AC Nachklapp

Teil 3: Wie sich Alinghi im zweiten Rennen wieder eine Strafe einhandelt

Das zweite Rennen beginnt so unglaublich wie das erste. Fünf Minuten vor dem Start, beim Beginn der Eintauchphase in die Startzone, holt sich Alinghi einen Penalty ab. Es war ein Fehler, der Match-Race-Anfängern häufig passiert. Sie segeln zu früh in die verbotene Zone.

Genau fünf Minuten vor dem Start – bei normalen Match Races vier Minuten – müssen sich die Kontrahenten jeweils außerhalb zweier gedachter Linien befinden. Das von links eintauchende blaue Boot muss sich links der Senkrechten aufhalten, die von der Starttonne (1) nach Luv zeigt.

Das von rechts eintauchende gelbe Boot muss rechts von der Senkrechten sein, die von dem Startboot nach Luv weist.

Alinghi schafft dies nicht. Fünf Minuten vor dem Start befindet sich Bertarelli etwa an Position 2 im Bild. Dafür gibt es einen Penalty, der irgendwann während des Rennens absolviert werden muss.

Später hisst Taktiker Brad Butterworth die rote Flagge. Damit kann man auf Wiedergutmachung protestieren, wenn die Wettfahrtleitung einen Fehler begangen hat. Butterworth behauptet später, Zuschauerboote hätten Alinghi daran gehindert, ordnungsgemäß einzutauchen.

Das heißt, die Wettfahrtleitung habe ihren Job nicht erledigt, weil sie den Kurs frei gehalten hätte.

BMW Oracle muss mit blau von links eintauchen. Die Farben werden für das erste Rennen ausgelost und dann jeweils gewechselt. © BMWO.Gilles Martin-Raget

In einem normalen Match Race wäre der Protest sicher verhandelt worden. Das geschieht meist direkt nach dem Rennen nach einer kurzen Besprechung auf dem Wasser. Aber die Schweizer zogen den Protest zurück. Sie wollten nicht als schlechte Verlierer dastehen.

Ihre Chancen hätten wohl auch nicht besonders gut gestanden, weil nicht sehr viele Zuschauerboote auf dem Kurs waren. Vielleicht musste der Kat wirklich ausweichen. Aber es ist fraglich, in welchem Maße die Wettfahrtleitung dafür zuständig ist, den Kurs sauber zu halten.

Alinghi hätte die Situation antizipieren müssen und sich gar nicht erst links von der Senkrechten Linie aufhalten sollen. Unglaublich, dass solch ein Fehler Profis passiert. Es ist wohl nur damit zu erklären, dass diese Boote so neu und Respekt einflößend sind, dass normale Bord-Routinen nicht mehr eingehalten werden.

Im nächsten Teil: Die Taktik kurz vor dem Start.

Carsten Kemmling

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Carsten Kemmling

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