Sydney-Hobart: Erste Absage nach 76 Jahren – Lokaler Lockdown nach Corona-Ausbruch

Covid kehrt nach Australien zurück

Eine Woche vor dem Start der 76. Sydney-Hobart-Regatta ist sie nun doch abgesagt worden. In einem Vorort von Sydney ist es zu einem akuten Corona-Problem gekommen.

Sydney Hobart

Start beim Sydney Hobart 2019. Die große “Wild Oats XI” hängt deutlich hinter der Startlinie zurück. © Studio Borlenghi/Rolex

Die Behörden in Australien haben in einem Vorort der Metropole Sydney einen Lockdown verhängt, der zunächst bis Mitte nächster Woche gilt. Damit muss nun auch der Start des Sydney-Hobart-Races, der seit 76 Jahren am zweiten Weihnachtstag erfolgt, abgesagt werden.

Cruising Yacht Club of Australia hat bekannt gegeben: “Wir sind bitter enttäuscht, dass wir das Rennen absagen müssen. Insbesondere angesichts der Pläne und Vorbereitungen, die wir getroffen hatten, um ein sicheres Rennen unter Corona-Bedingungen zu gewährleisten.”

Für die Australier ist der neuerliche Ausbruch ein Schock, weil das Virus nach strengen Lockdown-Maßnahmen besiegt schien. Aber nun sind in dem Vorort Avalon im Norden der Stadt 23 Fälle innerhalb eines Tages gemeldet worden. Dadurch stieg die Zahl der Neuinfektionen auf 41. Die Regional-Regierung erklärte, wenn Sydney ein halbwegs normales Weihnachtsfest feiern wolle, müsse man das Virus unter Kontrolle bringen. Nun dürfen die Einwohner nur noch in Ausnahmefällen ihr Haus verlassen.

Quarantäne auf Tasmanien

Das hat deshalb so große Auswirkungen auf die Regatta, weil der tasmanische Premierministers Peter Gutwein den lokale Regierungsbezirk Northern Beaches in Sydney als “Hochrisiko”-Zone eingestuft hatte. Damit darf niemand aus diesem Gebiet nach Tasmanien reisen.

Wild Oats XI

Der mehrfach umgebaute Seriensieger “Wild Oats XI” hatte längst wegen der Pandemie abgesagt. © Andrea Francolini

Aber auch dem Großraum Sydney wurde ein “mittleres Risiko” bescheinigt. Deshalb müssen alle Personen, die von Sydney aus nach Tasmanien einreisen, bei ihrer Ankunft für vierzehn Tage in Quarantäne. Diese Einschränkung ist für alle Teilnehmer, die Rennleitung und das Personal unrealistisch.

Das diesjährige Sydney-Hobart-Rennen war allerdings ohnehin schwer gebeutelt, weil schon ein Großteil der 100-Fußer, die dem Rennen in den vergangenen Jahren eine besondere Attraktivität verliehen, abgesagt hatte.

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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