Sydney-Hobart: “Wild Oats” muss aufgeben – “Perpetual Lloyal” in Rekordzeit erwartet

Starkes Rennen

To-Favorit “Wild Oats XI” hatte einen hektischen, schlechten Start in das Rolex Sydney-Hobart-Race. Danach ging noch viel mehr schief. Eine deutsche Yacht spielt ganz vorne mit.

ROLEX Sydney Hobart

Die Ker 56″Varuna VI” von Jens Kellinghusen liegt bestens im Rennen. © Rolex/Daniel Forster

Vor einem Jahr wollte das “Wild Oats XI”-Team beim Sydney-Hobart-Race den Status seines 100-Fußers als schnellste Einrumpf-Yacht der Welt im Duell mit “Comanche” bestätigen und scheiterte kläglich mit gerissenem Großsegel. Kurz danach Anfang Januar verstarb der legendäre Eigner Bob Oatley im Alter von 87 Jahren. Ihm zu Ehren wollten die achtmaligen Sydney-Hobart-Sieger nun den neunten Sieg bei einer der wichtigsten Hochsee-Regatten feiern. Aber das ist nun schief gegangen.

Schon der Start am zweiten Weihnachtstag vor einer halben Millionen Zuschauern in Sydney ging mächtig in die Hose. “Wild Oats XI” erkämpfte sich zwar die linke Seite der Linie, war aber nicht nahe genug an den beiden 100-Fuß-Kollegen in Luv “Scallywag” und Perpetual Lloyal”, um von ihnen Raum für die Wende vor der Zuschauerboot-Absperrlinie verlangen zu können. Die 22 Mann auf der hohen Kante mussten fast hinter dem gesamten Feld passieren.

Die Favoriten kamen erst auf dem vierten Rang an der ersten Marke außerhalb der Bucht von Sydney an, um den Kurs nach Tasmanien aufzunehmen. Danach allerdings zog die mehrfach modifizierte elf Jahre alte Yacht an der führenden “Perpetual Lloyal” vorbei, um bei Rekord-Bedingungen seine eigene Bestzeit von 2012 locker schlagen zu können.

Aber das sollte dann doch wieder nicht sein. Skipper Mark Richards hat der Wettfahrtleitung den Abbruch seines Rennens bekannt gegeben. Die Stange, die den Neigekiel nach Luv drückt, soll beschädigt sein. Die Crew steuert nun den Hafen von Eden an.

Sieben Stunden schneller?

So ist der Weg bei ungewohntem starken Ostwind frei für “Perpetual Lloyal”. Es wird erwartet, dass der 100 Fußer mit Oracle Racings Tom Slingsby an Bord die Bestzeit im permanenten Power-Reach um bis zu sieben Stunden unterbieten kann. In den vergangenen beiden Jahren ist das Boot jeweils nach Ruderproblemen und einer Kollision mit Treibgut ausgefallen.

Stark im Rennen liegen bei den optimalen Raumschotsbedingungen auch die Volvo 70 “Giacomo” (ex Volvo-Ocean-Race-Sieger “Groupama”) als Gesamt-Zweite und “Maserati” (ex “Ericsson 4”) auf Platz vier hinter dem drittplatzierten 100 Fußer “Scallywag” (ex “Ragamuffin”).

Sehr gut segelt auch die deutsche “Varuna” von Jens Kellinghusen”. Sie liegt nur sechs Meilen mit dem stark modifizierten und hoch gewetteten 100-Fußer “CQS” auf Platz acht und in der Handicap-Wertung für den Gesamtsieg auf Platz sechs. 87 Boote befinden sich auf dem 628 Meilen langen Kurs noch im Rennen.

Eine bemerkenswerte Leistung liefert auch der Volvo-Ocean-Race-Dritte Charles Caudrelier ab, der mit der Cookson 50 “UBOX” für den chinesischen Eigner Wang Bin, der das Schiff im November dieses Jahres erwarb. Caudrelier segelt mit dem Kern seiner Dongfeng-Crew Pascal Bidégorry, Thomas Rouxel and Jiru “Wolf’Jang, mit der er auch schon für das nächste Volvo Ocean Race gemeldet hat. “UBOX” liegt in der Handicap-Wertung zurzeit auf Rang drei.

Handicap-Wertung

Line Honours Wertung

Live-Übertragung vom Start:

Tracker Sydney Hobart

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Carsten Kemmling

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