Thomas Coville liegt mit “Sodebo” beim Einhand-Weltrekord 1.370 Meilen zurück

"Stecker" im Southern Ocean

Faszinierend, schaurig. Der "Stecker" des 105 Fuß Trimarans "Sodebo" kurz nach dem Start. © Zedda/Sodebo

Thomas Coville, der arme einsame Mann auf dem riesigen 105 Fuß Trimaran „Sodebo“, rast verzweifelt seinem virtuellen Vorgänger Francis Joyon hinterher und muss langsam aufpassen, dass er die Nachzügler des Barceolona World Races nicht übermangelt.  1370 Meilen liegt er zurück und der Rückstand ist kaum noch aufzuholen. Trotzdem puscht er seinen Tri bis ans Limit.

Jedenfalls erzählt er das. Möglicherweise um doch noch etwas Werbewirksamkeit aus dem irren Ritt auf drei Kufen herauszukitzeln. Jedenfalls erzählt der Franzose von einem erneuten Fast-Überschlag in der Nähe vom Kap der Guten Hoffnung.

Karte am 19.2. "Sodebo" liegt virtuell 1374 Meilen hinter "IDEC" zurück und nähert sich den Kerguelen, wo er schon einmal scheiterte.

In einer 50 Knoten Böe sei er über 30 Knoten schnell eine Welle herunter gerast, um dann mit alle drei Bugspitzen in die nächste Welle zu stechen. „Das Heck hob sich und wir standen senkrecht im Wasser.“ Dagegen sei der Stecker zu Beginn des Rekordversuchs ein Witz gewesen.

Ob es wirklich so war, werden wir nicht erfahren. Keine Kameras haben den Vorfall aufgezeichnet. Aber allein die Vision ist schaurig, mitten im Southern Ocean ein solches Erlebnis zu haben. „Nur eine schnelle Reaktion im letzten Moment hat mich die Schoten lösen lassen. Das hat den Überschlag verhindert.“

Kleiner Mann ganz groß. Beim Start war Thomas Coville noch zuversichtlich. © Zedda/Sodebo


Seit „Sodebo“ mit dem unglücklichen Umweg um das St. Helena Hoch so weit zurück gefallen ist, muss es für Thomas Coville schwierig sein, die Spannung aufrecht zu halten. Drei Jahre ist der Rekord von Francis Joyons „IDEC“ schon alt. Und „Sodebo“ sollte eigentlich das schnellere Boot sein. Dennoch sieht es so aus, als würde er auch beim zweiten Versuch an der Zeit von „IDEC“ scheitern.

Im Januar 2008 hatte er während des Rekordversuchs, den er parallel zu Joyon unternahm den 24 Stunden Einhand-Rekord auf 619 Meilen verbessert. Kurz danach verlor er allerdings nach einer Kollision mit Treibgut die Crashbox seines Steuerbordrumpfes und musste die Rekordjagd abbrechen.

Schiff mit Potenzial. Die 105 Fuß lange "Sodebo" hat das Potenzial für den Rekord. © Zedda/Sodebo


Das Malheur passierte nahe der Kerguelen Inseln, genau dort wo er sich im Moment befindet.

Sodebo Race-Tracker

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Carsten Kemmling

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2 Kommentare zu „Thomas Coville liegt mit “Sodebo” beim Einhand-Weltrekord 1.370 Meilen zurück“

  1. avatar Jan sagt:

    Hi!

    Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass der Rekordtrip von Joyon damals unglaublich schnell begann und dann auf dem Rückweg von Kap Horn nach Europa sehr stark abgebremst wurde. Insofern hat Coville vielleicht doch noch eine Chance und der Tracker ist, relativ zum Gesamtweg betrachtet nicht allzu hilfreich. (Aber gut um Spannung aufzubauen)

    grüße jan

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  2. avatar T.K. sagt:

    Wieso wird der Stecker im Südmeer von Carsten in Zweifel gezogen? Gibt esauch nur den leisesten Hinweis das dem so sei? Wenn nicht, dann sollte man die Aussage vobn Coville auch nicht in Frage stellen.
    Der Rückstand ist doch schlicht aufgrund der eben ganz anderen Wettersituation als bei Joyons Umsegelung geschuldet. Vom Speed her ist Sobedo schnell genug. Bis heute 16:30 hat Coville 10356 NM zurückgelegt. Zum selben Zeitpunkt hatte Joyon 10735 nm zurückgelegt. Und Joyon tat dies bei deutlich besseren Umgebungsverhältnissen. Das relativiert es zwar ein wenig, aber die tatsächliche Distance von rund 1370 nm noch aufzuholen scheint sehr schwierig. Die 1000 Meilen mehr hat Sobedo der klitzekleinen Umleitung im Atlanitc zu verdanken. Mals sehen was noch kommt

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