Ultim Trimarane: Macif beendet François Gabart Sponsoring nach zehn Jahren

Und Tschüss...

Das Versicherungsunternehmen Macif hat nach zehn Jahren als Sponsor von François Gabart seinen Rückzug aus der Ultim-Klasse bekannt gegeben. Dabei ist gerade der Mittelrumpf des neuesten 100 Fußers geliefert worden.

Francois Gabart auf seinem Ultim. © macif

“Das ist ein sehr schwieriger Moment”, bekundet François Gabart bei der Pressekonferenz, die er zum Abschied seines langjährigen Sponsors Macif gibt. Und damit spricht er nicht nur für sich, sondern für die gesamte Profi-Segelszene in Frankreich. Denn die Versicherungsgruppe ist einer ihrer wichtigsten Geldgeber. Wenn sie dem Segelsport den Rücken kehrt, ist das ein alarmierendes Zeichen.

Ganz so extrem sei es ja nicht, beteuert Fred Vianas, bei Macif für die Strategie zuständig bei einem Pressebriefing per Webkonferenz. Er spricht von einer “Neuausrichtung” beim Sponsoring von Offshore-Rennen. Es bleibe ja noch der IMOCA “Apivia”, immerhin Transat Jacques Vabre Sieger 2019 und mit Charlie Dahlin einer der Top Favoriten für die Vendée Globe. Mit Apivia wolle man die gleichnamige Krankenversicherung der Macif-Gruppe bekannt machen. Außerdem werden noch zwei Figaros unterhalten.

Dabei liegt das IMOCA-Budget etwa zwischen 4 bis 6 Millionen Euro, und auch eine Figaro-Saison kostet etwa 200.000 Euro. Das Ultim-Budget wird allerdings mit weit über 12 Millionen Euro beziffert. 

Macif bekennt seit vielen Jahren Farbe im Figaro Zirkus – hier noch mit den alten Figaros – © A. Courcoux

Ein teures Investment, aber zuretzt wurde diese Partnerschaft der Macif-Gruppe mit dem erfolgreichen, charismatischen Aushängeschild Gabart immer als positives Beispiel für ein perfekt funktionierendes Sponsoring im französischen Segelsport angeführt. Allein der Sieg bei der Jules Verne Trophy brachte dem Sponsor eine enorme Reichweite.

Zu erschöpft?

Zuletzt schien das Engagement des Skippers in Verbindung mit Macif aber durchaus zu bröckeln. So hatte er Ende Februar 2020 überraschend angekündigt, das Steuer seines aktuellen Ultim-Trimarans an Pascal Bidégorry abgibt. Der Grund: Er sei zu erschöpft.

Inzwischen hat die Corona-Krise Vieles verändert. “Es bestehe kein direkter Zusammenhang”, sagt zwar Macif-Sprecher Vianas. Aber die Ambitionen im Segelsport seien durch die aktuelle Situation dennoch erschüttert worden.

Die Trennung kommt auch deshalb überraschend, weil nahezu zeitgleich der Mittelrumpf des neuen Ultim-Trimarans in der Werft von Gabarts Firma MerConcept in Concarneau angeliefert wurde. Der Neubau ist im Plan, soll aber erst in einem Jahr seinen Stapellauf erleben.

“Schwierigster Moment”

Daran wird sich nichts ändern. Macif hält die Zusage zum Bau aufrecht. Das Schiff steht dann aber genauso zum Verkauf, wie der aktuelle Macif Ultim. Für diesen wurde der Preis von 6,7 Millionen (exkl MWS) auf 5 Millionen Euro gesenkt. Der Preis für den Neubau-Verkauf steht noch nicht fest.

Gabart spricht vom “schwierigste Moment in meinem Leben als Firmenchef “. Seine Rennstall MerConcept beschäftigt immerhin 50 Mitarbeiter. Er spricht davon, nun das “Sponsoring-Modell neu erfinden” zu müssen. “Es stimmt, dass wir über große Geldsummen sprechen, aber sie sind auch nicht unvernünftig.” Schließlich sei man dabei, die Segelwelt zu revolutionieren. Die neue Generation der Ultim-Trimarane hat das Offshore-Foiling geknackt und wird so schnell um die Welt segeln, wie noch nie. Deshalb werde er alles tun, um bald unter neuen Farben segeln zu können. Das wichtigste Ziel sei nach wie vor die Jules Verne Trophy,  die schnellste Weltumsegelung mit Crew.

Für die Ultim-Klasse ist der Macif-Rückzug ein harter Schlag. Schließlich hatte sich Anfang Februar schon der Gitana abgemeldet. Allerdings will der Rothschild-Rennstall mit dem zuletzt schnellsten Trimaran der Ultim-Flotte in diesem Winter den Jules-Verne-Rekord brechen. Und das hat auch Sodebo mit dem aktuell neuesten Schiff vor. Außerdem befindet sich nach wie vor der Maxi-Trimaran Banque Populaire für Armel Le Cléac’h im Bau. Auch er soll wie die neue (ex) “Macif) im Sommer 2021 vom Stapel laufen.

Wenn also 2021 inklusive der alten “Macif” fünf Ultim-Katamarane auf dem Wasser sind, dürfte die Faszination der schnellsten Seglyachten der Welt auch für portenzielle Geldgeber wieder äußerst attraktiv werden. Francois Gabart gibt die Hoffnung jedenfalls nicht auf.

 

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *