The Ocean Race: Die alte Hugo Boss im Highspeed-Modus – Abheben auch mit Crew

Über den Atlantik fliegen

Immer wieder beeindruckend, die IMOCA-Rennmaschinen mit den neuen Flügeln im Flugmodus zu sehen – auch wenn sie im Southern Ocean kaum funktioniert haben. Vielleicht haben die Amis die Probleme nun gelöst.

Wenn Alex Thomson gewusst hätte, dass man mit einem fünf Jahre alten Gebrauchtboot die Vendée Globe gewinnen kann, hätte er seine “Hugo Boss” vielleicht behalten. Oder jemand vom 11th Hour Team hätte versucht, das Schiff alleine um die Welt zu prügeln.

Aber die dauerhafte Einhand-Segelei ist nicht gerade das Spielfeld, auf dem sich die Amerikaner Charlie Enright und Mark Towell bisher hervorgetan hätten. Sie nahmen bisher an zwei Volvo Ocean Races teil und wollen bei ihrem dritten Versuch das Etappenrennen um die Welt gewinnen.

Dafür gelang es ihnen, 11th Hour Racing, die Umwelt-Stiftung des langjährigen Google-Chefs Eric Schmidt als Geldgeber mit einem größeren Engagement als beim vergangenen Rennen ins Boot zu holen. Seitdem basteln sie daran, die perfekte IMOCA für The Ocean Race zu entwickeln. Bei dem Etappenrennen um die Welt müssen die Boote mit einer fünfköpfigen Crew und bei einem höheren Amwind-Anteil funktionieren.

Das gelbe Backbord-Foil weist eine andere Form auf. © 11th Hour Racing

11th Hour Racing kaufte 2019 Alex Thomsons alte “Hugo Boss”, die als schnellste IMOCA der alten Generation gilt, und nutze sie seitdem als Tesplattform für einen Neubau, der  kurz vor der Fertigstellung steht.

Dafür begab sich das Team auch in den Shorthand-Modus, um die schnellsten Gegner der IMOCA-Klasse kennenzulernen. So segelte Charlie Enright bei der Transat Jacques Vabre 2019 mit dem Volvo-Ocean-Race-Sieg-Navigator Pascal Bidegorry (Dongfeng) nur drei Stunden hinter Charal auf Rang vier ins Ziel.

Anbau des Steuerbord-Foils mit zusätzlichem Mini-Flügel an der Unterseite. © 11th Hour Racing

Insbesondere das Foil-Design stand unter Beobachtung. Zwei unterschiedliche Flügel wurden auf beiden Seiten installiert. Wie schnell sie sein können, zeigt das aktuelle spektakuläre Flugvideo.

In diesem Jahr steht die Doublehanded Transat Jacques Vabre über den Atlantik im Fokus des Teams – der nächste große Höhepunkt der IMOCA-Klasse. Da will Enright aber schon mit dem neuen IMOCA an den Start gehen.

Vorher bewegt er noch die alte “Hugo Boss” beim The Ocean Race Europe (Start in Lorient am 28. Mai) mit einer vierköpfigen internationalen Crew (der Schweizerin Justine Mettraux, dem Franzosen Pascal Bidégorry, Briten Simon Fisher). Bei der Transat Jacques Vabre schickt 11th Hour dieses Boot aber auch an den Start. Gesegelt von Justine Mettraux und Simon Fisher.

Das neue Boot von Designer Guillaume Verdier, wird bei CDK Technologies gebaut und von Mer Concept optimiert, der Firma von François Gabart. Erneut treten Pascal Bidégorry und Charlie Enright zusammen bei der Transat Jacques Vabre an.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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