Ultim Trimarane: Vier (von fünf) der schnellsten Offshore Racer der Welt beim ersten Vergleich

Großer Test vor dem Showdown

Erstmalig ist das Gros der aktuellen 100 Fuß Trimarane in einem direkten Vergleich aufeinandergetroffen. Francois Gabart erlebte mit seinem Neubau SVR – Lazartigue eine Enttäuschung.

Die kommende Transat Jacques Vabre startet am 7. November und ist der Höhepunkt des Jahres für die französische Hochsee-Szene. 45 Class40 gehen an den Start, 23 IMOCAs, 7 der 50 Fuß Trimarane und 5 Ultim-Maxis – alle im Zweihand-Modus. Dabei steht insbesondere der erste Schlagabtausch der wiedererstarkten Ultim-Flotte im Mittelpunkt. Fünf der zu echten Foilern hochgerüsteten Hochsee-Boliden werden gegeneinander antreten. Darunter der neue Trimaran von Francois Gabart.

Er müsste eigentlich der schnellste, weil jüngste Hochsee-Racer der Welt sein. Das Potenzial bestätigte er schon bei einem einstündigen Traingsrun mit 42 Knoten im Schnitt und 49 Knoten in der Spitze. Das würde einen 24-Stunden-Schnitt von über 1000 Meilen entsprechen, knapp 100 Meilen als der aktuelle Rekord.

Vier der fünf schnellsten Ultim-Trimarane erstmals gemeinsam am Start. © Favreau / Défi Azimut Ultim

Aber so kurz nach dem Stapellauf hapert es noch an der Verlässlichkeit. Das bestätigte sich kurz nach dem Start zum Défi Azimut Ultim, einem kurzfristig anberaumten 160-Meilen-Testrennen vor Lorient. Auf dem langen Kreuzschlag zur ersten Wendemarke zeigte sich SVR – Lazartigue durchaus auf Augenhöhe mit Banque Populaire von Armel Le Cleac’h, der seinen Ultim auch erst im April 2021 gewassert hat. Beide Trimarane segelten Seite an Seite bei 10 Knoten Wind mit gut 25 Knoten Speed.

Aber schon nach etwas mehr als zwei Stunden drehte Gabart ab. Es soll ein Problem mit der Tragflächen-Aufnahme im Steuerbord-Schwimmer gegeben haben. Vielleicht reichten dem Skipper auch die Daten des ersten Schlagabtausches mit dem großen Konkurrenten.

Défi Azimut Ultim Tracker

Sodebo, der im April 2019 vom Stapel gelaufene Mittelcockpit-Trimaran von Thomas Coville, bestätigte den Eindruck, dass er bisher nicht der erwartet große Wurf in der Ultim Szene ist. Er segelte Banque Populaire bis zu 15 Meilen hinterher.

“Actual”, die alte Macif von Francois Gabart, auf der zuletzt SegelReporter Michael Kunst das Steuer überlassen worden war, verlor zwischenzeitlich gut 40 Meilen, nutzte aber die Ausfahrt für spektakuläre Aufnahmen aus dem Helikopter:

Mit Spannung wird nun erwartet, wie sich im Vergleich der letzte verbliebene Ultim Trimaran aus dem Gitana Rennstall schlägt. Franck Cammas und Charles Caudrelier müssen sich schon mächtig anstrengen, wenn sie mit ihrem vier Jahre alten Maxi Edmond de Rothschild eine Chance gegen die Neubauten haben wollen. Allerdings wurde der Trimaran permanent modifiziert und gewann das Rolex Fastnet Race 2021 überlegen. Nach gesegelten 840 Meilen fast zehn Stunden vor Actual und zwölf vor Sodebo. Diese Daten deuten darauf hin, dass der Rothschild-Tri bei der Transat Jacque Vabre eine echte Chance haben wird.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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