„Varuna“ am schnellsten rund Gotland, aber „Shakti“ gewinnt Big-Boat-Klasse

Navigationskrimi durch die Schären

Großer Auflauf im Stadthafen von Stockholm vor dem Start zum AF Offshore Race.  © Oskar Kihlborg / KSSS

Großer Auflauf im Stadthafen von Stockholm vor dem Start zum AF Offshore Race. © Oskar Kihlborg / KSSS

Deutscher Doppeltriumph beim Schweden-Klassiker: Jens Kellinghusens „Varuna“ war schnellste Yacht beim ÅF Offshore Race, besser bekannt als Gotland Runt. In der Big-Boat-Klasse siegte berechnet jedoch die Ker 46 „Shakti“ von Christoph Avenarius.

Kurz nach dem Start waren auch mehrere Ausweichmanöver der 233 Teilnehmer notwendig. Hier muss die spätere Siegerin nach gesegelter Zeit, 'Varuna' noch Vorfahrt gewähren.  © Oskar Kihlborg / KSSS

Kurz nach dem Start waren auch mehrere Ausweichmanöver der 233 Teilnehmer notwendig. Hier muss die spätere Siegerin nach gesegelter Zeit, ‘Varuna’ noch Vorfahrt gewähren. © Oskar Kihlborg / KSSS

„Felsen unter Wasser in 70 Metern voraus. True boat speed fällt unter zwei Knoten.“ So oder so ähnlich muss es sich angehört haben, als die Teilnehmer am ÅF Offshore Race sich durch die „verminten“ Küstengewässer des herausfordernden Regattakurses geangelt haben. Schwache und drehende Winde im Stockholmer Schärengarten machte die Aufgabe der Navigatoren dieses Jahr zur Schwerstarbeit. Seitdem das vormalig Gotland Runt genannte Rennen nach 25 Jahren nicht mehr draußen vor Sandhamn startet, sondern im Herzen der schwedischen Hauptstadt, ist ein Krimi garantiert.

Start des Hochseeklassikers zum 25-jährigen Jubiläum in Herzen der schwedischen Hauptstadt.  © Oskar Kihlborg / KSSS

Start des Hochseeklassikers zum 25-jährigen Jubiläum in Herzen der schwedischen Hauptstadt. © Oskar Kihlborg / KSSS

Um kurz nach 9 Uhr als Erste im Ziel: Die ' Varuna' von Jens Kellinghusen.  © Oskar Kihlborg / KSSS

Um kurz nach 9 Uhr als Erste im Ziel: Die ‘ Varuna’ von Jens Kellinghusen. © Oskar Kihlborg / KSSS

233 Yachten hatten zum Start gemeldet, einige gaben den Flautenpoker bei kühler Witterung entnervt auf. Als Erste tauchte am Mittwoch (2. Juli) um kurz nach neun Uhr morgens vor dem Ziel eine auffällig schwarze Yacht auf. Es war die „Varuna“ von Jens Kellinghusen aus Hamburg, die den prestigeträchtigen Sieg nach gesegelter Zeit feiern durfte. „Was ein Geduldsspiel. Die Crew musste ständig auch mit ihrem Gewicht trimmen. Vor allem mental hat es uns sehr mitgenommen, aber trotzdem Spaß gemacht“, sagte der glückliche Kellinghusen. Mit seiner bei Knierim in Kiel gebauten Ker 50 kam er sogar zehn Minuten vor der älteren schwedischen Supermaxi 100, „Hyundai“ ins Ziel.

Die berechnete Führung in der Big-Boat-Wertung übernahm allerdings kurz danach bereits die ebenfalls einheimische TP52 „Blixt Pro Sailing“. Es dauerte keine weiteren anderthalb Stunden, bis sich das Blatt erneut wendete und die Entscheidung wieder zu Gunsten eines deutschen Schiffes fiel. Die Ker 46 „Shakti“ von Christoph Avenarius vom Flensburger Segel-Club holte den Klassensieg als zweitkleinstes Big-Boot.

Die 'Shakti'-Crew gewann die Big-Boat-Klasse beim AF Offshore Race 2014.  © Oskar Kihlborg / KSSS

Die ‘Shakti’-Crew gewann die Big-Boat-Klasse beim AF Offshore Race 2014. © Oskar Kihlborg / KSSS

„Wir sind eine Mannschaft aus guten Freunden und haben gar keine Profis an Bord so wie die anderen“, erklärte „Shakti“-Navigator Hagen Ross, „aber die Navigation durch das Archipel ist uns offenbar trotzdem bestens gelungen.“ Die größeren Gegner seien zwar schnell außer Sichtweite geraten, der Rückstand blieb letztlich jedoch gering genug. Indes war es ohnehin ein Rennen für die ganz Kleinen, denn in der Gesamtwertung hatten die Big Boats nichts zu bestellen. Es reichte nicht mal für die Top 30.

Regattasegeln unter Vergnügungspark: der Klassiker Gotland Runt wurde 2014 im 25. Jahr als AF Offshore Race in Stockholm gestartet.  © Oskar Kihlborg / KSSS

Regattasegeln unter Vergnügungspark: der Klassiker Gotland Runt wurde 2014 im 25. Jahr als AF Offshore Race in Stockholm gestartet. © Oskar Kihlborg / KSSS

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