Vegvisir Race: Kiel abgebrochen – Deutsche Crew von 26-Fuß-Yacht gerettet

"Wie eine Jolle, die kentert"

Beim Vegvisir Race mit Start und Ziel im dänischen Nykøbing Falster hat eine deutsche Yacht südlich von Agersø ihren Kiel verloren. Die Crew wurde vom Hubschrauber abgeborgen.

Vegvisir Race

Der 26 Fußer vom Typ Code 8 aus ungarischer Produktion. © Bo Hasseriis // Vegvisir Race

Das Vegvisir Race in Dänemark hat einen dramatischen Zwischenfall erlebt. Die beiden deutschen Segler Michael Höfgen und Jasper Marwege sind im Großen Belt gerettet worden, nachdem der Kiel ihres 26 Fußers “Lightworks” abgebrochen war.

Der Rettungshubschrauber fand die Segler südlich von Agersø neben ihrer Yacht, die gekentert war. Sie hatten seit Donnerstag an dem Zweihand-Langstreckenrennen Vegvisir teilgenommen, bei dem 55 Yachten in Nykøbing Falster auf einen 210 Meilen langen Rundkurs gestartet waren.

Plötzlich auf die Seite gekippt

Das Boot habe bei einer schwachen Böe etwas gekrängt, plötzlich sei es dann ganz auf die Seite gekippt. “Wie eine Jolle, die kentert”, erklärt Jasper Marwege dem Veranstalter. Die “Lightworks” soll unter Code Zero gesegelt sein und etwa 80 Grad zum Wind gesteuert haben.

Vegvisir Race

Die beiden deutschen Segler nach der Rettung. ©Michael Höfgen /Vegvisir Race

Mitsegler Michael Höfgen fügt hinzu, es habe ein Geräusch gegeben “und ich sah auf das Echolot. Das zeigte eine Wassertiefe von 7,2 Metern, wir konnten also nicht aufgelaufen sein. Da wussten wir, was passiert. Ich griff das Funkgerät und setzte einen Mayday-Ruf ab.” Gleichzeitig aktivierte er seinen persönlichen Sennotsender EPIRP. 

Der Alarm wurde um 03.13 ausgelöst und auch ein anderer Segler in der Nähe soll den Vorfall bemerkt und gemeldet haben. Carl Erik Hansen der Vorsitzende des organisierenden Sejlforeningen Vikingen in Nykøbing Falster koordinierte am Telefon die Rettung. Der Helikopter traf 45 Minuten nach der Kenterung ein. So lange hatten Marwege und Höfgen neben dem Schiff im Wasser geschwommen, weil sie befürchteten, dass es sinken könnte. Die Segler wurden schließlich nach Roskilde gebracht und schließlich nach Nykøbing Falster.

Davor hat man Angst

Die Organisatoren der Regatta, die auch eine große Flotte Einhandyachten bei der Regatta im Blick haben, äußern sich erleichtert, dass ihr Sicherheitsystem funktioniert hat. “Es sind Situationen wie diese, vor denen man Angst hat, wenn mein eine solche Regatta organisiert”, sagt Morten Brandt, ein Sprecher der Veranstaltung.

Der Karbon-Renner vom Typ Code 8

Die ungarische Konstruktion unter Gennaker

Wie es zu dem Unglück kommen konnte, ist noch nicht bekannt. Die Yacht wird von erfahrenen Seglern betrieben, die damit in diesem Jahr schon die Nordseewoche gesegelt sind. Sie wurde in Ungarn gebaut bei Pauger Carbon komplett in Kohlefaser. Die Werft ist für den Bau hochwertiger schneller Yachten bekannt wie die RC44.

Auch  das Ruderblatt ist aus Karbon gefertigt, die Kielfinne besteht aus Stahl. Der Racer soll segelfertig nur 910 Kilogramm auf die Waage bringen. 570 Kilo davon hängen als  T-Bleibombe am 1,80 Meter langen Schaft.

“Lightworks” in Aktion bei der Nordseewoche 2018:

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Carsten Kemmling

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