Sydney – Hobart: Wolfgang Schäfer verpasst Podium knapp – 25 Knoten mit 60 Fußer

"Es ging feucht zur Sache"

Wolfgang Schäfer, Ichi Ban

Der 60 Fußer erreicht bis zu 25 Knoten auf dem Weg nach Hobart. © W. Schäfer

Der Lüneburger Arzt Wolfgang Schäfer hat das Jahr 2018 nach dem Farr 40 WM-Sieg mit einem weiteren seglerischen Höhepunkt abgeschlossen. Er berichtet gegenüber SR:

“Ich selbst bin beim Sydney-Hobart mitgesegelt. Matt Allen, der Präsident vom australischen Segler Verband, der zwei Yachten namens ‘Ichi Ban’ besitzt und 2017 mit seiner TP52 die Regatta nach berechneter Zeit gewann, fragte, ob ich nicht auf seiner großen ‘Ichi Ban’, einer Carkeek 60 unter dem Namen “Winning Appliances” mitsegeln wolle. Sie brauchten einen Strategen und Amwind-Steuermann. Eine tolle Möglichkeit. 

Wolfgang Schäfer, Ichi Ban

“Ichi Ban” gechartert von der Winning-Familie. © Beth Morley

So absolvierten wir eine taktisch komplizierte Regatta mit sehr wechselnden Winden. Der Start klappte sehr gut. Obwohl wir das kleinste Boot der ersten Gruppe waren, konnten wir den 100 Fußer ‘Comanche’ bis zur ersten Tonne in der Hafenausfahrt hinter uns lassen. Ein ziemlich gutes Gefühl. Und eine tolle Ansicht, als sie uns dann raumschots mit Vollgas natürlich relativ rasch überholte.

Strategischer und taktischer Trick war es, aus dem Druckfeld etwas südlich von Sydney in das nächste Windgebiet deutlich weiter südlich zu gelangen, ohne zu viele Dollars fürs Parken auszugeben. Das gelang uns ziemlich gut.

Wolfgang Schäfer, Ichi Ban

Voll besetzter Racer mit Wolfgang Schäfer an Bord. © Beth Morley

Downwind ging es mitunter mit 25 kn Speed etwas feucht zur Sache. Auch am Ende wurden wir bei der langen Einfahrt in den Derwent River vor Hobart, wo viele Rennen verloren werden, nur mäßig bestraft.

So erreichten wir das Ziel als 8. Yacht über alles wurden 2. in IRC1-Gruppe und vierte Yacht der Gesamtwertung nach berechneter Zeit. Damit haben wir alle Supermaxis geschlagen und vor allem auch den Eigner Matt Allen selbst, der ja auf seiner ‘Ichi Ban’ TP52 im vergangenen Jahr über alles gewonnen hatte. Berechnet lag er auf Platz fünf nur 14 Minuten zurück. Wenn wir zum Schluß nicht noch einen kleinen taktischen Fehler gemacht hätten, wären sogar noch das Podium möglich gewesen. Ein Ergebnis, das ich so nicht erwartet hatte. Wir erhielten auch noch den traditionsreichen Apollo-Preis für das schnellste Schiff unter 18.5m nach gesegelter Zeit. Ein starkes Erlebnis!”

Gesamtergebnis Tattersail Cup. Berechnet nach IRC. “Winning Appliances” auf Rang vier.

 

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