Vendée Globe: Spanier Javier Sanso gekentert, Rettungsinsel bestiegen

Rettunsoperation eingeleitet

Der spanische Vendée Globe Teilnehmer Javier Sanso ist 350 Meilen südlich der Azoren gekentert und wartet in seiner Rettungsinsel auf Hilfe.

Javier Sanso

Javier Sanso auf dem Sitzsack seiner “Acciona”, als er noch aufrecht segelte. © Javier Sanso / ACCIONA 100% EcoPowered

Die Rennleitung berichtet, dass der Skipper von “Acciona” wie üblich per Email seine fällige Status-Meldung von Bord gegeben hatte. Er kreuze bei Nord-Ost-Wind von 15 Knoten und alles sei Okay. Aber kurz danach ging beim Maritime Rescue Coordination Centre (MRCC)  in Madrid die Nachricht ein, dass zwei von Sansos EPIRB Seenot-Baken ausgelöst worden seien.

Daraufhin versuchten die Offiziellen den Spanier auf seiner “Acciona” zu erreichen, erhielten aber keine Antwort. Sofort schickte das MRCC in Ponta Delgada auf den Azoren ein Flugzeug los, das um 16:30 über Sansos Position kreiste. Es fand den Skipper in seiner Rettungsinsel neben seinem gekentertern Schiff vor. Offenbar ist der Kiel abgebrochen. Sanso machte sich mit geschwenkten Rauch- und Fackelsignalen bemerkbar.

Javier Sanso mit Vollbart.

Javier Sanso mit Vollbart. © Javier Sanso / ACCIONA 100% EcoPowered

Das Flugzeug kehrte wieder zurück und ein Hubschrauber wurde von den Azoren aus losgeschickt, um Sanso zu erreichen. Er wird am Sonntag Abend um 23 Uhr am Unglücksort erwartet.

Der Spanier lag vor dem Unglück auf Platz neun bei dieser Vendée Globe. Er hatte in der Vorbereitung auf das Rennen Schlagzeilen gemacht, weil er auf seiner “Acciona” gänzlich ohne Sprit um die Welt segeln wollte. Die Stromversorgung sollte allein mit alternativer Energie bestritten werden. Dazu hatte Sanso ein neues Schiff bekommen, gezeichnet von dem rennommierten Owen Clarke Design Büro.

Der Unglücksort von "Acciona".

Der Unglücksort von “Acciona”.

Seine Leistungsfähigkeit war vor dem Rennen schwer einzuschätzen. Aber von Anfang an stand seine zweite Vendée Globe Teilnahme unter keinem guten Stern. In den ersten vier Tagen zeigte es sich, dass er selbst mit dem neuen Schiff nicht besonders gut mithalten konnte. Er lag auf Rang 11 als das Großsegel herunter rauschte und er für die Reparatur im Windschatten von Madeira Schutz suchen musste.

Gut 800 Meilen hinter der Spitze reihte er sich wieder ein und segelte seitdem ein unauffälliges Rennen, bei der er sportlich keine Akzente setzen konnte. “Acciona” ist nach “Safran” und “Virbac Paprec” die dritte Yacht, der bei dieser Vendée Globe der Kiel abbricht.

Tipp: Konrad Kubisch

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Carsten Kemmling

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2 Kommentare zu „Vendée Globe: Spanier Javier Sanso gekentert, Rettungsinsel bestiegen“

  1. avatar Olperer sagt:

    Da hat der Dirk ja echt Glueck gehabt, dass er nicht gleich gekentert ist. Ich bin ja mal gespannt wie der heut abend empfangen wird.

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  2. avatar Seven sagt:

    Das macht nicht nur den Sanso Krank
    als der Kiel zu Boden sank

    Auch Guillemot und J.P. DIck
    finden unten ohne schick.

    Wollen hoffen das es keinem mehr geschieht
    den eintritt in die “Scottish Fleet”

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 9 Daumen runter 11

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