The Ocean Race Europe: Offshore Team Germany einziger Nicht-Foiler – Bekking für Polen

Mit voller Crew

Das Offshore Team Germany dürfte einen schweren Stand haben gegen eine kleine, aber feine IMOCA-Flotte. Bei den VO65 sind spannende Teams am Start – auch Österreich hat gemeldet. Der neue Kurs.

Einige der besten Segler und Teams der Welt werden sich im nächsten Mai der Herausforderung des The Ocean Race Europe stellen und in Etappen von Lorient, (Frankreich) nach Genua segeln.

Die Teams werden in zwei Klassen antreten: Der Onedesign VO65-Flotte und der  IMOCA-Klasse, die zuletzt im Rahmen der Vendée Globe um die Welt segelte. In beiden Klassen gehören sehen Quoten-Vorgaben vor, dass weibliche Segler zu den Crews gehören.

Bei den VO65 werden sieben der existierenden acht Yachten am Start erwartet. Die Teams kommen aus Österreich, Litauen, Mexiko, den Niederlanden, Polen und Portugal. Die beiden noch nicht veröffentlichten Crews treten offenbar für Holland an.

Allerdings steht dann nicht die niederländische Round-The-World-Ikone Bouwe Bekking am Steuer. Er skippert überraschend das Sailing Team Poland. Er sagt: “Ich denke, dass The Ocean Race Europe eine hervorragende Möglichkeit ist, der Welt zu zeigen, dass Polen ein wichtiger aufstrebender Markt ist. Gleichzeitig sollte dabei zu erkennen sein, dass Nachhaltigkeit und Respekt für die Umwelt Schlüsselelemente für ein erfolgreiches Wachstum sind.

So wie ich das sehe, werden viele der anderen VO65-Teams einen ähnlichen Ansatz verfolgen, wie wir es beim Sailing Team Poland tun, indem sie Erfahrung und junges Blut einbringen. Wir haben Jungs wie mich, Pablo Arrate, Jens Dolmer, Aksel Magdhal, die schon ein paar Rennen auf dem Buckel haben. Aber wir bringen auch einige großartige junge polnische Segler mit, die gute Leistungen in olympischen Klassen oder kleineren Offshore-Events vorzuweisen haben. Dies ist ihre Chance, zu lernen und zu wachsen und das Ocean Race zu erleben.”

Nur fünf IMOCA

Die IMOCA-Flotte wird mit mindestens fünf Booten in der IMOCA-Flotte an den Start gehen, darunter das Offshore Team Germany (OTG), das vor fünf Tagen seine Meldung veröffentlicht hat. Es geht mit dem ältesten Boot an den Start. Es war 2011 für den Spanier Javier Sanso gebaut worden. Der kenterte aber schließlich bei der Vendée Globe nach einem Kielbruch und wurde unter dramatischen Umständen abgeborgen. Seine “Accio” trieb danach mehr als eine Woche als Geisterschiff durch den Atlantik. 2017 wurde das Schiff von OTG erworben und 2019 einem Refit unterzogen.

Unter normalen Umständen weisen die vier konkurrierenden IMOCAs aber ein deutlich höheres Geschwindigkeitspotenzial auf. Bei hohen Amwind- und Vorwind-Anteilen könnte aber auch der Nicht-Foiler seine Stärken ausspielen. Die Organisatoren weisen darauf hin, dass noch zwei weitere Teams kurz vor einer Start-Bestätigung stehen. Boris Herrmann hat eine mögliche Teilnahme abgesagt.

Brunel beim Volvo Ocean Race 2017 auf der 2. Etappe von Lissabon nach Kapstadt. © VOR

“Wir freuen uns sehr darauf, unsere IMOCA mit voller Besatzung zu segeln”, sagt LinkedOut-Skipper Thomas Ruyant. “Mit einer Crew ändert sich alles. Von der Art, wie sich das Boot mit dem zusätzlichen Gewicht der Crew verhält, bis hin zu effizienteren Manövern. Das wirkt sich dann auch auf die Taktik aus. Wir planen im Mai ein solides Training vor dem Start, um so gut wie möglich vorbereitet zu sein und eine starke Leistung abzuliefern.”

Das Ocean Race Europe startet am 29. Mai in Lorient, Frankreich, mit Zwischenstopps in Cascais, Portugal und Alicante, Spanien, bevor es drei Wochen später in Genua, Italien, endet. Jede der Offshore-Etappen wird gleich gewertet. Während der Zwischenstopps werden zwei Küstenrennen ausgetragen, bei denen es Bonuspunkte für die drei Erstplatzierten gibt.

The Ocean Race Europe – der Zeitplan

29. Mai – Start der Etappe – Lorient, Frankreich
5. Juni – Küstenrennen – Cascais, Portugal
6. Juni – Start der Etappe – Cascais, Portugal
13. Juni – Start der Etappe – Alicante, Spanien
19. Juni – Küstenregatta – Genua, Italien

Jede Offshore-Etappe wird je nach Entfernung und Wetterbedingungen etwa drei bis vier Tage dauern. Die Küstenregatten werden eine Zielzeit von drei bis fünf Stunden haben.

Die VO65- und IMOCA-Flotten werden in getrennten Divisionen um ihre eigene The Ocean Race Europe-Trophäe kämpfen.

Vor dem Start in Lorient segeln vier der in Nordeuropa ansässigen VO65-Teams einen Prolog mit Stopps in Klaipeda (Litauen), Danzig (Polen), Stockholm (Schweden).

Die Organisatoren des Rennens werden ein strenges Covid-19-Protokoll einhalten. Es umfasst Tests und die Bildung von kleinen Gruppen (“Bubbles”). Sie sollen die Interaktion zwischen den Segelteams und Außenstehenden einschränken.

The Ocean Race Europe – vorläufige Liste der angemeldeten Teams

VO65 class
AmberSail2 (LTU)
Austrian Ocean Race Project (AUT)
Mirpuri Foundation Racing Team (POR)
Sailing Team Poland (POL)
Viva Mexico (MEX)
VO65 – team six – confirmed – to be announced
VO65 – team seven – confirmed – to be announced

IMOCA class
11th Hour Racing Team (USA)
Bureau Vallée (FRA)
CORUM L’Épargne (FRA)
LinkedOut (FRA)
Offshore Team Germany (GER)

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Ein Kommentar „The Ocean Race Europe: Offshore Team Germany einziger Nicht-Foiler – Bekking für Polen“

  1. avatar laser sagt:

    Der Grund warum ich kein zahlender Abonnent bei SR bin:

    … das Bildungsinitiativen, wissenschaftliche Datenerhebungen an Bord und sozial- und umweltpolitische Vranstaltungen am Runden Tisch umfasst. Sie zielenb daauf …

    3 typos in 2 Sätzen ist einfach zu viel. Keep on rockin.

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