Vegvisir Race: Jedermann-Abenteuer für Shorthand-Crews – 120 Meldungen, 70 Deutsche

Erlebnis statt Ergebnis

Schon vor der Corona-Krise lag das Shorthand-Racing im Trend. Die Entwicklung kann auch von der Krise nicht aufgehalten werden. Für das Vegvisir Race im September durch die dänische Inselwelt haben bisher 120 Skipper gemeldet.

Verschiedene Boote an der Startlinie. Segeln ohne Vergütung. © Vegvisirrace

“Wir haben grünes Licht!” verkünden die dänischen Organisatoren des Vevisir Races im April. Die Behörden haben das Ein- und Zweihand-Rennen durch dänische und deutsche Gewässer erlaubt. Die vierte Auflage des schnell wachsenden Abenteuer-Rennen darf über die Bühne gehen. Und das ist besonders zu diesem Zeitpunkt durchaus überraschend, da die Dänen zuletzt eher eine rigide Abschottungspolitik betrieben haben und damit sehr erfolgreich im Corona-Kampf gewesen sind.

Deutsche Segler sind immer noch nicht in den Häfen erwünscht, aber in Nyborg soll seglerischer Massenandrang erlaubt sein?

Vermutlich liegt der positive Bescheid für die Veranstalter am dänischen Verständnis für seglerische Belange. Die Wahrscheinlichkeit bei der Behörde im Nachbarland auf einen Segler zu treffen ist wohl ungleich größer als hierzulande. Tatsächlich sollte es wohl kaum eine geringere Ansteckungsgefahr geben als wenn man alleine oder zu zweit auf einer Yacht segelt.

Die kleine Crew ist jedenfalls eine der wenigen Voraussetzungen für diese Regatta. Ansonsten gibt es in der Notice of Race noch ein paar Sicherheitsbestimmungen zur Ausrüstung, aber die Größe der erlaubten Schiffe reicht von 18 Fuß bis unendlich. Auch Mehrrumpfer sind erlaubt.

Drei Kurse sind ausgeschrieben, je über 225, 152 und 86 Meilen. Sie dürfen zu zweit oder alleine an Bord absolviert werden und finden Mitten in der dänischen Südsee statt. Der lange Kurs macht einen Abstecher rund Fehmarn.

Die drei Kurse:

Der Andrang groß. 120 Meldungen sprechen eine deutliche Sprache. Dabei waren die vergangenen beiden Auflage der Regatta von ziemlich hartem Wetter geprägt. Yachten sind aufgelaufen, und es gilt viele Hindernisse zu umschiffen. 2018 ist sogar ein Kiel abgebrochen.

Aber die Herausforderung, auf eigenem Kiel das Abenteuer vor der Haustüre zu erleben mag dadurch ungleich größer werden und ist attraktiv. Das Erlebnis ist wichtiger als das Ergebnis. Und diese Botschaft verfängt insbesondere bei deutschen Skippern. Gleich 70 Yachten mit dem Adenauer am Heck stehen auf der Starterliste.

Spezielle Corona-Auflagen gibt es bisher nicht. Die Veranstalter schreiben dazu nur: “Social Distancing ist eine neue Sache, mit der wir lernen müssen umzugehen. Die meisten unserer Aktivitäten an Land werden neu gestaltet. Wir wissen noch nicht, wie genau wir das anstellen, aber wir werden mit Sicherheit Maßnahmen ergreifen, die dazu führen, dass weder die Teilnehmer noch die freiwilligen Helfer während des Vegvisir-Rennens durch den Coronavirus gefährdet werden.”

Event Website Vevisir Race

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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