Transat Jacques Vabre: Mastbruch bei Louis Burtons neuem Plattbug “Bureau Vallée”

Ausgeschieden nach starkem Start

Der Vendée-Globe-Dritte Louis Burton ist mit seinem neuen IMOCA bei der am Sonntag gestarteten Transatlantik-Regatta TJV auf Platz zwei liegend ausgeschieden.

Die ex L’Occitaine von Armel Tripon nun in den Farben von Bureau Vallée. © Bureau Vallée

Nach dem Start der Transat Jacques Vabre ist der Vendée-Globe-Dritte Louis Burton mit seiner “Bureau Vallée 3” nach zehn Stunden aus dem Rennen. Zusammen mit seinem Co-Skipper Davy Beaudart erlitt er gegen 23:30 Uhr einen Mastbruch.

Burton treibt zwischen Guernsey und Jersey ohne Mast.

Zuvor war Burton mit seinem neuen Boot ein ausgezeichneter Start geglückt. Nach dem enttäuschenden letzten Platz beim The Ocean Race Europe hat der Mann aus Saint Malo mit seinem Team erkennbar an der Leistungsfähigkeit seines neuen Sportgerätes gearbeitet und er schien als einziger den Höllenspeed von Apivia halten zu können.

Zum Zeitpunkt des Unglücks lag Bureau Vallée auf Rang zwei hinter Apivia.

Auf dem harten Amwindkurs funktionierte der Plattbug bestens und auch im Foling Modus bei der Passage von Cherbourg konnte Burton und Beaudart zumindest die Konkurrenz LinkedOut und Charal in Schach halten. Aber etwa zehn Meilen nordöstlich von Guernsey war die Jagd beendet. Genauere Angaben über die Gründe für den Mastbruch sind noch nicht bekannt.

Louis Burton wie er das Segeln liebt: In Action © Burton(La Vallée

Burton hatte vor der TJV gesagt, bei diesem Rennen das Potenzial seines neuen Bootes zeigen zu wollen. Man habe intensiv an dem Boot arbeiten können und sogar einen neuen Segelsatz entworfen. Auch die Sponsoren würden eine gute Leistung erwarten, erklärt der Skipper vor dem Rennen.

Er kündigte aber auch an, im Winter führen eine umfassende strukturelle Überholung vornehmen zu wollen. Der flache, runde Rumpf sei zwar belastbar, aber er habe sich noch nicht getraut, das Schiff wirklich an seine Grenzen zu bringen bis es weiter verstärkt werde.

Immer Vollgas

Louis Burton schrieb eine der spannendsten Geschichten der vergangenen Vendée Globe mit seiner Augen-zu-und-durch Strategie. Er gab immer Vollgas, setzte immer alles auf eine Karte und schien seinen Foiler der alten Generation schließlich damit zu zerstören. Im Southern Ocean fiel er erst mit Autopilot-Problemen von Platz zwei auf sieben zurück und war nach einem Reparaturstopp wegen eines kaputten Fallenschlosses am Großsegel eigentlich raus aus dem Rennen um einen vorderen Platz. Als elfter jagt er der Flotte hinterher und ist am Kap Hoorn tatsächlich wieder dran. Am Ende hätte er Platz vier belegt. Das Missgeschick von Boris Herrmann brachte ihm schließlich sogar Bronze.

Louis Burton mit seinen Kindern am Ziel er Vendée Globe. © Bernard Le Bars/Alea

Diese Geschichte stärkte das Vertrauen seines Sponsors Bureau Vallée in den 36-Jährigen, der eigentlich nicht zu den Trainingsfleißigsten gehört und auch schon mal zum Glimmstengel greift (Porträt). Er ließ Burton seine erfolgreiche Strategie wiederholen, indem er ihm eine der aktuell schnellsten IMOCAs kaufte, den Plattbug L’Occitaine, mit dem Armel Tripon nach Fallenschloss-Problemen zu Beginn der Vendée Globe mit beeindruckendem Speed um die Welt geprügelt hatte.

Vor vier Jahren hatte Burton fast zum gleichen Zeitpunkt eine der schnellsten gebrauchten Yachten auf dem Markt gekauft – die damals für das Rennen neu gebaute “Banque Populaire” vom Sieger Armel Le Cleac’h.

Aktuell ist der IMOCA-Flotte weiter südwestlich der Wind ausgegangen. Sie wird immer noch von Apivia angeführt, steht in der Flaute aber fast still und treibt zeitweise sogar rückwärts.

Transat Jacque Vabre Tracker

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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