Vendée-Arctic-les Sables d’Olonne: Neue Vendée-Globe-Generalprobe – Bluttest nötig

Auf Kurs

Nach dem Corona-bedingten Ausfall der beiden Atlantik-Regatten von Frankreich nach New York und wieder zurück präsentiert die IMOCA-Klasse jetzt eine neue Variante als Qualifikation für die Vendée Globe: Vendée-Arctic-Les Sables d’Olonne.

Die Organisatoren der Vendée Globe versuchen mit ihrer Nonstop-Weltumsegelung-Regatta trotz Corona-Krise auf Kurs zu bleiben. Nun haben sie die Pläne für einen Ersatz der ausgefallenen Qualifikation über den Atlantik konkretisiert.

Die neue Langstrecke soll nun nicht rund Island führen, sondern nur daran vorbei. Und der ursprünglich geplante Stopp auf den Azoren fällt aus. Damit ist der Dreieckskurs  rund 3600 Seemeilen lang und entspricht etwa einer Atlantik-Überquerung. Er soll in zehn bis zwölf Tagen zu absolvieren sein. Start ist am 4. Juli.

Der Kurs für die neue Generalprobe vor der Vendée Globe.

Ob es wirklich so weit kommt, ist aber noch nicht klar. Das Konzept für den Wettkampf ist nun erst bei den französischen Behörden eingereicht worden, und die Organisatoren müssen auf grünes Licht warten. Ohne die Genehmigung wird es allerdings auch mit der Vendée Globe selber knapp. Denn elf Solo-Skippern fehlt noch die nötige Qualifikation für den Start am 8. November. 

Sieben Skippern fehlt mit ihrer Yacht noch ein von den Organisatoren genehmigter mindestens 2000 Meilen langer Solo-Törn (Alex Thomson, Nicolas Troussel, Sébastien Simon, Sébastien Destremau, Didac Costa, Conrad Colman und Louis Burton). Vier Segler müssen noch das Äquivalent eines Solorennens über den Atlantik absolvieren (Kojiro Shiraishi, Armel Tripon, Isabelle Joschke und Clément Giraud).

Eis-Gefahr im Norden

Wettfahrtleiter Jacques Caraës erklärt: “Das wird die einzige Quali-Möglichkeit sein. Aber auch viele von den anderen Skippern müssen die im Winter vorgenommenen Änderungen validieren.”

Die IMOCA-Flotte darf wieder starten. © Zedda/Defi Azimut

Dabei birgt insbesondere der Vorstoß bis zum 65. nördlichen Breitengrad am Rande des Polarkreises Gefahren. Der Kurs durch die sehr aktiven Wettersysteme im Nordatlantik  soll dazu führen, möglichst verschiedene Segelbedingungen zu kreieren.

Da westlich von Island mit Eis zu rechnen ist, wird es ähnliche Einschränkungen wie bei dem Vendée Globe im Südpolarmeer geben. Je nach Eisgang wird eine flexible Sperrzone eingerichtet.

Um Ansteckungsgefahren zu vermeiden, wird Publikumsverkehr ausgeschlossen. Es gibt kein Race Village und keinen Empfang für die breite Öffentlichkeit. Die Segler werden aufgefordert, sich von ihrem Heimathafen aus ohne Zwischenstopp direkt zum Start zu begeben. Vor der Regatta müssen sie sich einem Bluttest unterziehen und sich danach fünf Tage lang in Quarantäne begeben.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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