The Ocean Race: Bekking segelt für Königin Silvias Childhood-Stiftung – Österreich tauft “Sisi”

"Team for the dream"

Das Ocean Race steuert nach dem Ausstieg von Volvo  auf seine wohl schwierigste Phase hin. Zwei Jahre vor dem Neustart ist noch nicht viel mehr  bekannt, als dass es eine Zweiklassengesellschaft wird.

Bouwe Bekking hat angekündigt, 2021 seine neunte um-die-Welt-Kampagne starten zu wollen. 2021 soll die Crew-Regatta in Etappen um die Welt auf den Bootstypen VO65 und IMOCA gesegelt werden. Dabei  sollen die einheitlichen Onedesing-Yachten eigentlich mit jungen Teams besetzt werden. Die genauen Regeln stehen aber noch genauso wenig fest, wie die Route.

Das österreichische Team in stilechtem Outfit bei der Taufe von “Sisi”. © The Austrian Ocean Race Project

Bis zu neun Etappen sollen es werden, aber das hängt davon ab, wie die Verhandlungen mit den potenziellen Häfen-Betreibern verlaufen. In der Vergangenheit waren die zu zahlenden Summen der Gastgeber eine der wichtigsten Budget-Quellen.

Bisher steht Alicante als Startort fest, und an einem noch nicht benannten Hafen in Europa soll die finale Etappe enden. Dort sind bisher Aarhus, Genua und Den Haag als Stopps eingeplant. Außerdem stehen die Kapverden und Itajaí in Brasilien als Häfen fest.

Thomson hat abgewunken

Bis dieser Rahmen nicht exakt feststeht, ist mit finalen Zusagen von potenziellen Teilnehmern nicht zu rechnen. Boris Herrmann hat zwar gesagt, dass er gerne mitmachen möchte, und auch das Offshore Team Germany will bei den IMOCAs mitsegeln, aber feste Meldungen gibt es noch nicht.

Ob auch die neue Generation der IMOCAs nach der Vendée Globe tatsächlich zum Einsatz kommt, bleibt fraglich. Alex Thomson hat schon abgewunken. Sein Neubau eigne sich nicht für den Crewbetrieb. Außerdem ist ein schneller Vendée Racer nicht unbedingt auch für die Etappenkurse geeignet, da jeweils in Landnähe deutlich höhere Kreuz- und Leichtwind-Anteile eingeplant werden müssen. Abgesehen vom fehlenden Platz an Bord könnten die neuen Foiler einfach nicht schnell genug sein.

Mapfre-Skipper Xabi Martinez machte schon klar, dass man nur mit einem speziellen Neubau gewinnen könne. Aber wird die Regatta attraktiv genug sein, damit es sich für Sponsoren lohnt, das Portemonnaie zu öffnen?

Drei VO65 Yachten in Betrieb

Da sind die Planungen für die bestehende VO65-Klasse einfacher. Acht Boote wurden bisher gebaut, und im Idealfall sollen alle wieder an den Start gehen. Es ist aber längst nicht klar, wer es an die Startlinie schafft.

Der VO65 Childhood. © Childhood

Die Yachten sind inzwischen in unterschiedlicher Missionen im Umlauf. So wurde “Mapfre”  nach Polen verkauft, und die Österreicher haben sich Vestas gesichert. Sie waren schon bei der Barcolana am Start und tauften dort das Schiff auf den Namen “Sisi”. Gerade haben sie das Middle Sea Race nach 3 Tagen und 20 Stunden beendet als siebente Yacht der Klasse IRC 1. Das Match mit den VO65 Klassen-Kollegen aus Polen wurde um 8,5 Stunden gewonnen.

Das Rennen zur Startlinie von The Ocean Race hat für die Österreicher aber gerade erst begonnen. Ein junges Basis-Team mit einem Altersdurchschnitt von 26.5 Jahren ist schon vorhanden. Es rekrutiert sich aus Seglern der österreichischen Bundesliga, des Youth America’s Cups und aus der Olympia-Szene. Projekt Manager Julian Kircher nennt es das “Team for the dream”. Trainings und Regatten für die nächsten zwei Jahre sind geplant, “aber wir müssen noch einige Hindernisse überwinden, bevor wir unseren Traum The Ocean Race 2021-22 erreichen”, sagt Kircher.

Für Königin Silvias Childhood-Stiftung

Bouwe Bekking scheint zumindest finanziell weiter zu sein. Der Volvo-Ocean-Race-Veteran, der mit Brunel den Sieg beim vergangenen Rennen nur knapp verpasst hat, peilt sein neuntes um-die-Welt-Projekt an. Der gelbe VO65 Renner erscheint jetzt in weißer Farbe und ist mit dem Schriftzug “Childhood” beschrieben.

Weiß statt gelb. Das neue Outfit von Brunel. © Childhood

Dabei geht es um ein Projekt, dass die Rennyacht unter schwedischer Flagge beim Ocean Race starten lassen will. Bekking zusammen mit Pelle Norberg und Gideon Messink haben Sponsoren überzeugt, das Schiff an die Startlinie zu bringen. Dabei spendeten sie den Namen an die World Childhood Foundation, die Stiftung von Königin Silvia, die für den Schutz von Kindern vor Gewalt und Missbrauch eintritt. Sie nutzte einige Jahre lang auch  die Drachenklasse beim Grand Prix vor Kühlungsborn als Plattform für ihre Botschaft.

Die schwedische VO65 soll über den Atlantik segeln, an Regatten in der Karibik und 2020 beim Gotland Rund Race in Schweden teilnehmen. Pelle Norberg war der CEO vom Team SEB, das 2001 beim Volvo Ocean Race dabei war. Ob die Yacht wirklich unter dem Namen Childhood an den Start geht, ist noch nicht klar. Die Namensrechte sind erst einmal für ein Jahr abgetreten worden.

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

2 Kommentare zu „The Ocean Race: Bekking segelt für Königin Silvias Childhood-Stiftung – Österreich tauft “Sisi”“

  1. avatar Christoph sagt:

    Der Skipper der mapfre heißt Xavi Fernández. Iker Martinéz war sein Steuermann im 49er.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

  2. avatar Klaus K sagt:

    Liebe Segelreporter, vielleicht ist es manchmal sinnvoll Pressemeldungen vom The Ocean Race richtig zu lesen…
    Das Finale in Genua wurde bereits vor Wochen kommuniziert.
    Diese ewige negative Sichtweise nervt wirklich sehr.

    Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 0

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