen Phase eine hilfreiche Horizont-Erweiterung, die aus ihm einen kompletteren Segler gemacht hat.

Weißkichel hat aber erst einmal anderes im Sinn als eine Offshore Kampagne. Sie reiste nach dem Ende der Regatta direkt zum Gardasee zu einem Trainingslager im 49er FX. Denn in den nächsten Jahren liegt ihr Fokus auf einer neuen Olympia-Kampagne. Sie hat sich mit Nadine Böhm zusammengetan, seit einiger Zeit eine der besten deutschen 470er-Steuerfrauen. Nun versuchen beide gemeinsam, mit dem olympischen Skiff in Fahrt zu kommen.

Aber auch bei der  Navigator-Arbeit bleibt sie dran. Der eigentliche Saison-Höhepunkt in der ClubSwan 50 Klasse steht schließlich noch aus. Vom 13. bis 17. Oktober findet die Weltmeisterschaft in St. Tropez statt. Auch dafür ist sie wieder fest auf “Niramo” eingeplant.

 

Ergebnisse Swan Nations Trophy

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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