Vendée Globe: Kito de Pavant traurig in Cascais; Schweizer Stamm zweiter

"Grausam"

Kito de Pavant kann es nicht fassen. In der Nacht ist er mit seiner havarierten `Groupe Bel´ im portugiesischen Cascais angekommen... © Ricardo Pinto | Groupe Bel

Kito de Pavant kann es nicht fassen. In der Nacht ist er mit seiner havarierten `Groupe Bel´ im portugiesischen Cascais angekommen. © Ricardo Pinto | Groupe Bel

In der Nacht ist der havarierte Franzose Kito de Pavant mit seiner “Groupe Bel” im portugisischen Cascais eingelaufen. Die ersten Bilder zeigen einen schwer deprimierten Mann. Der 51-Jährige sagte vor der Ankunft: “Das Schiff ist heute Nacht in einem traurigen Zustand, genauso wie meine Moral.”

Schweren Herzens gab er auch offizielle den Abbruch seines Rennens bekannt. Die Entscheidung war unvermeidlich, da bei der Vendée Globe Reparaturen mit fremder Hilfe nur im Starthafen erlaubt sind. Der Schaden an der Open 60 Yacht ist aber zu groß, als dass er mit Bordmitteln zu beheben wäre.

“Ich habe mich sechs Jahre auf dieses besondere Rennen vorbereitet, das 2008 für mich nur 28 Stunden dauerte und diesmal 43 Stunden. Das ist grausam, aber so ist das Leben…”

Angesichts dieses persönlichen Schicksals ist der Kampf an der Spitze nahezu in den Hintergrund getreten. Dabei befindet sich das Rennen in einer spannenden Phase. Die Skipper suchen nach dem besten Weg um eine Flaute zwischen den Azoren und Madeira.

Dabei ist hat der Langzeit-Zweite Vincent Riou (40), Vendée Globe Sieger von 2004, in eine westlichen Positionierung investiert und einen großen Meilen-Verlust in Kauf genommen. Er fiel von Rang zwei auf acht zurück, um zuerst ein Tiefdruck-Gebiet zu erreichen, das sich von Westen nähert. Am Mittwoch wird sich zeigen, ob der erfahrene Skipper richtig lag.

Derweil liegt immer noch der junge François Gabart in Führung mit seiner südöstlichen Option. Aber besonders der Schweizer Bernhard Stamm rückt ihm mit seiner von Star-Designer Juan Kouyoumdjian gezeichneten “Cheminées Poujoulat” immer näher auf die Pelle und liegt zurzeit schon auf Rang zwei.

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Kito de Pavant’s portrait

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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8 Kommentare zu „Vendée Globe: Kito de Pavant traurig in Cascais; Schweizer Stamm zweiter“

  1. avatar o.h. sagt:

    Warum fahren da eigentlich keine Deutschen mit?

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    • avatar Ketzer sagt:

      Weil die’s einfach nicht bringen (siehe Diskussion um Sicherheit/Seemanschaft des Einhandsegelns).

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      • avatar andreas borrink sagt:

        Quatsch. Da wären schon ein paar Deutsche, die das bringen können. Aber krieg’ erstmal das Geld zusammen – in einem Land, in dem sich höchstens eine knapp vierstellige Zahl von Leuten überhaupt für sowas interessiert. Die Franzosen haben Millionenetats, das kann (will) hier keiner leisten. Umso mehr drücken wir Jörg die Daumen, dass er einen potenten Sponsor findet. Der bringt’s nämlich!

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  2. avatar o.h. sagt:

    Und warum wird meine offene Frage nach deutschen Teilnehmern mit 4 dislikes gewürdigt?

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  3. avatar Minifahrer sagt:

    Das ist nun wirklich mal ‘ne tragische Nummer. In 08 so kurz dabei, jetzt wieder. Das tut weh. Aber, bei aller Sympathie, stellt sich ja die Frage – wie kam es zu dem Crash? Dass der Fischer offenbar das AIS ausgeschaltet hatte, ist das Eine. Aber kann man sich Einhandsegler – vor allem auf so einem Hirsch von Boot – in diesem Seegebiet auf sowas verlassen?

    Ich hätte vor einigen Jahren (Prä-AIS-Ära; und unter Maschine, weil kein Wind) im englischen Kanal einen irischen (ziemlich grossen, hölzernenen) Kutter in dichtem Nebel beinahe vierkant genommen, der auf dem Radar (laut Radargast angeblich) nicht zu erkennen war. Aber da stand ich zum Glück am Ruder und konnte schnell genug reagieren und eine heftigen Schlenker fahren. Das war knapp.

    Was latürnich die Frage aufwirft – kann man sich einfach unter Deck verpinkeln, nur weil man AIS-Erkennung und/oder Radar laufen hat? Ist schon kritisch, meiner Meinung nach.

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    • avatar Ketzer sagt:

      Man könnte natürlich die gesamte Strecke am Ausguck stehen, aber ich denke, dass das selbst die Franzosen nicht schaffen. Irgendwann musste halt auch mal schlafen, oder kam Dir das noch nicht in den Sinn?

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  4. avatar RVK sagt:

    Das Spiel geht weiter: Bureau Valley ist jetzt auch von nem Trawler gerammt worden… Scheint ne neue Disziplin zu sein: Destruction Derby auf hoher See…

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    • avatar Minifahrer sagt:

      Nun, ich glaube nicht, dass der Trawler die Yacht gerammt hat. Bei den Geschwindigkeiten ist das wohl eher anders herum.

      @ketzer: Du hast recht, die sollen doch alle schlafen, wo und wann sie wollen.

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