Transat Jacques Vabre: Zweiter IMOCA-Mastbruch – Ultime Sodebo knallt gegen Hindernis

Noch ein Rigg kommt von oben

11th Hour hat bei der Transat Jacques Vabre einen Mastbruch erlitten. Die ehemalige IMOCA von Alex Thomson hat im Hafen von A Coruña angelegt. An der Spitze läuft es wie bei der Vendée Globe.

Die IMOCA “Alaca’i” des 11th Hour Racing Teams ist bei der Transat Jacques Vabre ausgeschieden, nachdem wie schon bei Louis Burton der Mast gebrochen ist. Justine Mettraux und Simon Fisher, blieben bei dem Vorfall unverletzt. Sie konnten unter Motor in den kaum 20 Meilen entfernten spanischen Hafen A Coruña einlaufen. Genauere Angaben zu dem Unfall gibt es noch nicht. Das Duo segelte bei der Ansteuerung von Kap Finistere mit etwa 18 Knoten Wind aus achterlicher östlicher Richtung als das Rigg von oben kam.

11th Hour nach dem Start zur TJV. © Vincent Curutchet / Alea / 11th Hour Racing

Bis dahin hatten die Mitfavoriten – nach Rang drei beim Fastnet – auf der gut erprobten ehemaligen Hugo Boss, mit der Alex Thomson die Vendée Globe 2016/17 auf Rang zwei beendete, gut in der IMOCA-Spitzengruppe mitgemischt. Aber in der Flaute zwischen Frankreich und Spanien verloren sie dann doch den Anschluss an die Top-Sechs deutlich. Auf Rang 7 betrug der Rückstand zur führenden Apivia gut 120 Meilen. Das 11th Hour Shoreteam befindet sich auf dem Weg zum spanischen Hafen, um die Rückkehr zur Basis in Port-La-Forêt zu unterstützen.

Das für diese Saison neu zusammengestellte 11th Hour Duo Mettraux/Fisher vor dem Start:

Damit ist die IMOCA-Flotte auf 20 Boote geschrumpft. Während es schon mehrfach so aussah, als wenn Charlie Dalin mit Apivia eine frühe Vorentscheidung gelingen könnte – mit Paul Meilhat brachte ers schon gut 50 Meilen zwischen sich und die Verfolger – wurde das Duo doch immer wieder eingeholt.

Die IMOCA Flotte um 10 Uhr.

Aktuell sieht das Bild aus wie nach der Äquator-Passage bei der Vendée Globe. Es entwickelt sich ein Zweikampf mit LinkedOut, dem Schwesterschiff aus der Verdier-Designschmiede. Thomas Ruyant und Morgan Lagravière lassen sich nur schwer abschütteln. Aber bei aktuell gleichen Bedingungen können sie den Speed von Apivia nicht halten. Sie lauern gut 30 Meilen achteraus auf ein neuerliches Einparken der Spitzenreiter.

65 Meilen dahinter segelt Vendée-Globe-Pechvogel Jérémy Beyou mit Charal und tut sich im Zweikampf mit Samantha Davies alter Initiatives Coeur erstaunlich schwer. Die Britin kam mühsam ins Rennen und hielt sich nur knapp in den Top Ten. Aber in der Flaute funktionierte die Zusammenarbeit mit Nicolas Lunven, der schon zweimal das Volvo Ocean Race als Navigator bestritt und auch schon beim Offshore Team Germany segelte. Auf Rang drei kamen sie aus der Flaute, mussten dann aber LinkedOut ziehen lassen und beißen sich nun an Charal fest.

Mit Spannung betrachtet die Szene die Leistungsfähigkeit des 11th Hour Neubaus “Malama” mit Charlie Enright und Pascal Bidégorry. Er segelte lange auf Rang zwei, sah dann länger nicht gut aus gegen “Charal”, hatte ein Problem beim Verkehrstrennungsgebiet vor Kap Finistere und segelt nun Seite an Seite mit Arkea Paprec auf Rang fünf. Für dessen Skipper Sebastien Simon geht es nach seinem Vendée Globe-Ausfall bei dieser TJV um alles. Sein Vertrag mit dem Sponsor läuft danach aus. Er will sich für ein neues VG-Cockpit bewerben.

Sodebo trifft Treibgut

Auch bei den Ultim 100 Fußern ist es zum Schaden gekommen. Thomas Coville hielt mit seiner Sodebo so gut mit wie zuletzt selten und segelte auf Rang zwei hinter dem Rothschild-Trimaran von Cammas und Caudrelier. Beide Multis rundeten Kap Finistere mit einem Speed von 40 Knoten. Aber in der Nacht hat Sodebo einen Gegenstand im Wasser getroffen. Die Steuerbord-Tragfläche soll beschädigt sein.  Zusammen mit Thomas Rouxel segelt er seitdem nur langsam und begutachtet den Schaden. Ob es weitergeht, ist noch nicht klar.

Die fünf Ultimes passieren Madeira.
Der Rotschild Tri liegt vorne

Banque Populaire ist nach seinem Missgriff in der Flautenphase wieder im Begriff, sich der Spitze zu nähern. Der Abstand nach vorne beträgt aber immer noch mehr als 80 Meilen. Wind suchen muss Le Cleac’h aktuell allerdings nicht mehr:

Erstaunlich gut hält sich Actual, die ex Macif. Bei dem exakt achterlichen Wind gelingt es Yves Le Blevec, den Tri kaum 20 Meilen hinter der neuen Rennmaschine des ehemaligen Skippers Francois Gabart zu halten.

Wie der Speed gegenüber einer normalen Fahrtenyacht aussieht, ist hier zu erkennen:

TJV TRACKER 

Event Website Transat Jacques Vabre

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

2 Kommentare zu „Transat Jacques Vabre: Zweiter IMOCA-Mastbruch – Ultime Sodebo knallt gegen Hindernis“

  1. avatar Jörg sagt:

    Eine Frage treibt mich um: Zählen ggfs. auch schlafende oder nicht schnell genug flüchtende Wale zum Treibgut?

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    1
    • avatar Jörg sagt:

      Aktuelle Meldung vom 13.11.21: Auf Teneriffa haben Whale-Watcher einen zweigeteilten Pottwal Kadaver gefunden. In der Mitte durchgetrennt.

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