Vendée Globe: Gabarts irres Video mit dem 545 Meilen Etmal

Duell in Sichtweite


Day 33 highlights – Wednesday, December 12, 2012 

Francois Gabart und Armel Le Cléac’h setzen bei der Vendée Globe weiter ihr unglaubliches Match Race fort. Während sich die beiden Franzosen quasi Bord an Bord zu Höchstgeschwindigkeiten puschen, kann selbst Barcelona World Race Sieger Jean Pierre Dick nicht mehr mithalten.

Francois Gabart raste an seinem Widersacher Armel Le Cléac’h vorbei, kann ihn seitdem aber nicht abschütteln. Er segelt in Sichtweite (roter Kreis).  © Gabart

Francois Gabart raste an seinem Widersacher Armel Le Cléac’h vorbei, kann ihn seitdem aber nicht abschütteln. Er segelt in Sichtweite (roter Kreis). © Gabart

Er wurde mit seiner “Virbac Paprec” von einer schwächeren Windzone eingefangen und verlor in den letzten 24 Stunden gut 80 Meilen auf die ersten beiden. Zuletzt segelte er acht Knoten langsamer. Besonders hart traf es aber den Schweizer Bernhard Stamm. Er verlor in eineinhalb Tagen 280 Meilen als ihn das schnell durchziehende Tief passierte und er mit deutlich weniger Wind zu kämpfen hatte.

Er liegt jetzt 430 Meilen zurück und musste selbst Alex Thomsen ziehen lassen. Der hat sich deutlich schlauer auf nördlichem Kurs an der Flaute vorbeigemogelt, aber auch viele Meilen im Vergleich zur Spitze gelassen.

So wird immer noch gerätselt, wie es ein Gabart schaffen konnte, diesen unglaublichen Schnitt von über 22 Knoten in 24 Stunden hinzulegen. Er war damit 40 Meilen schneller als Jean-Pierre Dick zusammen mit Loick Peyron beim vergangenen Barcelona World Race.

Die Situation bei der Vendée Globe am 13.12. Das Spitzenduo setzt sich ab, Jean-Pierre Dick wird von der Flaute eingesogen und Bernhard Stamm (gelb) reiht sich mit einem Schlenker nach Norden klar hinter Alex Thomsen ein.

Die Situation bei der Vendée Globe am 13.12. Das Spitzenduo setzt sich ab, Jean-Pierre Dick wird von der Flaute eingesogen und Bernhard Stamm (gelb) reiht sich mit einem Schlenker nach Norden klar hinter Alex Thomsen ein.

Die Boote an der Spitze segeln etwa 15 Prozent schneller als noch vor vier Jahren, obwohl sich die Rumpfform nicht radikal geändert hat. Ein Grund könnten die Schwertprofile sein, die immer effektiver angestellt werden und Auftrieb erzeugen. Aber auch bei der Segelentwicklung sind deutliche Fortschritte gemacht worden. Oder puschen Gabart und Le Cléac’h einfach mehr als bisher?

Sie könnten genötigt sein, mehr ans Limit zu gehen als es ihnen lieb ist. Eine Zweikampf-Situation gibt keine Zeit zum Ausruhen. Besonders nicht, wenn sie von einem Tief verfolgt werden, das sie in eine Schwachwindzone zu ziehen droht.

Andererseits mag Francois Gabart in seinem Video den Eindruck, dass er nicht gerade das Gefühl hat, auf Messers Schneide zu segeln. Das Gerappel und Gezuckel, der ständige Lärm muss allerdings unmenschlich sein. Es wird sich zeigen, wer zuerst den Fuß vom Gaspedal nimmt. Noch ist nicht einmal die Hälfte der Distanz bewältigt.

Vendée Globe Tracker

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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3 Kommentare zu „Vendée Globe: Gabarts irres Video mit dem 545 Meilen Etmal“

  1. avatar axel sagt:

    Neben den foils und verbesserten, den Geschwindigkeiten angepassten Segelprofilen ist sicher auch die Entwicklung bei den Autopiloten ein Grund für die hohen Geschwindigkeiten. Schnellere, genauere Geber für Wind, Boatspeed Kompass, und Beschleunigung/Trägheit und wesentlich schnellere Prozessoren bringen abgesehen davon, dass sie schweineteuer sind, eben auch sehr viel mehr Leistung.
    Und die beiden hatten auch schon mehrmals perfekte Bedingungen: Vor der Front, viel Wind und (relativ) flaches Wasser. Das einer der beiden (FG )ein “Wundersegel” hat, wie heute in der Presse zu lesen war, glaube ich eher nicht. Le Cleac’h hat da seine Hausaufgaben sicher auch gemacht
    Vermutlich ist es auch eine Frage des Alters der Skipper: Beide, Armel le Cleac’h und Francois Gabart sind in einem Alter in dem man diese Strapazen einfacher noch besser wegsteckt (das ist iwe mit dem nachts durchfeiern…ging in jungen Jahren auch besser) …und beide sind wirkliche Athleten. Sie sind in absoluter Topform und durch eine sehr harte, sehr strukturierte Schule gegangen (Figaro/Port la Foret).
    Sie scheinen keine technischen Probleme zu haben (oder schweigen darüber). Das sagt auch etwas aus: Entweder über die Vorbereitung und das Shoreteam, oder über die Nervenstärke des Skippers.
    Bernard Stamm hat ein Haufen Probleme, und ich hoffe sehr dass er das noch in den Griff bekommt. Sein grösstes Problem dürfte (neben dem Hydrogenerator) der defekte Coffegrinder sein. Ohne den wird er seine Vorsegel nicht mehr schnell genug einrollen können, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis da etwas zulange killt….

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 18 Daumen runter 1

  2. avatar hanseatic sagt:

    Unglaublich, wie fit der Kerl (FG) trotz permanentem Schlafmangel und körperlicher Höchstleistungen noch aussieht. Als ob er gerade aus einem 14-tägigen Urlaub kommt. Wow! Ein wirklich austrainierter Athlet! Hoffen wir mal, dass sein Schlitten die harte Gangart unbeschadet überlebt. Spannend, was für eine Schlacht sich die beiden Youngster da liefern! Sailing at it’s best!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 14 Daumen runter 1

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