The Ocean Race Auftakt: IMOCA-Feld würfelt durcheinander – Schließlich gewinnt Malizia

"Casino Alicante"

Boris Herrmann hat mit seinem Malizia Team das erste In-Port Race bei The Ocean Race in Alicante gewonnen. Nach mühsamen Start nutzte er eine Winddrehung und guten Leichtwind-Speed für erste Glücksgefühle.

Malizia beim In-Port Race vor Alicante. © Sailing Energy / The Ocean Race

Boris Herrmann hat beim Auftakt von The Ocean Race gezeigt, dass er mit seinem Neubau nicht so schlecht ist, wie ihn langjährige Beobachter nach der Route du Rhum machen wollten. Nachdem er das Atlantik-Rennen zwar auf einem enttäuschenden 24. Platz beendet aber in einigen Phasen des Rennens durchaus das Speedpotenzial von “Malizia” gezeigt hatte, gelingt ihm mit seinem Team nun der Sieg beim In-Port Race.

Dabei hat er das eigentlich gar nicht vor. Zumindest äußert er sich so beim Pre-Race-Interview. Es gebe den Aberglauben, dass es nicht so gut sei, ein In-Port Rennen zu gewinnen. Damit bezieht er sich offenbar auf ähnliche Ansichten über Siege bei Practice-Races vor großen Regatten.

Die Höhepunkte der IMOCA-Klasse:

Die in Alicante ersegelten Punkte allerdings könnten am Ende durchaus wichtig sein. Zwar sollen die acht geplanten etwa einstündigen In-Port Races in den acht Etappenhäfen eher einen Showcharakter haben, aber das Ranking dieser Serie entscheidet schließlich über Tiebreaks in der Etappenwertung.

Beim vergangenen Volvo Ocean Race hätte diese Wertung fast über das Endergebnis auf dem Podium entschieden. Zwischen den ersten drei Crews war es so knapp, dass zwischenzeitlich Dongfeng, Mapfre und Brunel punktgleich zusammen lagen. Schließlich machte Dongfeng mit einem knappen Sieg auf der letzten Etappe den Tiebreak dann doch unnötig.

Die erfolgreiche Malizia Crew. © Team Malizia

Bei der aktuellen Regatta ist die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Gleichstand sogar noch höher zu bewerten, da nur fünf statt damals sieben Boote starten und nur sieben statt elf Etappen gesegelt werden. Außerdem scheint der Verlauf des In-Port Races zu bestätigen, dass die Leistungsfähigkeit aller Teams so nahe beieinander liegen könnte, dass es eine spannende Durchmischung möglich ist. In dem Kurzrennen lagen vier Schiffe zu verschiedenen Zeitpunkten in Führung.

Am Ende segelt das deutsche Boot zuerst über die Ziellinie. Ein schöner Erfolg, der neben den Tiebreak-Punkten aber insbesondere psychologisch wichtig sein könnte.

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Carsten Kemmling

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