Transat Jaques Vabre: Riechers auf Platz drei nach den Doldrums

"Harte Arbeit"

Die Class 40 Flotte hat sich in den vergangenen Tagen beim Transat Jacques Vabre Atlantikrennen durch die Flautenzone der Doldrums gekämpft. “mare” segelt im Match Race um Platz zwei.

mare, Riechers

Endlich im Südost-Passat. © mare

Zwischenzeitlich sah es so aus, als könnte das deutsch-französische Duo Riechers Brasseur mit einem etwas westlicheren Kurs durch die Flaute am Äquator das führende Schiff “GDF Suez” unter Druck setzen. Der Rückstand schmolz von gut 60 auf 19 Meilen. Aber dann wirkte doch der klassische Ziehharmonika Effekt und die Franzosen passierten die Doldrums deutlich besser. Der Vorsprung zu Platz zwei beträgt nun über 100 Meilen.

Riechers, mare

Wo ist der Wind? Jörg Riechers im Rigg. © mare

Auch “mare” kam im Vergleich zum Hauptfeld nicht so schlecht durch. Allerdings heftete sich die spanische “Tales” an die Fersen und hat das deutsche Boot heute mit besserem Speed überholt. Der Vorspung beträgt nun sechs Meilen.

Riechers schreibt: “Endlich erleben wir mit den sonnigen Bedingungen einen schönen Kontrast zu den regnerischen grauen Doldrums. Aber leider sind wir am Ausgang der Flautenzone unter einer schwarzen Wolke gefangen. Wir haben gut 30 Meilen zur Konkurrenz verloren.”

GDF werde wohl nicht mehr zu schlagen sein. “Jetzt kämpfen wir ein hartes Match Race gehen Tales, was eines der besten Designs der Flotte ist. Das wird harte Arbeit, wenn wir Platz zwei noch halten wollen.”

Große Verlierer in den Doldrums waren die Österreicher mit ihrer neuen “Vaquita”. Andreas Hanakamp und Christof Petter hatten sich vor der Flaute vom zehnten Platz mit einem 260 Meilen Rückstand auf Rang vier und gut 60 Meilen an die Spitze herangekämpft. Aber nach zwei Tagen waren sie wieder nur zehnte mit einem Rückstand von 245 Meilen.

mare, Riechers

“mare” ist auf Rang drei zurückgefallen. Die Spanier sind schneller.

Großer Gewinner war neben der führenden GDF war der Franzose Jean Christophe Caso, der Freund von Anna Maria Renken, der mit “Groupe Picoty” auf einem östlicheren Kurs von Platz acht auf vier vorsegelte.

Derweil sind die 60 Fußer schon im Hafen von Itajai in Brasilien angekommen. Nach dem Ausfall von “Macif” gelang Vincent Riou mit Jean Le Cam und “PRB” die Revanche für den unglücklichen Aufall bei der Vendée Globe. Und auch Marc Guillemot gelang mit “Safran” auf Platz zwei nach dem verlorenen Kiel bei der Vendée und der Strafe als Verkehrssünder mal wieder eine Positiv-Meldung.

mare, Riechers

In den Doldrums schon sich das Feld dicht zusammen. GDF fuhr Riechers (rot) davon.

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Carsten Kemmling

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7 Kommentare zu „Transat Jaques Vabre: Riechers auf Platz drei nach den Doldrums“

  1. avatar Robert sagt:

    Tales II fährt seit etlichen Tagen deutlich schneller als mare und übrigens auch GDFS. Es ist wohl wahrscheinlicher, dass Tales II noch um den Sieg segelt, als dass mare nach einer Woche auf einmal schnell genug wird….

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

  2. Ist wohl leider so … und in der absoluten Leistungsspitze ist es sicher auch ein Unterschied, ob man 100% Class40 fährt oder schon halbherzig in der IMOCA angekommen ist … Aber das ist wohl in allen Klassen so, in der es noch (mehr oder weniger) große Entwicklungsschritte gibt … Wenn man da nicht immer zu optimiert und die Klasse sehr stark besetzt ist, dann … wird es schwerer mit dem gewinnen. Aber den Podiumsplatz werden sie schon noch verteidigen können.

    VG, Frank

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  3. avatar Ich sach mal so... sagt:

    Ich denke das TALES vielleicht auch ein für den Windwinkel besseres Segel hat. Bin gespannt auf Jörgs Analyse nach dem Rennen.

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    • avatar Robert sagt:

      Dann hätte Tales II für so ungefähr jeden Windwinkel bessere Segel. Sie haben durch einen Stopp nach der Biskaya verloren, hatten dann bis zu den Kanaren durchgehend VIEL schlechteren Wind als die 2 Führenden und seitdem haben sie in ALLEN Bedingungen massig gewonnen. Dazu kommt erschwerend, dass Tales II im Vergleich zu den beiden Manuard-Booten keine Proficrew hat.

      Ich denke, Botin Design wird sich in den kommenden Wochen vor Aufträgen kaum retten können. Vielleicht steht sogar schon jemand für die Vendee 2016 vor der Türe? Es kann ja nicht jeder mit einem neuen VPLP an den Start gehen…

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      • Interessante Analyse. Da ich das TJV neben dem MT nur so nebenbei verfolge, habe ich das (mit dem Zwischenstop + Wind) gar nicht mitbekommen. Dann wird es wohl auf die “berühmten” Nehmerqualitäten von Jörg ankommen, wenn die Bedingungen noch mal etwas härter werden …

        Nur die Aussage – keine Proficrew möchte ich nicht stehen lassen. Auf der TJV Seite stehen beide mit Beruf Skipper und wer ein Minitransat als 2. absolviert, war auch 2005 schon Profi.

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        • avatar Robert sagt:

          Ich gebe mich angesichts der Palmares geschlagen. Mir wurden sie immer als bessere Amateure verkauft.

          Sie haben in der Nähe von Finisterre gehalten, allerdings a) recht lange und b) müssten sie (im Gegensatz zu Finisterre) einen ordentlichen Schlag extra segeln…

          Seit Tales II aus den Doldrums raus ist haben sie 40 Meilen auf GSDF und 35 auf mare gut gemacht. Beeindruckend. Reichen wird es für den Sieg wohl dennoch nicht mehr.

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          • Ja, da hat man Dich wohl auf die Schippe nehmen wollen. Das sind C40-WM-Sieger bzw. Vize aus 2008/2010/2011/2012 und auf dem neuen Boot die 2. des diesjährigen Fastnets – zugegeben alles Crew-Regatten aber … Alex hatte ja – wie oben geschrieben – auch schon mal den 2. beim MiniTransat ersegelt –
            Hochachtung ist also angesagt.

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