Vendée Globe aktuell: Ruyant, Dalin und Thomson stark – Herrmann verliert viel

Energie tanken

Nach einem zermürbenden Mittwoch, der das Aussegeln einer Kaltfront beinhaltete, erlebten die Teilnehmer der Vendée Globe eine ruhigere Nacht, in der ein wenig Energie tanken konnten.

Die Situation um 9 Uhr morgens. Die beiden Nicht-Foiler im Süden liegen nominell vorne. Das Spitzen-Quartett segelt weiter im Westen. Thomson (schwarz) hat sich mit einem kleinen Schlenker südlicher platziert.

Aus dem Führungstrio vor vergangenen Nacht, Charlie Dalin (Apivia), Alex Thomson (Hugo Boss) und Kevin Escoffier (PRB) hat Thomas Ruyant (Linked Out) ein Quartett gemacht, der seinen extremen Westkurs nun auch in einem Spitzenplatz auf dem Tracker realisierte.

Dazu hätte eigentlich auch der lange Bord an Bord mit Ruyant segelnde Louis Burton (Bureau Vallée 2) gehören sollen, aber der sitzt gerade seine nach dem Frühstart fällige Strafe ab. Fünf Stunden lang muss er sich treiben lassen und wird wohl gut 70 Meilen verlieren.

Auch Seb Simon (Arkea Paprec) lag bei Ruyant, verpasste aber in der Flaute den Anschluss nach vorne, wie auch Boris Herrmann, der sich zuvor schon über eine verpasste Wende in der Nacht zuvor geärgert hatte und am Mittwoch stundenlang in der Flaute dümpelte. Alex Thomson lag da noch gleichauf, nun segelt Hugo Boss 73 Meilen voraus.

Altmeister wird noch vorne geführt

Das Tracker-Ranking sieht nun doch wieder die Süd-Gruppe der Nicht-Foiler vorne. Altmeister Jean le Cam (61, Yes We Cam) und Benjamin Dutreux (Omia Water Family) müssen in den nächsten Stunden aber auch wieder einen westlicheren Kurs einschlagen und werden zurückfallen.

Der große Gewinner könnte Nicolas Troussel (CORUM L’Epargne) sein, der als einziger aus dem Favoritenkreis der neuen Foiler den Südkurs genommen hat und sich nun sehr gut zum Feld positioniert hat bei der Ansteuerung des nächsten Tiefs südlich der Azoren. Mit dabei ist Samantha Davies (Initiatives-Coeur)

Jérémie Beyou ist derweil auf seinem Weg zur Reparatur nach Les Sables d’Olonne nicht sehr schnell vorangekommen und war am Morgen noch 520 Meilen vom Hafen entfernt.

Rennfavorit Charlie Dalin erklärt am Morgen die Aufgabe für den Tag: “Wir sind zu viert am selben Ort, mit etwas mehr Wind als erwartet, und die Dinge entwickeln sich schneller als gedacht. Hier werden wir eine kleines Tief nördlich umfahren, wenn wir uns den Azoren nähern. Wir erwarten dabei gut25 Knoten Wind.”

Er äußert sich mitfühlend zu Jérémy Beyou. “Das hat mich schwer im Magen getroffen. Ich weiß, was diese Projekte vom Skipper, seinem Team und von den Sponsoren verlangen. Das sind viele Jahre der Arbeit. Man kann es niemandem wünschen, was ihm passiert ist. ”

Vendée Globe Tracker

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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