Sydney-Hobart-Race: Freddy Böhnert segelte seine X-50 auf eigenem Kiel rundum zur Startlinie

„Höhepunkt meiner Segelkarriere!“

Sydney Hobart Race, Böhnert

Nach 18.000 Seemeilen Überführung fällt bald der Startschuss © hamish hardy CYCA

18.000 Seemeilen, inkl. Ruderbruch – eine ziemlich lange und nervenaufreibende Anfahrtsstrecke, selbst für eine der legendärsten Regatten der Welt. Die Renncrew? Family-affair! 

„Ich weiß, dass bereits andere Deutsche am Sydney-Hobart teilgenommen haben, aber ich glaube, wir sind die ersten, die auf eigenem Kiel hier angereist sind!“ Freddy Böhnert, deutscher Regattasegler mit reichlich Hochseeerfahrung , macht jedenfalls gegenüber dem Cruising Yacht Club of Australia keinen Hehl daraus, dass er ausgesprochen stolz auf seine Leistung ist. Mehr als 18.000 Seemeilen hat er mit seiner Crew auf seiner X-50 Lunatix zurückgelegt, um downunder beim Sidney-Hobart Race teilzunehmen. (Anmerkung der Red.: Reiste nicht die „Walross IV“ vom ASV Berlin während ihrer Weltumseglung ebenfalls auf eigenem Kiel zum S/H an?). 

Freddy Böhnert hat in der Deutschen Regattaszene durchaus einen Namen. In jüngeren Jahren segelte er als Kader-Vorschoter bei Gerd Eiermann, später mischte er die deutsche Seeszene mit seinen diversen Yachten namens „Schüddelfrost“ auf. Böhnert ist Anwalt „in Auszeit“, seine Frau ist die mittlerweile weit über die Alster hinaus bekannte Maritim-Malerin Heinke. Ihre eher an den Expressionismus erinnernden Werke, meist mit Segelmotiven (z.B. mit Segelstücken von VOR-Racer „Dongfeng“) schmücken etwa das Hotel Atlantic in HH, sind aber auch in namhaften Galerien zu bewundern. Und – wen wundert’s – auch Heinke ist begeisterte Seglerin, war ebenfalls im 470er-Kader unterwegs und trimmt seit jeher verlässlich die Vorschot auf den Familienbooten. 

Und jetzt also Sydney-Hobart. Freddy, der Mann, der schon an einer beeindruckenden Reihe von Seeregatten teilgenommen hat, erfüllt sich mit der Teilnahme an dieser legendären Hochseeregatta zwischen Australien und Tasmanien einen Traum. „Dieses Rennen wird der Höhepunkt meiner Segelkarriere,“ sagte er Lokaljournalisten in Sydney. „Wir können natürlich nicht in der Liga der „Großen“ wie etwa der TP52 mitspielen, werden aber so gut wie möglich gegen die anderen Cruiser-Racer segeln. Oberste Priorität ist aber: heil ankommen!“

Das Rennen wird ein reines „Family Business“ für die Böhnerts werden. Seine Frau Heinke, seine Tochter Inga (Match Race-Seglerin) und Sohn Arno (mit dem Freddy Rennen wie Fastnet, Middle Sea, Giraglia und ARC segelte) ziehen an den Strippen. 

Mit Arno erlebten die Böhnerts vor einigen Jahren ein Fast-Drama: Er ging auf Hoher See über Bord, wurde aber aber mit schweren Rückenverletzungen gerettet und gesundete wieder vollständig. 

Böhnert startete 2017 als Teilnehmer der AAR, überquerte also den Atlantik, später den Pazifik. Auf der Etappe zwischen Vanatau und Australien erlitt die „Lunatix“ einen schweren Ruderschaden. 1.600 Seemeilen vor dem australischen Festland mussten Crew und Boot gerettet werden. 

Kurz vor dem Start zum Sydney-Hobart Race hat Böhnert seiner X-50 Lunatix einen Satz neue Segel spendiert. Auf die er derzeit noch wartet. 

Viel Zeit ist nicht mehr, Start zum Rennen ist traditionell am Boxing Day, also der 26.12. 

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5 Kommentare zu „Sydney-Hobart-Race: Freddy Böhnert segelte seine X-50 auf eigenem Kiel rundum zur Startlinie“

  1. avatar Jörg Gosche sagt:

    Moinsen,
    kleine Korrektur: Ich habe Freddy genau vor einem Jahr bei der AAR in Arrecife auf Lanzarote verabschiedet.
    Die ARC ging jedoch ab Las Palmas.
    Die AAR war die etwas professionellere Variante.

    ´79/´80 des letzten Jahrtausends hatten wir als “Happy Hippies” zusammen recht erfolgreich die 470-er Olympia-Quali für Tallinn bestritten, nachdem die kurze Liaison mit Eier-Gerd ein vorzeitiges Ende hatte. Wir hatten viel Spaß!

    Hau rein, Freddy!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 9 Daumen runter 0

  2. avatar Michael Kunst sagt:

    Jau, geändert…

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  3. avatar axel.paul@berlin.de sagt:

    Schön, dass ich auf diesem Wege mal von Freddy und seiner Familie höre. Das letzte Mal war in dem Bericht über das ARC.
    Vielleicht sehen die vier da unten auch mal ins Internet.
    Daher auf diesem Wege viele Grüße, viel Grüch bei beim Rennen, und wenns danach weiter rum geht gute Reise.
    Euer
    Axel

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  4. avatar axel.paul@berlin.de sagt:

    Oh, das sollte eigentlich ” Glück” heißen. Also umso mehr davon.Nebenbei schöne Weihnachten.AP

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  5. avatar Manfred sagt:

    Sehr guter Tracker mit Windy overlay: https://gis.ee/sh/

    Viel Glück Freddy!

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