Sydney Hobart: “Comanche”-Protest gegen “Wild Oats” – Opielok mit “Rockall” ausgeschieden

Gefährliches Foul

Beim Rolex Sydney Hobart Race sind die beiden führenden 100 Fußer auf Rekordkurs. Aber für Gesprächsstoff sorgt ein Vorfall kurz nach der Startlinie. Es wird wohl einen Protest geben.

"LDV Comanche", Sydney Hobart

“LDV Comanche” gibt Vollgas. © Studio Borlenghi/Rolex

Die hochfavorisierte “LDV Comanche” hat beim Sydney Hobart Race Tasmanien erreicht und behauptet 15 Meilen vor dem Ziel einen knappen Vorsprung von drei Meilen auf “Wild Oats XI”. Beide 100 Fußer, wie auch vier weitere Yachten liegen vor dem Rekord des Vorjahressiegers, “Perpetual Loyal”, der bei dieser Auflage als “Infotrack” segelt und 2016  1 Tag und 13,5 Stunden benötigte.

Die letzten Meilen können beim Duell an der Spitze noch einmal spannend werden. Aber auch wenn “Wild Oats” das Überholmanöver kurz vor dem Ziel gelingen sollte, dürfte die australische Crew Probleme haben, den möglichen Sieg am grünen Tisch zu verteidigen.

Comanche (l.) und Wild Oats befinden sich auf einem Kollisionskurs…

…Wild Oats leitet die Wende ein, um eine sichere Leestellung zu erreichen…

…Comanche hält immer noch den Kurs, wie von den Regeln gefordert…

…Wild Oats fällt auf den Am-Wind-Kurs ab und hat die Wende damit abgeschlossen. Comanche weicht mit einem Luvmanöver aus. War die Wende zu knapp?

Denn Skipper Mark Richards hat kurz nach dem Start ein gefährliches Foul am Gegner “Comanche” begangen. Nach schlechtem Start war Richards das Comeback gelungen, und er setzte den großen Gegner doch noch schwer unter Druck. Er war kurz davor, das Überholmanöver  mit einer Lee-Wende einzuleiten, als er “Comanche” ausweichen musste. Aber diese Wende geriet deutlich zu knapp.

Im letzten Moment ausgewichen

Der rotschwarze doppelt so breite neu von Jim Cooney erworbene 100 Fußer hielt nach der Anweisung von America’s Cup Sieger-Taktiker James Spithill lange den Kurs und wich, wie von den Regeln gefordert, erst im letzten Moment aus. Wohl unzweifelhaft wäre es ansonsten zu einer Kollision gekommen.

Sydney Hobart

Start beim Sydney Hobart. Die große “Wild Oats XI” hängt deutlich hinter der Startlinie zurück. © Studio Borlenghi/Rolex

“Wild Oats” hat erst dann das Vorfahrtsrecht erobert, wenn die Wende abgeschlossen ist. Dafür muss das Abfallen auf den Amwindkurs beendet sein. Danach nimmt das Boot die geschützte Lee-Position ein, und nun muss sich das Luvboot freihalten. Gerade bei 100 Fußern darf der gefährliche Bereich für eine solche Wende für “Wild Oats” als deutlich größer angenommen werden, als bei einer kleinen Jollen-Klasse. Und so dürfte Richards vor der Jury einen schweren Stand haben.

Sydney Hobart

Beim Start wird es knapp zwischen “Comanche” und “Black Jack” in Luv. © Studio Borlenghi/Rolex

Umso erstaunlicher ist es, dass er sich in der frühen Phase des Rennens nicht durch einen freiwilligen Doppel-Strafkreis entlastet hat. Aber nach dem verpatzten Start war die Versuchung wohl zu groß, den Vorteil zu behaupten.

Protest kann den Unterschied ausmachen

Nun ist es unklar, ob das Comanche-Team nach dem Ziel den Protest, den Spithill mit einer großen roten Flagge am Heckkorb angezeigt hat, tatsächlich verhandelt, wenn es ohnehin gewinnt. Sollte es trotzdem so weit kommt, kann von der Jury eine Zeitstrafe verhängt werden, die mindestens fünf Minuten beträgt. Das macht dann möglcherweise tatsächlich den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage aus. Denn kurz vor dem Ziel liegen die beiden 100 Fußer kaum eine Minute auseinander.

Sydney Hobart

“Comanche” hebt ab. Für diesen Kurs ist sie gemacht. © Studio Borlenghi/Rolex

Gut 35 Meilen dahinter folgt der Maxi-Kollege “Black Jack”, der seinerseits 24 Meilen Vorsprung auf “Infotrack” hat. Nach berechneter Zeit liegt die TP52 “Quest” ganz vorne. Aber auch der Italiener Vinzenzo Onorato hat mit seiner Cookson 50 “Mascalzone Latino” und auf Rang vier noch Chancen auf den Gesamtsieg. Das Star-Team um Navigator Ian Moore, Flavio Favini, Luca Bressani und Adrian Stead führt die Gruppe 0 der Großen nach berechneter Zeit an, er muss allerdings auf den Gesamt-Spitzenreiter noch mehr als eine Stunde aufholen.

Sydney Hobart

“Mascalzone Latino” hält die Fahnen der Europäer hoch. © Studio Borlenghi/Rolex

Damit hätte Christopher Opielok mit seiner TP52 “Rockall” auch gute Chancen gehabt. Denn berechnet liegt auch auf Rang drei eine TP52 (“Celestial”). Aber der Hamburger ist mit einem gebrochenen Ruder ausgeschieden. In der letzten Meldung heißt es, dass er Schutz hinter der Festland-Küste gefunden hat und vom Polizei-Boot “Falcon” nach Eden geschleppt werden soll. Zwei weitere Yachten der 81-Boote-Flotte haben das Rennen abgebrochen.

Sydney Hobart Tracker

Sydney Hobart

“Rockall” musste mit gebrochenem Ruder aufgeben. Opielok hätte mit der TP52 gute Chancen auf einen Spitzenplatz gehabt. © Studio Borlenghi/Rolex

Sydney Hobart

© Studio Borlenghi/Rolex

Sydney Hobart

© Studio Borlenghi/Rolex

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Spenden

Ein Kommentar „Sydney Hobart: “Comanche”-Protest gegen “Wild Oats” – Opielok mit “Rockall” ausgeschieden“

  1. avatar Dd sagt:

    und 2016 13:31 Stunden benötigte.

    Das ist doch etwas flott

    Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *